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    Marktheidenfeld

    SPD-Urgestein Uwe Lambinus ist gestorben

    Er war in Zimmern einst der jüngste Bürgermeister Bayerns und 22 Jahre lang Mitglied des Bundestags: Am Silvestermorgen ist Lambinus im Alter von 78 Jahren gestorben.
    Uwe Lambinus, ehemaliger Bundestagsabgeordneter und SPD-Ehrenvorsitzender in Main-Spessart, starb am Silvestermorgen nach langer Krankheit. Foto: Andreas Brachs

    Uwe Lambinus, ehemaliger SPD-Bundestagsabgeordneter aus Marktheidenfeld, ist am Silvestermorgen nach langer Krankheit gestorben. Das wurde dieser Redaktion aus SPD-Kreisen bestätigt. Lambinus wurde 78 Jahre alt.

    Geboren 1941 in Würzburg, hat Uwe Lambinus viele politische Ebenen durchlaufen. Er trat der SPD bereits als Jugendlicher bei und besaß das rote Parteibuch mehr als sechs Jahrzehnte. Tätig war er unter anderem als Landesvorstandsmitglied der Jusos, Kreisvorsitzender der SPD Main-Spessart, Landesvorstandsmitglied der SPD Bayern und Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Main-
    Spessart/Miltenberg. Dem Marktheidenfelder Stadtrat gehörte er ab 1996 für zwei Wahlperioden an. 2014 ernannte ihn die Stadt Marktheidenfeld zum Ehrenbürger.

    Lambinus wuchs in Marktheidenfeld auf, ließ sich im Notariatswesen ausbilden und arbeitete in Notariaten in Kitzingen, Nürnberg, Karlstadt und Marktheidenfeld.

    Lambinus verstand sich als Anwalt der kleinen Leute

    1968 wurde er als 27-Jähriger jüngster bayerischer Bürgermeister in seinem damals noch selbstständigen Heimatort Zimmern (heute ein Stadtteil von Marktheidenfeld). Von 1972 bis 2014 saß er im Kreistag Main-Spessart, von 1972 bis 1994 im Bundestag in Bonn.

    Lambinus verstand sich dabei immer als Anwalt der kleinen Leute und derer, "die sich nicht selbst zu helfen wissen", wie er sagte. Er bekleidete verschiedene Funktionen bei der Arbeiterwohlfahrt und war Gewerkschaftsmitglied von verdi.

    Für sein politisches Engagement verlieh ihm seine Heimatstadt die Ehrenbürgerwürde. Zudem erhielt er das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, den Bayerischen Verdienstorden und die Georg-von-Vollmar-Medaille der Bayern-SPD. Der SPD-Unterbezirk Main-Spessart/Miltenberg ernannte ihn zum Ehrenvorsitzenden.

    Vom Tod des Partei-Urgesteins am Silvestermorgen zeigten sich SPD-Politiker aus der Region betroffen. Es sei für ihn eine "sehr traurige Nachricht", schrieb der Gemündener SPD-Bundestagsabgeordnete Bernd Rützel auf Facebook. Er habe den Rat Lambinus "immer sehr geschätzt" und bete für ihn.

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