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    Gemünden

    Schöne und schlimme Ereignisse jähren sich 2020 in Gemünden

    Altgemünden in einer Ansichtskarte von 1918: Sie zeigt unter anderem den "Koppen", das Spital (links), den Eulenturm, die Pfarrkirche und den Scherenburgturm. Foto: Verlag M. Baumann Gemünden

    Auf "das Jahr der Siebener" freut sich Gemündens Kulturamtsleiterin und Tourismuschefin Jasna Blaic. 2020 stehen an Jubiläen an: 777 Jahre erste urkundliche Erwähnung Gemündens, 70 Jahre Kirchweih- und Heimatfest, aber auch 75 Jahre Kriegszerstörung der Stadt. Bleibt die Gestaltung der Feierlichkeiten ihr überlassen, bringt sich der Stadtrat ein oder wird gar ein Arbeitskreis gebildet? Diese Fragen kamen in der Kulturausschusssitzung des Stadtrats am Montagabend auf und blieben unbeantwortet.

    Großer Festzug am 5. Juli

    Jasna Blaic war im Sachstandsbericht ihres Aufgabengebiets lediglich auf das Heimatfest-Jubiläum kurz eingegangen – aus dem Anlass sollte es wieder einmal einen Historischen Festzug (Sonntag, 5. Juli) geben, Vereine und Organisationen sind gebeten, mit geschmückten Wagen oder Fußgruppen teilzunehmen. Originell wäre es, wenn alle Bürger mit einem Siebener Im  Geburtstag vom sieben Monate alten Kind bis zum 97-Jährigen als eigene Gruppe dabei wären. Das Fest selbst beginnt am Donnerstag, 2. Juli.

    Um mehr Vorinformation bat Stadtrat Ferdinand Heilgenthal (SPD). Zum einen warnte er vor "überladenen" Veranstaltungen, zum anderen solle man sich über die "schon sehr einschneidenden Jubiläen" eingehend Gedanken machen. Den 75. Jahrestag der Kriegszerstörung - Gemünden gilt als die am stärksten zerstörte Kleinstadt Bayerns - mit einem Gedenkgottesdienst und Ansprachen zu begehen, "ist mir zu wenig". Hier könne er sich großformatige Fotos mit Ansichten Altgemündens in den Schaufenstern und Zeitzeugen-Gespräche vorstellen. Die Modelleisenbahner in der Huttenschloss-Remise rekonstruieren gerade die Stadt vor 1945. Konrad Götz (Freie Wähler/Freie Bürger) schlug Vorführungen des US-amerikanischen Films von der Einnahme Gemündens vor. Matthias Risser (CSU) brachte gar Projektionen auf hauswandhohe Leinwände und eine Darstellung des zerstörten Renaissance-Rathauses mittels Gerüst ins Gespräch.

    Historischer Fischmarkt

    Das Stadtjubiläum könnte man beispielsweise mit einem historischen Fischmarkt-Tag in der Altstadt und eventuell in Verbindung mit einer Anglermesse in der Scherenberghalle feiern, meinte Heilgenthal weiter. Dem Einwand, der Angelverein sei eventuell damit überfordert, begegnete der Stadtrat mit der Feststellung, es gebe die 457 Jahre alte Fischerzunft und drei Angelvereine im Stadtgebiet, und der Langenprozeltener Verein, dem er angehört, sei durchaus interessiert.   

    Bürgermeister Jürgen Lippert stellte dazu fest: "Ideen sind gut schön, aber bitte mit Maß und Ziel. Da sind wir schnell in einer Kategorie, die nicht zu leisten ist." Dritte Bürgermeisterin Irmgard Pröschl (SPD) äußerte sich ähnlich: "In Gemünden läuft so viel, aber wer die Arbeit macht – das sind immer die Gleichen. Wir müssen aufpassen, die Leute nicht zu verheizen." 

    Vorschau auf 2020

    In der Vorschau auf 2020 nannte die Kulturamtsleiterin weitere herausragende Ereignisse: 25. und 26. April Künstlermesse "arsgimundi" in der Scherenberghalle mit Schauspiel-Workshop der Scherenburgfestspiele, 30 Jahre Scherenburgfestspiele (1. Juli bis 15. August), 20 Jahre Film-, Photo-, Ton-Museum (17 Mai: Internationaler Museumstag, Huttenschloss) und das Internationale "Gmünder in Europa"-Treffen (16. bis 19. Juli). 

    Neu noch in diesem Jahr: Aus Anlass der Zwangsschließung des Josefshauses vor 79 Jahren soll am Novembermarkt (Sonntag, 10. November) eine stille Lichterprozession zum Johann-Herberich-Gedenkstein stattfinden. Den "größten Adventskranz Deutschlands" werden ab 29. November nach und nach wieder Gemündens leuchtende Türme bilden mit dem erstmals auf drei Tage erweiterten Weihnachtsmarkt (13. bis 15. Dezember) auf dem Marktplatz. Das Motto dazu: Schlemmerweihnacht. 

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