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    MAIN-SPESSART

    Rettung für das Spessarttal

    Der AGH-Vorstand nach den Wahlen (von links): Beisitzer Harald Milner (Lohr), stellvertretender Vorsitzender Erich Perchermeier (Marktheidenfeld), Beisitzer Georg Balling (Rothenbuch), Kassier Hubert Künzinger und Beisitzerin Dr. Ursula Andrien (beide Lohr), Vorsitzender Sebastian Schönauer, Beisitzer Walter Weber und stellvertretender Vorsitzender Dieter Seidl (alle Rothenbuch). Foto: AGH

    Der Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft Hafenlohrtal (AGH), Sebastian Schönauer, blickte bei der Jahresversammlung zurück auf die Gründung. Ohne die AGH wäre nach den Plänen aus dem Jahr 1977 das Tal in einem Stausee versunken – ebenso wie der „Hohe Knuck“ und die Gaststätte „Hochspessart“ sowie die Siedlungen Erlenfurt, Einsiedel und Lindenfurter Hof, sagte er.

    Wichtig sei gewesen, dass die Hafenlohrtalgemeinden es auch unisono ablehnten, ihre Trinkwasserversorgungen aufzugeben und dafür „Fern-Wasser“ für die Trinkwasserversorgung ihrer Orte zu bekommen, sagte Schönauer. Auch wenn die Anti-Fernwasser-Bewegung zu Beginn verlacht wurde, fand nach und nach ein Umdenken in Richtung Versorgungssicherheit durch den Erhalt der eigenen Quellen und Brunnen statt.

    In seinem Tätigkeitsbericht verwies Schönauer ferner auf der gut besuchten Mitgliederversammlung auf die arbeitsintensive Erstellung der neuen AGH-Homepage und die Rettung und Fertigstellung eines Films über das Hafenlohrtal, den eine ehemalige Rothenbucher Familie (jetzt wohnhaft bei Augsburg) der AGH vermacht hat. Dieser Film wird derzeit in München digitalisiert und soll dann auf CD und USB-Stick überspielt werden.

    Zur Zeit werden die Aktivitäten der AGH in einem Europäischen Projekt von einem Team der Uni Greifswald untersucht, wie eine gemeinnützig arbeitende Organisation erfolgreich für die Erhaltung und Verbesserung der Daseinsvorsorge der Bevölkerung wirkte.

    Der Vorsitzende machte in diesem Zusammenhang auf das 30-jährige Bestehen der Interessengemeinschaft Kommunale Trinkwasserversorgung (IKT) Bayern aufmerksam, das am 21. Oktober in Würzburg in einem größeren Rahmen gefeiert wird.

    Weiter ging Schönauer auf die immer wieder gestellte Frage ein, warum die AGH trotz des Erfolgs der Aufgabe der Stauseeplanung durch die Staatsregierung als Organisation weitermache? Ein wichtiger Grund dafür sei neben der Unterhaltung des Bohlenstegs durch das Naturschutzgebiet Hafenlohrtal die weitere Pflege und die Tatsache, dass im unteren Teil des Hafenlohrtals noch kein Naturschutzgebiet ausgewiesen sei. Die vor Jahren abgelehnte Forderung eines Naturschutzgebiets im unteren Talbereich müsse deshalb erneut gestellt werden. Der Bund Naturschutz in Bayern werde sich dazu als Partner der AGH einbringen.

    Schönauer berichtete auch über die Arbeiten zur Erstellung einer neuen Homepage, die im Werden ist. Unter www.ag-hafenlohrtal.de können bereits erste Bilder und die Überschriften zu diversen Rubriken sowie das Beitrittsformular aufgerufen werden. Hermann Kuhlmann aus Rothenbuch hat sich dazu bereit erklärt, in seiner Freizeit die Homepage zu erstellen. Es können dort beispielsweise auch die Wanderrouten um das Hafenlohrtal aufgerufen werden. Auch die Bilderausstellung über 38 Jahre AGH, interessante Veröffentlichungen, die Bilder der Tiere und Pflanzen und deren naturschutzfachliche Bewertung für das Tal werden auf der Webseite zu finden sein.

    Die Mitgliederzahl ist ziemlich stabil bei 785 geblieben. Zwischen 2012 – 2015 sank die Zahl der Mitglieder meist durch Todesfälle.

    Bei den Neuwahlen wurden alle Vorstandsmitglieder einstimmig wiedergewählt. Sebastian Schönauer bleibt wie seit 1978 Vorsitzender. Stellvertretende Vorsitzende sind Erich Perchermeier aus Marktheidenfeld und Dieter Seidel aus Rothenbuch. Kassier bleibt Hubert Künzinger, der wie die Schriftführerin Frau Dr. Ursula Andrien aus Lohr stammt. Zu Beisitzern wurden gewählt Georg Balling, Gemeinderat aus Rothenbuch, Harald Milner aus Lohr und Walter Weber aus Rothenbuch. Revisoren sind Gaby Weber und Günter Eich, AGH–Mitbegründer und Altbürgermeister von Rothenbuch.

    In der Jahresplanung für 2016/2017 wurde ein Lichtbildervortrag („PowerPoint“) mit Bildern der Fauna+ Flora im Tal und den angrenzenden Wäldern und eine Bilderausstellung der AGH-Aktivitäten aus drei Jahrzehnten Arbeit beschlossen. Erster Standort soll die Gemeinde Rothenbuch sein. Eine Vogelstimmenwanderung, eine Biber-Exkursion im oberen Hafenlohrtal, ebenso zur Büffelweide bei Windheim, eine Wanderung um den „Achtelsberg“ wie in den Wachengrund stehen ebenfalls auf dem Programm. Geplant ist auch das Erstellen einer Broschüre mit dem Thema: „Globaler Trend zur Rekommunalisierung der Wasserversorgung“.

    Günter Eich wird am 19. Juni ab 10.30 Uhr in Rothenbuch im „Gasthaus zum Löwen“ zu Ehrenmitglied ernannt. Professor Dr. Hubert Weiger, der Vorsitzende des Bund Naturschutz in Bayern und des BUND Deutschland, hält dazu einen Vortrag.

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