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    Lohr

    Schule als Spiegelbild der Weltanschauungen

    Im Lohrer Schulmuseum wird anschaulich dargestellt, dass die Schule ein Spiegelbild der jeweiligen Gesellschaftsordnung und Staatsform ist. Foto: Wolfgang Dehm

    Ein Rundgang durch das Schulmuseum gleiche einer Zeitreise im Kleinen, sagte Lohrs dritte Bürgermeisterin Ruth Steger bei der 30-Jahrfeier der Einrichtung am Samstagnachmittag, an der rund 50 Gäste teilnahmen. Im Museum erwarte den Besucher ein stimmiges Ensemble, das viele Facetten ehemaliger schulischer Erziehung zeige.

    Das am 9. Juni 1989 eröffnete städtische Schulmuseum, das sich im ehemaligen Sendelbacher Schulhaus befindet und von Anfang an von Eduard Stenger geleitet wird, sei nicht nur ein Ort des Wissens, sondern auch ein Ort der Begegnungen, so Steger. Das Museum zeige die Schule als Spiegelbild der Weltanschauungen unter verschiedenen politischen Systemen und gehe auch auf "dunkle Kapitel" ein.

    Zu sehen seien neben einem historischen Klassenzimmer aus der Zeit um 1910 und einer typischen Schulhaus-Lehrerwohnung viele wertvolle Ausstellungsstücke, die Museumsleiter Stenger im Lauf der Jahre gesammelt habe. Er setze sich seit Jahrzehnten "mit positiver Energie" für die Pflege und den Fortbestand des Museums ein, sagte die dritte Bürgermeisterin und dankte ihm dafür.

    Das Schulmuseum, sagte Steger, habe einen festen Platz in der Stadt; es sei eine Bereicherung des kulturellen Angebots und auch in der Zukunft aus Lohr nicht mehr wegzudenken.

    "Ich war umgeworfen, als ich hierherkam und dieses Museum sah", sagte Professor Max Liedtke  in Erinnerung an seinen ersten Besuch im Lohrer Schulmuseum vor 30 Jahren. Das Museum sei "sehr schön gemacht", er komme "immer mit großer Freude hierher". Einerseits lebe ein Museum von vielen ausgestellten Dingen, andererseits aber auch von Personen, die sich dafür engagierten. Stenger und seine "Helfergemeinde" hätten sich "in ganz großartiger Weise" für das Museum eingesetzt, so Liedtke.

    Schulmuseumsleiter Eduard Stenger (78), der bereits im Jahr 2011 für seine "vielfältigen Leistungen um das städtische Schulmuseum" mit dem Ehrenring der Stadt Lohr ausgezeichnet worden war, dankte der Stadt dafür, dass sie vor drei Jahrzehnten sein Schulmuseumskonzept übernommen hatte; er sei mit der Stadt "immer bestens ausgekommen".

    Weniger gut gefiel ihm, dass die Zahl der Besucher in Museen allgemein rückläufig sei. Vielleicht, so meinte er, liege es am Zeitgeist.

    Am Samstagnachmittag wurde das 30-jährige Bestehen des Lohrer Schulmuseums gefeiert. Auf unserem Foto ist Museumsleiter Eduard Stenger (vorne Dritter von rechts) im Gespräch mit Gästen zu sehen. Foto: Wolfgang Dehm

    Abschließend stellte er die Frage in den Raum, warum Menschen es nicht schafften, friedlich miteinander umzugehen, und warnte vor totalitären Richtungen. Ziel des Schulmuseums sei es, zu zeigen, wohin totalitäre Systeme führen könnten.

    Das städtische Schulmuseum zeigt mehr als 3000 Ausstellungsstücke aus 200 Jahren Schulgeschichte und macht deutlich, dass die Schule ein Spiegelbild der jeweiligen Gesellschaftsordnung und Staatsform ist. Schwerpunkte des Museums sind das Kaiserreich (1871 bis 1918) und das Dritte Reich (1933 bis 1945).

    Blick in eine der Vitrinen des Schulmuseums. Foto: Wolfgang Dehm

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