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    Zellingen

    Sandsteinverkleidung am Zellinger Rathaus hat keine Zukunft

    Weil die roten Standsteinplatten im Obergeschoss nicht wiederverwendet werden können, wird sich die Fassade des Zellinger Rathauses (Neubau) mit der Sanierung ändern. Die Tore der Feuerwehr-Fahrzeughalle werden durch Sektionaltore in kräftigem Feuerwehrrot ersetzt und die neuen Fenster werden wieder grün sein.
    Weil die roten Standsteinplatten im Obergeschoss nicht wiederverwendet werden können, wird sich die Fassade des Zellinger Rathauses (Neubau) mit der Sanierung ändern. Die Tore der Feuerwehr-Fahrzeughalle werden durch Sektionaltore in kräftigem Feuerwehrrot ersetzt und die neuen Fenster werden wieder grün sein. Foto: Jürgen Kamm

    Mit der Sanierung wird das Zellinger Rathaus auch sein Aussehen ändern. Der Zellinger Gemeinderat beschloss einstimmig, dass die bisherigen Sandsteinplatten an der Fassade durch ein Wärmedämmverbundsystem ersetzt werden. Hintergrund sind geänderte Bauvorschriften, die neue Sandsteinplatten erforderlich machen würden.

    Wie Architekt Karl Gruber im Gemeinderat erklärte, sind die vorhandenen Sandsteinplatten drei Zentimeter dick, Vorschrift sind inzwischen aber mindestens vier Zentimeter. Alternativ müsste die Gemeinde als Bauherr ein Gutachten zur Wiederverwendung der Platten erstellen lassen.

    Es handle sich aber nur um eine untergeordnete Fläche, erklärte Karl Gruber, und riet zur Verwendung eines Wärmedämmverbundsystems. Das könne entsprechend gestaltet und in Sandsteinrot gestrichen werden. Auch der Zellinger Altortsanierungsarchitekt habe ihm geraten, nicht zu viel Energie auf dieses Detail zu verwenden. Gemeinderat Philipp Kromczynski brachte ein Wärmedämmverbundsystem ins Spiel, das sich verklinkern lässt.

    Dem aktuellen Brandschutz anpassen

    Außerdem erläuterte Karl Gruber Detaillösungen beim Brandschutz, die vor allem das Treppenhaus, den Verbindungsgang und einige Leitungsdurchführungen (zwischen den Stockwerken) betreffen. Zum Treppenhaus hin sind Brandschutzwände vorgesehen, was eine beidseitig verputzte Wand aus 24 Zentimeter dicken Steinen bedingen würde. Die Wände im Schacht des nachträglich eingebauten Aufzugs wurden aber von innen nicht verputzt. Hier will der Architekt außen herum zertifizierte Schachtwände stellen, auch eine weitere Wand im Treppenhaus soll so nachgerüstet werden.

    Für den Verbindungsgang zwischen dem Alt- und Neubau im ersten Stock gibt es eine einfache Lösung: Am Übergang zum alten Rathaus kommt eine Brandschutztüre hin, wie es sie am anderen Ende (beim neuen Rathaus) schon gibt. Der Gang selbst hat als Stahlskelett-Konstruktion mit Aluminiumverkleidung und -fenstern keine Brandlast.

    Der zweite Fluchtweg aus dem Dachgeschoss (Bauamt) wird über eine Treppe auf das Flachdach des angebauten Feuerwehrhauses führen. Auch vom Sitzungssaal wird eine Treppe durch ein Fenster die Flucht dorthin ermöglichen. Weitergeführt wird der zweite Fluchtweg mit einer Leiter mit Rückenschutz, die hinunter auf den Parkplatz führt.

    Tore künftig außen an der Wand

    Weitere Detailänderungen gibt es im Bereich von Flachdächern. Insgesamt sorgen die Nachrüstungen beim Brandschutz und Änderung der Fassade für rund 100 000 Euro Mehrkosten und derzeit kalkulierte Sanierungskosten von 2,22 Millionen Euro.

    In dieser Summe nicht enthalten sind die neuen Sektionaltore für den unterm Sitzungssaal gelegenen Teil des Feuerwehrgerätehauses, weil diese als energetische Verbesserung ebenso wie die neuen Fenster für das Rathaus über das kommunale Investitionsprogramm (KIP) gefördert werden. Karl Gruber erklärte, dass vor dem Einbau auch die Zufahrt geändert werden muss, weil sie tiefer im Gebäude (hinter der Laibung) sitzen, während die jetzigen Stahlklapptore außen an der Wand sitzen. Ohne Anpassung der Einfahrt würde nach dem Umbau Regenwasser in die Fahrzeughalle laufen.

    Diskussion um die Farbgebung

    Die Gemeinderäte interessierte mehr die Farbe der künftigen Tore, weil Feuerwehrleute entsetzt bei ihnen nachgefragt hatten, ob etwa grüne Tore geplant seien. "Feuerwehrrot" beantwortete der Architekt diese Frage, woraufhin es Kritik am Kontrast zu den grünen Fensterbändern gab. Auf den Hinweis von Karl Gruber, dass Richtung Parkplatz (Eingangsseite) schon neue (grüne) Fenster montiert wurden, antwortete Gemeinderat Stefan Wohlfart, niemand könne das Rathaus gleichzeitig von zwei Seiten sehen. Der Architekt entgegnete, dass auch der Verbindungsgang grün ist und nicht gestrichen werden könne, weil es sich um eloxiertes Aluminium handelt.

    Generell ist das Farbkonzept das Rathauses seit Jahrzehnten so: Im Erdgeschoss grau gestrichener Sichtbeton, darüber die Verkleidung mit Sandsteinplatten und darin grüne Fensterbänder. Es ist leicht vorstellbar, dass die inzwischen eher rotbraun wirkenden Tore einst in kräftigem Feuerwehrrot gestrichen waren.

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