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    Triefenstein

    Samuel Koch in Triefenstein: Das Kloster ist für mich Wohlfühlort

    Er wird aus seinem Buch lesen, Musik mitbringen und predigen: Der Schauspieler und Autor Samuel Koch kommt am 13. Juli zum Fest der Christusträger ins Kloster Triefenstein.
    Prominenter Gast in Triefenstein: Samuel Koch, der seit einem Unfall in der Fernsehshow „Wetten, dass…?“ querschnittsgelähmt ist, liest auf dem Triefensteintag am 13. Juli Texte aus seinem aktuellen Buch „StehaufMensch“. Foto: Michael Englert

    Unter dem Motto „StehaufMensch“ steht der Triefensteintag der Christusträger-Bruderschaft am 13. Juli. Höhepunkt ist die Konzertlesung am Abend mit Singersongwriter Samuel Harfst und Samuel Koch, Schauspieler und Autor. Koch, der seit einem Unfall in der Fernsehshow „Wetten, dass…?“ querschnittsgelähmt ist, liest Texte aus seinem aktuellen Buch. In einem Interview mit den Christusträgern betont er seine Verbundenheit mit der Gemeinschaft.

    Samuel, was verbindest du mit den Christusträger-Brüdern?

    Samuel Koch: Kindheit und Jugend – auch wenn das jetzt kitschig klingt. Meine Lieblingsmusik, die ich als kleiner Junge immer gehört habe, war Musik der Band CTB. Die lief bei uns rauf und runter.

    Du denkst an die akustische Band der Brüder, die südamerikanische Folklore gemacht hat?

    Koch: Nein, da waren eine Menge Trommeln dabei. Das muss dann wohl CTA gewesen sein (lacht). Vage erinnere ich mich auch daran, dass wir als Familie öfter in die Schweiz gereist sind, nach Ralligen. Und in jüngerer Zeit habe ich ja mehrfach die Christusträger in Triefenstein besucht.

    Wie hat es dir gefallen?

    Koch: Ich hab mich sehr wohlgefühlt. Mit meinem Rollstuhl kam ich problemlos überall hin, nirgendwo gab es eine Barriere, die nicht zu überwinden gewesen wäre. Auch als ich in die Kirche wollte, fand sich sofort eine Rampe, mit der das ging. Ich mag es, dass das Kloster auf einer Anhöhe liegt und von Mauern umgeben ist. Für mich sind diese Klostermauern ein Schutzraum, sie bilden einen Ort von Geborgenheit, in dem man aufgehoben ist und liebevoll empfangen wird. Wenn ich durch das Klostertor hineinfahre und sich die Tür hinter mir schließt, kann ich mich wohlfühlen. Auch deshalb, weil die Menschen, die hier leben, arbeiten und beten sich einem Leben verschrieben haben, das den Mitmenschen dient.

    Wie ging es dir, als du zum Triefensteintag eingeladen wurdest?

    Koch: Erstmal war ich überfordert und bin es immer noch (lacht). Im Ernst: Ich fühle mich extrem geehrt und freue mich auf die Herausforderung und die Begegnungen.

    "StehaufMensch" ist die Überschrift über den ganzen Tag. Du hast mit dem Titel deines Buchs dazu inspiriert. Wie sieht die Konzertlesung zum Buch aus, die du beim Open Air am Abend gemeinsam mit deinem Freund Samuel Harfst gestalten wirst?

    Koch: Um die Neugier nicht zu rauben, will ich nicht zu viel vorwegnehmen. Das Grundkonzept besteht darin, dass sich zwei Freunde begegnen und vollkommen frei über Dinge sprechen, die sie bewegen. Das kann manchmal ziemlich albern sein und auch genauso tiefgreifend. Der Abend ist geprägt von Musik und Texten, die von Herzen kommen.

    Außer dem musikalischen Abend gibt es am Nachmittag auch einen Gottesdienst, bei dem du predigen wirst. Freust du dich darauf?

    Koch: Oh, das ist eine große Frage. Was heißt predigen überhaupt? Freude ist wohl nicht der richtige Ausdruck, da ich eine Menge Respekt vor dieser Aufgabe habe. Ich bin kein professionell ausgebildeter Prediger. Gerne teile ich aber meine Gedanken und meine Perspektive auf den Erfinder des Rückenmarks. Vielleicht kann ich die Zuhörer dazu inspirieren ihre persönliche „Stehaufkraft“ zu entdecken. Vor allem bin ich auf das gespannt, was ich von Anderen beim Triefensteintag hören werde. Ich freue mich auf die Gemeinschaft und den Austausch.

    Bearbeitet von Lucia Lenzen

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