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    Schule an Eltern: Seid nachhaltig mit eurem Material

    Plastik oder Papier? Wer verpackt wie seine Hefte? Gerade Erstklässler müssen viel neues Schulmaterial anschaffen. Wie umweltfreundlich darf es sein?  Foto: Holger Hollemann

    Michael Meisenzahl, Rektor an der Sinngrund-Grundschule Burgsinn, ist die Aktion aus Karlstadt bekannt, da er selbst ein Kind an einer Karlstadter Schule hat. Eine ähnliche Aktion oder eine allgemeine Ansage gibt es im Raum Gemünden und an seiner Grundschule aber nicht. "Grundsätzlich entscheiden das die einzelnen Lehrkräfte", sagt er. Wichtig, vor allem in der Grundschule, sei, dass die Hefte erkennbar sind.

    Die Frage, ob dafür immer ein Umschlag nötig sei und wenn ja, aus Plastik oder aus Papier, sollte man sich aber schon stellen, so Meisenzahl. Mittlerweile gebe es bereits auch Schulhefte mit ausmalbarer Titelseite. Generell plädiert er dafür, die Dinge möglichst pfleglich zu behandeln, so dass sie lange genutzt werden können. Wenn also noch ein alter Plastik-Umschlag vorhanden sei, könne und solle der selbstverständlich verwendet werden. Er selbst geht da mit gutem Beispiel voran: "Ich habe noch einen Umschlag aus meiner eigenen Schulzeit in den 70er Jahren", erzählt er. Selbstverständlich aus Plastik – damals alternativlos. 

    St. Kilian-Schule: Belohnungs-Stempel für nachhaltiges Verhalten

    Sibylle Herrmann, Schulleiterin an der St. Kilian-Schule Marktheidenfeld-Lohr, sieht das Thema als gute Anregung. Allerdings findet sie, sei es am besten bei der Schülermitverantwortung aufgehoben, die sich regelmäßig auch mit Vertretern der anderen Schulen und auch einem Vertreter der Stadt trifft. "Wir diskutieren auch viel im Kollegium, was wird noch in Papierform gebraucht und was nicht", erläutert sie. Zudem versucht man jüngere Schüler über eine Stempelaktion zu motivieren. Wer etwas zum umweltfreundlichen Verhalten beiträgt, bekommt einen Stempel. Insgesamt seien in dieser Hinsicht derzeit viele Dinge im Entstehen.   

    Ingo Schneider, Schulleiter am Friedrich-List-Gymnasium Gemünden, findet den Karlstadter Ansatz ebenfalls interessant. Er verweist aber darauf, dass so etwas gut geplant sein müsse. Am Gemündener Gymnasium ist man bereits auf anderen Ebenen aktiv geworden. So läuft zum Beispiel die Elternkommunikation überwiegend elektronisch, sprich wer möchte, bekommt Mails anstatt Briefe. "Bei den neuen Fünftklässlern sind da nahezu alle Eltern mit dabei", so Schneider. Und auch bei den Schülerausweisen ist man bereits vor zwei Jahren von Plastikkarten auf festes Papier umgestiegen. Zudem ist die Schule seit 2018 Modellschule für Nachhaltigkeit. 

    Nebeneffekt: Durch zunehmende Digitalisierung an den Schulen reduziert sich der Papierverbrauch

    An der Mittelschule Marktheidenfeld sind die Eltern ebenfalls in einem Elternbrief darauf hingewiesen worden, beim Einkauf auf Nachhaltigkeit zu achten. Die Idee, das Thema zur gemeinsamen Sache aller Schulen in Marktheidenfeld zu machen, sieht Schulleiterin Annette Hettiger ähnlich wie ihre Kollegin Sibylle Herrmann vom Förderzentrum, als eine Aufgabe der Schülermitverantwortung. An der Mittelschule selbst gibt es seit diesem Schuljahr eine Umwelt-AG. Außerdem möchte die Schule laut Hettiger "Umweltschule in Europa" werden, eine Auszeichnung, um die sich bayerische Schulen mit Projekten rund um das Thema Umweltschutz und Nachhaltigkeit  bewerben können.

    Am Balthasar-Neumann-Gymnasium in Marktheidenfeld setzt man in Sachen Nachhaltigkeit und Umweltschutz mehr auf die Schüleraktivitäten. "Ich finde, es ist das Beste, wenn sich die Schüler untereinander organisieren", sagt Schulleiter Hartmut Beck. So bietet zum Beispiel die Fairtrade AG des Gymnasiums an, umweltfreundliches Schulmaterial über sie zu bestellen. "Die AG hat sich in den letzten Jahren auch darum gekümmert, dass Kopierpapier auf Umweltpapier umzustellen", so Beck. Aber auch durch die zunehmende Digitalisierung an den Schulen reduziert sich der Papierverbrauch. Dadurch konnte man am Balthasar Neumann Gymnasium bereits das Papiergeld senken. 

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