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    Gräfendorf

    Reißzwecken in Tierködern bei Gräfendorf: PETA setzt hohe Belohnung aus

    Vor wenigen Tagen legte in Gräfendorf ein Unbekannter gefährliche Köder aus. Tiere könnten elendig daran verenden, sagt die Tierschutzorganisation PETA und verrät Erste-Hilfe-Tipps.
    Ein Unbekannter wollte Tieren damit schaden, indem er Reiszwecken in Tierköder gepackt und ausgelegt hatte.
    Ein Unbekannter wollte Tieren damit schaden, indem er Reiszwecken in Tierköder gepackt und ausgelegt hatte. Foto: Markus Scholz

    Einer Polizeimeldung zufolge bemerkte eine Hundehalterin am Dienstagnachmittag bei einem Spaziergang im Bereich des Kraftwerks Gräfendorf, dass ihr Vierbeiner etwas gefunden hatte und essen wollte. Sie konnte dem Hund gerade noch rechtzeitig einen Brocken aus dem Mund nehmen. Dabei handelte es sich um eine mit Reißnägeln und Chili präparierte Fleischmasse. Ein Unbekannter hatte den gefährlichen Köder auf dem Schotterweg zwischen Schonderfeld und der Hurzfurt ausgelegt. 

    Um den Vorfall aufzuklären, setzt PETA nun eine Belohnung in Höhe von 500 Euro für Hinweise, die den Tierquäler überführen, aus. Die Polizei Gemünden rät Hundehaltern in dem Bereich zu besonderer Aufmerksamkeit.

    Warum setzt PETA Belohnungen aus?

    Diese Tierköder wurden bei Gräfendorf ausgelegt.
    Diese Tierköder wurden bei Gräfendorf ausgelegt. Foto: Polizei

    PETA setzt regelmäßig Belohnungen in Fällen von misshandelten oder ausgesetzten Tieren aus, um bei der Ermittlung der Täter zu helfen. Das schreibt die Tierschutzorganisation in einer Pressemitteilung. Zeugen werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 09351/97410 an die Polizei Gemünden zu wenden und können sich telefonisch unter 0711/8605910 oder per E-Mail bei der Tierrechtsorganisation melden – auch anonym.

    "Derartige Täter zu überführen ist oft schwierig, da sie agieren, wenn sie sich unbeobachtet fühlen", sagt Judith Pein im Namen von PETA. "Deshalb kann es in solchen Fällen auf den noch so unwichtig erscheinenden Hinweis ankommen. Der Täter muss sich darüber im Klaren sein, dass mit gefährlichen Stoffen präparierte Köder nicht nur für Hunde, Katzen und freilebende Tiere, sondern auch für Kinder lebensbedrohlich sein können. Weitere Funde von präparierten Ködern sollten umgehend der Polizei gemeldet werden."

    Tipps für Erste-Hilfe-Maßnahmen

    Besteht der Verdacht, dass ein Tier einen mit Gift oder gefährlichen Gegenständen gespickten Köder gegessen hat, muss umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden. Das Tier könne an inneren Verletzungen qualvoll sterben, schreibt PETA. Bei Vergiftungserscheinungen wie Erbrechen, Durchfall, starker Unruhe oder Apathie, blassen oder porzellanfarbenen Veränderungen an den Schleimhäuten, großen Pupillen, Atembeschwerden oder Krämpfen muss ebenfalls umgehend der Tierarzt aufgesucht werden – denn Gift wirkt schnell.

    Hunde sollten dann zudem beruhigt und angeleint werden. Ein Maulkorb oder eine Maulschlinge darf nicht angelegt werden, da Erstickungsgefahr bei Erbrechen droht. Ist das Tier bereits bewusstlos, sollte es in die stabile Seitenlage gebracht und die Atemwege freigehalten werden. Für eine schnelle Diagnose ist es sinnvoll, eine Probe des Köders oder des Erbrochenen mit zum Tierarzt zu nehmen.

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    Bearbeitet von Martin Hogger

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