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    GEMÜNDEN

    Schwierige Entscheidung: Welcher Beruf ist der beste?

    Wie hält man die Säge richtig? Dies und mehr erfahren Jugendliche auf den Berufsinformationstagen in Gemünden. Foto: (2) Klaus Gimmler

    Was soll ich einmal werden? Die richtige Berufswahl gehört zu den wichtigsten Entscheidungen im Leben. Doch was sind meine Neigungen, was entspricht meinen Fähigkeiten? Die Schüler und Jugendlichen können sich auf den Berufsinformationstagen (BIT) in Gemünden über die vielen Möglichkeiten informieren, die sie haben. Am Freitag nutzen zirka 1500 Schüler dieses Angebot.

    Die Scherenberghalle platzte aus allen Nähten. Über 60 regionale Ausbildungsbetriebe, Schulen und Bildungseinrichtungen hatten ihre Stände aufgebaut. Damit waren mehr als 250 unterschiedliche Berufsbilder in Firmen und Schulen vertreten. Wie im vergangenen Jahr hat daher der Platz in der Scherenberghalle nicht ausgereicht, es wurde nebenan ein weiteres Zelt aufgestellt – „eine Halle vor der Halle“, wie Chef-Organisator Manfred Goldkuhle diese in seiner Begrüßungsrede nannte. Die Zahl der Aussteller werde immer mehr.

    Betriebe werben für sich

    Goldkuhle macht daran eine interessante Entwicklung fest. Die Messe habe früher vor allem den Jugendlichen zur beruflichen Orientierung gedient. Jetzt sei festzustellen, dass die Firmen und Institutionen immer mehr die Messe nutzen, um für ihren Berufszweig zu werben und ihren Bedarf an Auszubildenden zu decken. Der Grund dafür sei der Fachkräftemangel in ganz Bayern.

    Das ist gut für die Jugendlichen. Viele Möglichkeiten stehen ihnen in offen, wenn das Angebot größer als die Nachfrage ist. Die Entscheidung für den richtigen Beruf ist aber deshalb nicht einfacher. Die Stände waren daher gut besucht. Die Aussteller waren gerne bereit, sie beantworteten viele Fragen und gaben erste Einblicke in ihren Beruf und die nötigen Voraussetzungen dazu.

    Zu sehen waren viele Jugendliche, die mit Prospektmaterial nach einem ersten Rundgang zusammenstanden und diskutierten. Die meisten von ihnen hatten schon konkrete Vorstellungen, über welchen Beruf sie sich informieren wollten – so beispielsweise eine Realschülerin, die wissen wollte, wie es für sie nach der Fachoberschule weitergehen könnte.

    Infos für die Bewerbung

    Ein Junge sagte, dass er Koch werden wolle und er habe am Stand des Hotel- und Gaststättenverbands wichtige Informationen für seine Bewerbung bekommen. Zudem wurde er von einem Meister angeleitet, eine Zwiebel möglichst klein zu schneiden. Das habe geklappt, meinte er schmunzelnd.

    Beliebt war auch der Stand der Schreinerinnung vor allem bei den jungen Männern. Die bekamen einen Hammer in die Hand und mussten beweisen, dass sie einen Nagel treffen. Zudem wurde ihnen gezeigt, wie man richtig die Säge hält. Beim Kosmetikstand sah man vor allem junge Mädchen.

    Jeder konnte nach seinen Vorlieben sich Informationen über den gewünschten Beruf holen. Sogar die Bundeswehr war anwesend und informierte über die Möglichkeit, den Dienst an der Waffe mit einem Studium zu verbinden.

    Schon seit 18 Jahren gibt es die Berufsinformationstage. Für die Koordinatoren Manfred Goldkuhle und Eberhard Döll war es die letzte Messe, die sie an vorderster Stelle organisieren. Beide gehen in Pension. „Das Kind ist volljährig geworden“, sagte Goldkuhle und er zeigte sich zuversichtlich, dass die Messe weiterhin stattfinden werde. Erste Gespräche habe es schon gegeben.

    Dank an Goldkuhle und Döll

    Landrat Thomas Schiebel dankte den beiden für ihr „jahrelanges Engagement und ihre hervorragende Arbeit“. Beide bekamen ein Abschiedsgeschenk. Goldkuhle ein Modell eines Schiffs als Anspielung auf eine von ihm geplante Schiffskreuzfahrt. Döll bekam ein Modell eines Saxophon, weil er ein leidenschaftlicher Musiker ist.

    Weitere Grußworte sprachen Direktor Horst Keller von der AOK Bayern als Vertreter der Ausstellerbetriebe, Walter Heußlein, der Präsident der Handwerkskammer für Unterfranken und Gemündens Bürgermeister Jürgen Lippert. Alle betonten die Nützlichkeit der Ausstellung.

    Die Ausstellung ist auch noch am Samstag, 1. April, von 9 bis 13 Uhr geöffnet. Der Tag ist für Schüler mit ihren Eltern gedacht.

    Geschenke zum Abschied: Landrat Thomas Schiebel (Mitte) würdigt die langjährigen Organisatoren Eberhard Döll (links) und Manfred Goldkuhle. Foto: Klaus Gimmler

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