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    Partenstein

    Schulhausdach nutzen für Solarenergie

    Ob auf der Partensteiner Schule und Turnhalle eine Photovoltaikanlage installiert werden soll, hat der Gemeinderat diskutiert. Dem Gremium gefällt die Idee.
    Ob auf der Partensteiner Schule und Turnhalle eine Photovoltaikanlage installiert werden soll, hat der Gemeinderat diskutiert. Dem Gremium gefällt die Idee. Foto: Horst Born

    Klimaschutz ist in aller Munde. Auch der Gemeinderat Partenstein und Bürgermeister Stephan Amend machen sich Gedanken, wie sie ihren Beitrag dazu leisten können. Eine Möglichkeit: öffentliche Gebäude mit Solaranlagen bestücken. Martin Augustin und seine Kollegin Sina Hesse von "Solar for Kids" informierten im Gemeinderat über das Projekt.

    Standortpotenzial ist in Partenstein, besonders auf den Dächern der "Naturpark-Spessartschule" und der dazugehörigen Sporthalle vorhanden. Die Firma aus München hat sich auf die Ermittlung des Solarpotenzials auf Bildungseinrichtungen spezialisiert. Dazu biete sie ein Pädagogik-Programm für Kinder an, erklärte Augustin.

    Auch bringt sie Kostenträger, Installateure, Partner, Schulen sowie Schüler zusammen und ruft Solarprojekte ins Leben, kosten- und risikofrei. In der Region war sie bisher noch nicht tätig, Projekte liefen unter anderem in Schweinfurt und bei Frankfurt.

    Spielerischer Zugang

    Neben der Planung und Errichtung der Photovoltaikanlagen kommt der pädagogische Aspekt dazu. Wie Augustin betonte, besteht ein wesentlicher Teil von "Solar for Kids" darin, die Schüler soweit wie möglich in das Solarprojekt einzubeziehen und es begreifbar zu machen. Den Kindern soll ein spielerischer Zugang zum Thema Solarenergie ermöglicht werden. Materialien werden zur Verfügung gestellt. Für Schulen, deren PV-Anlagen von der Firma betreut werden, ist das Pädagogikangebot inklusive.

    Solaranlagen auf Schuldächern bieten zwei Vorteile: Schulen verbrauchen tagsüber Strom und sie haben große Dächer. Konkret lasse sich auf der Partensteiner Schule mit vier Klassen und rund 200 Schülern plus Aula eine Photovoltaik-Anlage installieren, die 18 Kilowattpeak (kWp) erzeuge. Auf dem Turnhallenflachdach wären es 25 kWp. Mit den insgesamt 43 kWp könnte die Hälfte des Stromverbrauchs der Schule CO2-freundlich abgedeckt werden. Auf Nachfrage von Gemeinderat Marco Breitenbach (SPD) erklärte Kämmerer Jürgen Schneider, dass in der Schule und der Turnhalle zusammen gut 25 000 Kilowattstunden verbraucht werden.

    Module aus Fernost

    Die Anlage auf beiden Dächern wird mit Kosten von rund 50000 Euro beziffert. Wie lange es dauert, bis sich die Investition amortisiert hat, wollte Dirk Mehrlich (SPD) wissen. "In zehn bis zwölf Jahren", antwortete Augustin.

    Die Module kommen aus Fernost, informierte der Experte auf Nachfrage von Udo Kunkel (SPD). In der angeregten Diskussion brachte Alexander Schawerna (CSU) die Möglichkeit eines Stromspeichers ins Spiel. Insgesamt bewertet Augustin eine Batterie als langlebig und die PV-Anlage als wartungsfrei.

    Gemeinde als Investor

    Gemeinderat und Bürgermeister zeigten sich sehr offen für die PV-Anlage. Stephan Amend würde sie gern aus der Gemeindekasse bezahlen und in Eigenregie betreiben. Wie Siegmar Eyrich (Freie Wähler) ergänzte, könnte "Solar for Kids" die Planungsleistung und die öffentliche Ausschreibung übernehmen. Das zusätzliche pädagogische Programm würde gut zur Naturpark-Spessartschule passen.

    Insgesamt gelte es, die Schulleitung einzubeziehen, betonte der Rathauschef. Marco Breitenbach (SPD) möchte sogar noch einen Schritt weitergehen und prüfen lassen, ob sich zum Beispiel die Dächer des sanierungsbedürftigen Rathauses und des Feuerwehrhauses für die Installation einer Photovoltaikanlage eignen.

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