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    Adelsberg

    Saatgut und Tipps wurden bei erster Adelsberger Saatgutbörse getauscht

    Der 'Samenknubbel'-Bastelstand beim Saatguttausch in Adelsberg.
    Der "Samenknubbel"-Bastelstand beim Saatguttausch in Adelsberg. Foto: Jennifer Weidle

    Rund 30 Gärtner und Gärtnerinnen kamen am Samstag bei tollem Ambiente und sonnigem Wetter im Adelsberger Schlosshof zusammen. Dort fand die erste Adelsberger Saatgut-Tauschbörse statt. Was privat begonnen hat, wird nun eine öffentliche Veranstaltung. Ein Versuch, der sich für die Initiatorinnen und Besucher gelohnt hat.

    Kartons voller Samentütchen und Geschichten und Tipps im Gepäck. Damit kamen engagierte Gärtner und Gärtnerinnen aus Gemünden und Umgebung nach Adelsberg. Beate und Hermann Gerlach aus Gemünden brachten etwas ganz Besonderes mit: Saatgut ihres grünen Spargels. Den vermehren sie seit vielen Jahren in ihrem Garten. "Wir ernten jedes Jahr mehrere Kilogramm und wollten die Entdeckung, dass man Spargel problemlos selber anbauen kann, gerne mit anderen teilen."

    Durch Saatguttausch etwas gegen alte Sorten tun

    Die Idee, Saatgut zu tauschen statt kommerziell anzubieten, begrüßen sie sehr. "Man hat ja oft zu viel – gerade wenn man von einer Pflanze begeistert ist, so wie wir von unserem Spargel." Außerdem tue man so ja etwas gegen das Verschwinden von alten Sorten. Ihr Hobby haben sie an ihre Tochter weitergegeben. Die baut Gemüse auf ihrem Würzburger Balkon an.

    Nicole Netrval ist aus Aschenroth gekommen. Sie hat sich in den Forellen-Salat verliebt. Hübsch sei er mit seinen länglichen Blättern, früh anzubauen und sehr robust. "Er sät sich auch wunderbar selbst aus", sagt sie. Sie hatte in einer Müllvermeidungs-Whatsapp-Gruppe von der Tauschbörse erfahren. "Es ist wunderbar, dass man sich mit anderen austauschen kann, Tipps inklusive."

    Kürbis und Zucchini können sich kreuzen 

    Am Tauschtisch nebenan wird über Kürbis- und Zuchinisamen diskutiert. Gartenbuch-Autorin Charlotte Pohse erklärt, warum man hier aufpassen muss: "Zucchini und viele Kürbissorten gehören zur Art Cucurbita pepo. Diese verkreuzen sich." So können Bitterstoffe entstehen, an denen man sterben könne. Wer ganz sicher gehen wolle, müsse händisch bestäuben. Die Samen des beliebten Hokkaido seien aber unproblematisch. Sie gehören einer anderen Unterart an.

    Lena Priesemann hat den Schlosshof für die Veranstaltung zur Verfügung gestellt. Es macht den Gartenfreunden sichtlich Spaß. Selbst gebackenen Kuchen und Kaffee gibt es im Schlosscafé. Ein älteres Ehepaar, dass unterwegs ins Café ist, bleibt stehen. "Toll, dass junge Leute sich für so was begeistern. Wir mussten ja früher alles selbst anbauen. Kürbisse waren da noch Viehfutter."

    Was gegen Läuse an Ackerbohnen hilft

    In einer anderen Gruppe ist die Ackerbohne oder Dicke Bohne das Thema. "Bei uns kommen immer Läuse und dann werden sie schwarz", erzählt ein Gärtner aus Rieneck. Da gebe es einen Trick: Nach drei Blattpaaren knipse man die Spitze ab. Dann sollen die Läuse ausbleiben.

    Eine Künstlerin und Pädagogin aus Adelsberg, kümmert sich um das Kinderprogramm. Sie hat einen "Samenknubbel"-Bastelstand aufgestellt. "Wir freuen uns, dass so coole Leute gekommen sind. Wir haben extra wenig Werbung gemacht, um zu sehen, wie es im kleinen Rahmen läuft." Ob sie das wiederholen wollen? Alle Gesichter im Schlosshof strahlen und nicken aufmunternd. Man kann sich also den ersten Samstag im März vormerken.

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