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    LOHR

    Rund 1,6 Millionen Euro Betriebsdefizite der Kindergärten

    Seit vielen Jahren übernimmt die Stadt Lohr auch die Betriebsdefizite der freigemeinnützigen Kindergärten in Wombach, Ru... Foto: Wolfgang Dehm

    Die Stadt Lohr trägt nicht nur die Betriebsdefizite ihrer vier eigenen Kindergärten, sondern seit vielen Jahren auch die der freigemeinnützigen Einrichtungen in Wombach, Ruppertshütten und der Lindigsiedlung. Rund 1,6 Millionen Euro im Jahr kommen so insgesamt zusammen.

    Da es dafür bislang noch keine vertragliche Vereinbarung gibt, empfahl der Stadtratshauptausschuss in seiner Sitzung am Montag dem Stadtrat, eine solche rückwirkend zum 1. Januar 2018 abzuschließen.

    Die Vereinbarung soll unter anderem eine 100-prozentige Defizitübernahme enthalten, einen Anstellungsschlüssel von 1:9,5 (eine Fachkraft pro 9,5 Regelkinder; bisher lag der Schlüssel bei 1:10), gleiche Gebühren wie in den städtischen Kindergärten, gleiche Öffnungszeiten von 47,5 Wochenstunden (Ausnahme: Ruppertshütten mit 33,5 Öffnungsstunden); Bereitstellen einer Verwaltungsfachkraft (hier soll der Stadtrat noch eine ausführliche Begründung erhalten sowie die Mehrkosten genannt bekommen), Übernahme von Instandhaltungskosten bis 4000 Euro im Jahr in Wombach und der Lindigsiedlung und bis 2000 Euro in Ruppertshütten, Freistellung der Leitungen maximal wie in den städtischen Kindergärten.

    Zum Vergleich Zahlen aus anderen Kommunen erwünscht

    Christine Kohnle-Weis (SPD) regte an, zu recherchieren, in welcher Höhe andere bayerische Kommunen die Defizite der freigemeinnützigen Kindergärten übernehmen und den Stadtrat darüber zu informieren. Dies sagte Bürgermeister Mario Paul zu.

    Brigitte Riedmann (FW) warnte davor, immer mehr Wünsche zu erfüllen, ohne über die Gebühren zu reden; dies müsse spätestens bei den Haushaltsberatungen im Herbst erfolgen – „auch wenn es unpopulär ist“. Man müsse auch die Sozialverträglichkeit im Blick haben, entgegnete Paul und bat um konkrete Vorschläge. „Die Mehrkosten über Gebühren auffangen“, kam es prompt von Riedmann zurück.

    Waldkindergarten nicht dabei, weil „ganz anders aufgestellt“

    Wolfgang Weis (Grüne) störte sich daran, dass die Stadt den Waldkindergarten finanziell nicht unterstütze. Das hänge damit zusammen, dass der Waldkindergarten „ganz anders aufgestellt“ sei, erläuterte Paul und Sachbearbeiterin Carmen Bachmann ergänzte, dass dort „eigentlich kein Defizit“ anfalle.

    Einstimmig (13:0) beschloss der Hauptausschuss, für rund 45 000 Euro Ersatz für den bisherigen SAN-Server im Rathaus zu beschaffen. Laut Harald Werner, Sachgebietsleiter EDV, handelt es sich dabei um „das Herzstück unseres Netzwerkes“. Ursprünglich habe man die Ersatzbeschaffung erst für 2019 geplant, nun sei man jedoch jetzt schon an die Kapazitätsgrenze der Anlage gekommen.

    Ebenfalls einstimmig vergab das Gremium den Planungsauftrag für die anstehende Generalsanierung von Muschel- und Fischergasse an das Würzburger Ingenieurbüro Balling für rund 136 000 Euro brutto.

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