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    Karlstadt

    Runder Tisch diskutiert Teilhabe und Inklusion

    Zum Runden Tisch trafen sich auf Einladung der Behinderbeauftragten des Landkreises Elena Reinhard (erste Reihe, Vierte von links) gemeindliche Behindertenbeauftragte und Vertreter von Verwaltungen und Verbänden. Foto: Birgitta Steigerwald

    Gemeinsam Ideen zu entwickeln, um die Belange von Menschen mit einer Behinderung besser in der Gesellschaft zu verankern – das war das Ziel eines Runden Tisches zum Thema Teilhabe, organisiert von der Behindertenbeauftragten des Landkreises, Elena Reinhard. Eingeladen waren laut einer Pressemitteilung die gemeindlichen Behindertenbeauftragten und Vertreter von Verbänden, Verwaltungen und Interessenten.

    „Das neue Internetangebot des Landratsamtes in Leichter Sprache kann eine gute Unterstützung sein“, erklärte Reinhard. „Die Hauptaufgabe in diesem Jahr ist das Projekt Digitaler Wegweiser barrierefreies Leben", betonte sie. Dabei arbeite sie eng mit dem Regionalmanagement zusammen

    Reinhard hatte unter anderem die Mitarbeiter des sozialpädagogisch-psychologischen Fachdienstes der heilpädagogischen Tagesstätte vom Förderzentrum Marktheidenfeld mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung eingeladen. Dr. Andrea Katzorke und Theresa Schaper stellten ihre Arbeit vor: Sie führen diagnostische Verfahren durch, fördern die emotionale Kompetenz von Kindern und Jugendlichen oder beraten die Mitarbeiter der St. Nikolaus–Schule. Sie unterstützen bei Erziehungs- und Entwicklungsfragen und vermitteln zu anderen Beratungsstellen, Behörden und Institutionen.

    Hören ist nicht gleich verstehen

    Kim Mundinger vom Paritätischen Wohlfahrtsverband ist Ansprechpartnerin für die offiziell 3746 Menschen mit Sprach- oder Sprechstörungen in Unterfranken. „Die Dunkelziffer liegt hier allerdings vermutlich noch viel höher“, sagt die Sozialpädagogin. Sie berät Betroffene und Angehörige bei Taubheit, leicht- und hochgradiger Schwerhörigkeit und Gleichgewichtsstörungen. Betroffene fühlen sich häufig ausgeschlossen und ziehen sich zurück, was Folgen für das gesamte Umfeld haben kann. „Seine Identität als schwerhöriger Mensch zu finden ist oft sehr schwierig“, erklärt Mundinger. Hier gibt sie Hilfe zur Selbsthilfe, zur Bewältigung von Lebenskrisen und psychischen Problemen.

    Im Anschluss referierte Madeleine Leube vom Unternehmensverbund Mainfränkische Werkstätten. Sie stellte das seit Anfang 2019 eröffnete Beratungszentrum Arbeit, Bildung, Wohnen in der Würzburger Innenstadt vor. Barrierefrei und niederschwellig bietet das Beratungszentrum Informationen über alle Möglichkeiten der Teilhabe in den Bereichen Arbeit, Bildung und Wohnen.

    „Wir sind ein gemeinnütziges Unternehmen und sehen unsere Aufgabe in der Integration und Inklusion von Menschen mit Behinderung in die Arbeitswelt und in die Gesellschaft“, so Leube. Dafür stellt der Verbund Bildungs-, Qualifikations-, Beschäftigungs- und Wohnmöglichkeiten zur Verfügung. Die Fähigkeiten und das Interesse des Mitarbeiters bestimmen seine Tätigkeit, sei es in der Holz- oder Metallbearbeitung, der Elektrotechnik, im Theater Augenblick in Würzburg oder im Tierpark Sommerhausen. „Die Einsatzmöglichkeiten nicht grenzenlos, aber sehr umfangreich“, sagt sie.

    Leube hat als Leitung des Themas „INklusiv! Gemeinsam arbeiten“ den Auftrag, wohnortnahe, maßgeschneiderte Arbeitsplätze nach Wunsch- und Wahlrecht für Menschen mit Behinderung zu schaffen. Arbeitnehmer und Arbeitgeber werden durch Integrationsbegleiter kontinuierlich beraten.

    Zur Beratung können alle Menschen mit Behinderung, Familienangehörige, gesetzliche Betreuer oder das Personal betreuender Einrichtungen kommen. Hier setzt auch die Beratungsstelle „Die Konsulenten“ der Lebenshilfe Wohnstätten Mainfranken an, die der Sonderpädagoge Achim Hietel zum Abschluss vorstellte. „Oft ist es schwierig, eine Diagnose zu lesen oder Medikamente und Behandlungsansätze zu verstehen.“ Seine systemische Fachberatung für die Einrichtungen ist hier mit eingegliedert, damit den Menschen mit Behinderung noch besser geholfen werden kann

    Der nächste Runde Tisch wird am Donnerstag, 27. Juni, um 14 Uhr, im Rotkreuz-Haus, Johann-Schöner-Straße 63, in Karlstadt stattfinden. Thema wird „Das Bayerische Teilhabegesetz II“ sein. Neue Teilnehmer Treffen sind willkommen. Informationen gibt es bei der Behindertenbeauftragten des Landkreises, Elena Reinhard, unter Tel.: (093 53) 793-14 62 oder per E-Mail an Elena.Reinhard@Lramsp.de

    Bearbeitet von Carolin Schulte

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