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    Obersinn

    Sanierung der Sinngrund-Bahnhöfe: Rützel hat an Verkehrsminister Scheuer geschrieben

    Der alte Mittelsinner Bahnhof. Foto: Roland Bauernschubert

    Auf Initiative von Obersinns Bürgermeisterin Lioba Zieres und MdB Bernd Rützel fand am 21. November ein "Runder Tisch" zum Thema barrierefreie Sanierung der Sinngrund-Bahnhöfe Rieneck, Burgsinn, Mittelsinn und Obersinn statt, erinnerte Zieres in der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderates. Inzwischen hat Rützels Büro an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und den DB-Konzernbeauftragten Klaus-Dieter Josel einen entsprechenden Brief geschrieben, dass diese Sanierung während der kompletten einjährigen Sperrung der Bahnstrecke Gemünden-Flieden im Jahr 2024 als wohl "einmalige Chance" vorgezogen werden könnte.

    Zieres erläuterte dazu, dass alle führenden Politiker des Landkreises – MdB Alexander Hoffmann, MdB Bernd Rützel, Staatssekretärin Anna Stolz, MdL Kerstin Celina, Martina Fehlner, MdL Thorsten Schwab und Landrat Thomas Schiebel – das Anliegen mittragen und beide Briefe mit unterschrieben haben. So wird im Schreiben unter anderem verdeutlicht, dass bei allen vier Stationen der Zugang zu den Zügen beschwerlich, an manchen für Menschen mit Einschränkungen oder Familien mit Kinderwagen fast unmöglich ist.

    ÖPNV Schwerpunkt im Koalitionsvertrag

    Im Koalitionsvertrag 2018 haben Union und SPD vereinbart, einen Schwerpunkt auf den Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs und die Barrierefreiheit zu legen. Diese Vorgaben haben im Zuge der Klimadebatte an Dringlichkeit gewonnen. Entsprechende Bundesmittel stellt der Bundestag mit dem Haushalt 2020 zur Verfügung, schreibt Rützel weiter. Es wäre somit fahrlässig, diese Maßnahmen von Ein- und Aussteigerzahlen abhängig zu machen. Bei diesem Runden Tisch bestand Einigkeit darüber, sich gemeinsam und über Parteigrenzen hinweg für die Sanierung der Sinngrund-Bahnhöfe einzusetzen.

    Die Sanierung der Bahnhöfe wäre nicht nur für die Gemeinde selbst, sondern für den gesamten Landkreis und die Region von Bedeutung. Gerade im ländlichen Raum, wo sich der demographische Wandel besonders zeigt, wird der ÖPNV weiter an Bedeutung gewinnen, argumentieren die Politiker. Im gemeinsamen Anspruch auf Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse soll der Zugang zum Bahnverkehr allen Bürgern ermöglicht werden.

    Jeder weiß, dass bei den Sinngrund-Bahnhöfen Handlungsbedarf besteht

    Dass bei den Sinngrund-Bahnhöfen Handlungsbedarf besteht, wird von keiner Seite bestritten, mutmaßt Rützel. Widerstände gibt es offenbar gegen ein Vorziehen der Maßnahme auf das Jahr 2024, was keinesfalls nachvollziehbar sei. Die Gesamtsperrung des Zugverkehrs bietet dann die historisch einmalige Chance, die Bahnhöfe schnell, kostengünstig und ohne Beeinträchtigung des Zugverkehrs zu sanieren. Da eine Sanierung ohnehin ansteht, wäre eine solche zu derlei günstigen Bedingungen wie während der Sperrzeit nie wieder möglich.

    Den nächsten Runden Tisch terminiert Bernd Rützel für den Februar 2020. Er hofft, dass bis dahin konkrete Bedingungen für die Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen aus Sicht des Bundesverkehrsministeriums und der Bahn benannt werden können und lädt Klaus-Dieter Josel schon jetzt zu diesem Treffen ein.

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