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    Gemünden

    Scherenburg-Festspiele: Zum Jubiläum ein Theaterstück mehr

    Mit vier statt wie bisher drei Stücken warten die 30. Scherenburgfestspiele 2020 auf. Der Vorverkauf startet am 15. November. Am Dienstag wurden die Titel genannt.
    Die Gemündener Scherenburgfestspiele auf der Ruine Scherenburg. Foto: Festspielverein

    "Wir gehen mit großer Zufriedenheit in dieses Jubiläumsjahr", eröffnete Hans Michelbach, der Vater und Vorsitzende der Scherenburgfestspiele, den Pressetermin zur Bekanntgabe der Festspielstücke 2020. Es ist die 30. Saison, und sie soll zugleich der Eintritt in eine Ära mit dem Bau einer dauerhaften Spielstätte an der Burg sein. Außerdem will sich der Festspielverein am Stadtjubiläum (777 Jahre erste urkundliche Erwähnung) und am Kirchweih- und Heimatfestjubiläum (70 Jahre) beteiligen. Zur Feier dieses außergewöhnlichen Jahres wird es vier statt der bisher drei Theaterstücke geben, und es wird so früh losgehen wie nie, am 30. Juni.  

    56 Aufführungen stehen dann bis zum 14. August im Programm, bei großer Nachfrage können noch Zusatzvorstellungen eingeschoben werden, berichtete Geschäftsführerin Julia Kiefer. Dazu kommen noch Gastspiele. Die Stücke stellte Intendant Peter Cahn vor: das Familienstück "Emil und die Detektive" von Erich Kästner, die Revue "Die Mauer muss weg" mit Musik der 1980er Jahre, die Musikkomödie "Beatles an Bord" und die als Film bekannt gewordene Komödie "Willkommen bei den Hartmanns". Und noch eine fünfte Premiere wird es geben: Der Gräfendorfer Marco Weber vom Stammensemble der Festspiele debütiert als Kabarettist - "Warum ned?" ist sein abendliches Solo überschrieben.

    Beim Pressetermin der Scherenburgfestspiele am Dienstag  (von links) Büroleiterin Bianca Ditterich, Vorsitzender Hans Michelbach, Geschäftsführerin Julia Kiefer und Intendant Peter Cahn. Foto: Michael Fillies

    "Das ist das, was uns stark macht"

    Die Marke von 25 000 Besuchern, die 2019 laut Michelbach eine "solide finanzielle Lage" zur Folge hatte, soll nach Möglichkeit überschritten werden. Immerhin strebt der Festspielverein im kommenden Jahr den Spatenstich und auch die Fertigstellung der Festspielstätte hinter der Burg an. Finanzielle Turbulenzen, wie sie andere Freilichttheater kennen, sind laut Hans Michelbach in Gemünden nicht zu befürchten "wegen des ehrenamtlichen Engagements der Schauspieler und Helfer: Das ist das, was uns stark macht."

    Für das Bauvorhaben sei eine "sehr gute staatliche Förderung" erreicht, sagte der Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des Festspielvereins. Zusagen der Europäischen Union, der Kulturstiftung Bayern und der Kommunen lägen vor; am 14. November werde der Haushaltsausschuss des Bundestags über einen entscheidenden Zuschuss beschließen - "dann könnten wir finanziell gut aufgestellt das Wagnis unternehmen". Michelbach betonte einmal mehr, dass die feste Spielstätte mit Tribüne, Personalräumen und Sanitäranlagen "dringend notwendig" für den Fortbestand der Festspiele ist. Auflagen zum Brandschutz, zur Sicherheit und zur Barrierefreiheit müssten erfüllt werden. Als Gewinn für die Stadt nannte er, die Scherenburg könne nach der Aufwertung ganzjährig touristisch und gastronomisch genutzt werden.

    Eine Mutmach-Geschichte für Groß und Klein

    Die 30. Spielzeit 2020 wird die fünfte sein, die Peter Cahn als künstlerischer Leiter verantwortet. Er warb für die Stücke: "Emil und die Detektive" - ein Junge, der mithilfe von Freunden Gauner überführt - sei eine Mutmach-Geschichte für kleine und große Kinder. Die Scherenburgfestspiele können hier ihren besonderen Vorteil, 15 Kinder im Ensemble zu haben, zur Geltung bringen. Das Stück wird Julia Kiefers dritte Inszenierung in Gemünden sein. 

    Lieder von Rod Stewart, Herbert Grönemeyer, Nena, der Neuen Deutschen Welle und schließlich auch David Hasselhoff sind in "Die Mauer muss weg" zu hören, wobei es inhaltlich um die Mauer zwischen zwei Doppelhaushälften geht. "Da wird etwas geboten für Aug' und Ohr", so Peter Cahn. "Willkommen bei den Hartmanns" thematisiert spöttisch die deutsche Diskussion um Flüchtlinge. Stattdessen hätte man auch ein Problemstück über die Situation im Mittelmeer inszenieren können - "das wäre wichtig, aber da würde niemand kommen", erklärte Cahn. Er halte es mit Dario Fo: "Man muss den Menschen zum Lachen bringen, und dann, wenn er lacht, den Nagel der Vernunft einschlagen."

    Ein betrunkener Pilot und eine Leiche

    Die Musik der Beatles, interpretiert als Jazz, Reggae, Funk, Calypso und anderes mehr, wird einen musikalischen Nonsense-Flug retten. Drei Stewardessen haben es auf dem Flug "Beatles an Bord" von Stuttgart nach Paris mit einem betrunkenen Piloten, einer Leiche und anderen Absurditäten zu tun. Von den Gesangsrollen der Babette, Jeanette und Raclette sind zwei schon mit Isabell Lang und Judith Djacic besetzt, die heuer beim Big-Band-Konzert der Sing- und Musikschule ein Beatles-Medley sangen. Die Zusage für die dritte Rolle steht noch aus.  

    Das Festspielbüro in der Scherenbergstraße ist ab Beginn des Kartenvorverkaufs am 15. November durchgängig bis Weihnachten geöffnet. Büroleiterin Bianca Ditterich und ihr Team werden aber auch schon am Novembermarkt (Sonntag, 10. November) in Gemünden zur Verfügung stehen für Gutscheine und Arrangements.

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