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    Gemünden

    Schulordnung von Gemünden und Burgsinn als Vorbild

    Eine Schülergruppe aus den Mittelschulen Burgsinn und Gemünden verbrachte eine Woche an der Partnerschule im tschechischen Litomyšl. Foto: Winfried Söllner

    Eine Schülergruppe aus den Mittelschulen Burgsinn und Gemünden verbrachte eine Woche an der Partnerschule im tschechischen Litomyšl.

    Im Oktober 2009 fuhren zum ersten Mal Schüler aus der Sinngrundmittelschule Burgsinn zu ihrer Partnerschule nach Litomyšl (Tschechien), um dort eine Woche zu verbringen, heißt es in einer Pressemitteilung. Fast genau zehn Jahre später begann die sechste Runde des Schüleraustauschs. 16 Schüler aus den Mittelschulen Burgsinn und Gemünden machten sich auf den langen Weg nach Ostböhmen in die Geburtsstadt des Komponisten Bedrich Smetana.

    Alle Teilnehmer wurden von ihren Austauschpartnern und deren Familien erwartet, bei denen sie die Woche über wohnten. Schon am ersten Tag begann sich die nervöse Spannung bei den deutschen Gästen zu lösen, als schnell deutlich wurde, dass tschechische Jugendliche sich gar nicht so sehr von deutschen unterscheiden. Interessen, Musikgeschmack und Humor erwiesen sich in beiden Gruppen schnell als sehr ähnlich.

    Zwei „Sprachanimateure“ von der deutsch-tschechischen Jugendorganisation „Tandem“ luden die Schüler ein zu Kennenlernspielen und zu ersten Versuchen mit der jeweils anderen Sprache. Dabei erlebten die Schüler, dass es manchmal nur weniger oder auch gar keiner Worte bedarf, um zu kommunizieren.

    Das Programm, das sich die tschechischen Lehrer ausgedacht hatten, war abwechslungsreich, unterhaltsam und vor allem wettersicher. Der Dauerregen und die Kälte machte deshalb niemandem etwas aus.

    Einen ganzen Tag verbrachte man in Liberec. Dort besuchten die Schüler den IQ-Park, ein modernes Wissensmuseum, das Interessantes über zahlreiche Themen von Astronomie über Erdgeschichte, Physik, Medizin, Klimawandel bis zur menschlichen Sexualität bot. Über interaktive Stationen und kleine Experimente konnte man Wissen erleben. Der Besuch in einem Erlebnisbad direkt daneben bot dann die nötige Entspannung.

    Auch eine Teilnahme der deutschen Schüler am Unterricht an der Základní Škola Litomyšl war vorgesehen. In den Fächern Englisch und Mathematik konnten sie auch ohne tschechische Sprachkenntnisse mitarbeiten. Erstaunt hörten sie, dass die Direktorin einige Regeln der Schulordnungen von Burgsinn und Gemünden übernommen hat: Schüler dürfen im Unterricht keine süßen Getränke mehr zu sich nehmen, die Benutzung von Handys ist den Schülern im Schulbereich nun verboten.

    Auch mit der tschichischen Sprachen beschäftigten sich die Schüler bei dem Schüleraustausch. Foto: Winfried Söllner

    Schloss mit Renaissance-Fassade

    Im Museum der Stadt wartete auf die Besucher kreative Arbeit. Inspiriert durch die Renaissance-Fassade des Litomyšler Schlosses, sollte jeder Schüler einen Stein mit einem eingekratzen eigenen Motiv herstellen. Dazu wurde erklärt, wie die Sgraffito-Technik funktioniert, die auch am Schloss angewandt worden war. Nach diesem Kurs durfte jeder Schüler seinen Stein als Geschenk für zu Hause mitnehmen.

    Tagungsort für Staatspräsidenten

    Als tags darauf die Führung durch das Schloss anstand, betrachteten die Schüler die kunstvolle Fassade mit ganz anderen Augen. Die Baumeister hatten sich 8000 verschiedene Motive einfallen lassen, kaum eines gleicht dem anderen. Wie bedeutend das Schloss in Litomyšl auch heute noch ist, wurde allen klar, als sie erfuhren, dass es schon mehrmals als Tagungsort für Staatspräsidenten europäischer Länder gedient hatte. Auch der Präsident der Bundesrepublik Deutschland hatte sich hier schon mit seinem tschechischen Kollegen getroffen. 

    Am letzten Abend wurde die Schulkantine zur Disco umgebaut. Ein ehemaliger Schüler, der vor zehn Jahren am Austausch teilgenommen hatte, übernahm die Rolle des DJ und sorgte für Stimmung. Die Gastfreundschaft der tschechischen Schüler und Eltern und die harmonische Stimmung während der ganzen Woche ließen beim Abschied dann doch etwas Wehmut aufkommen. Trost spendete die Aussicht auf ein Wiedersehen im kommenden Mai. Dann wird der Gegenbesuch erwartet.

    Die niedrigen Kosten für die Teilnahme an dem Austauschprojekt wurden durch die Unterstützung des deutsch-tschechischen Zukunftsfonds möglich.

    Bearbeitet von Peter Kallenbach

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