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    Lohr

    Sensible Begegnung zwischen Malerei und Keramik

    Ein Blick auf zwei Gemälde von Hartwig Kolb neben Schalen der Keramikerin Elisabeth Reusch-Heidenfelder im Würzburger? Spitäle. Foto: Wolfgang Weismantel

    Das Publikum konnte sie unmittelbar erleben die »Sensible Begegnung zwischen Malerei und Keramik« bei der gut besuchten Vernissage am Samstag im Spitäle an der Alten Mainbrücke in Würzburg. Unter diesem Titel zeigen die Lohrer Künstler Hartwig Kolb und Elisabeth Reusch-Heidenfelder hier bis zum 28. Juli eine Auswahl ihrer Werke.

    Der Maler und Kunstpädagoge Hartwig Kolb nimmt in einem Bilderzyklus Bezug zu verschiedenen Lebensphasen und seelischen Befindlichkeiten des Menschen. Dabei macht er zum einen den Rhythmus des Lebens zum Thema, der sich ständig ändert. So wechseln selbstbestimmte Momente mit solchen des Gefühls der Entfremdung, Hilflosigkeit und des Scheiterns. Diese Prozesse werden durch die Komposition und die Farbgestaltung gleichermaßen intensiv veranschaulicht. Dabei versucht der Künstler Antworten auf die existenziellen Fragen über »lyrische Abstraktion« von Farbe und Form zu geben. So spiegelt sich in der Farbenfülle vitales Leben ebenso in seinen Bildern wie Trauer und Not in der Rücknahme von Farbe bis ins Schwarz/Weiß.

    Ursprünglich bis archaisch

    Diese Spannung thematisiert er auch in seiner Bilderreihe »Grauwerk«. Dabei steht Grau für den »Schleier, der sich über alles legt«. Hartwig Kolb bereitet hierfür die Leinwand oder den Karton teilweise mit grafischen und kalligraphischen Zeichen, Bewegungsabläufen, teilweise mit experimentell aufgetragenen Farbstrukturen vor und übermalt sie dann. »In allen meinen Bildern ahnt man den Ursprung, den Untergrund, das anfängliche Geschehen«, betont der Künstler.

    Von Elisabeth Reusch-Heidenfelder sind große archaische wirkende Schalen zu sehen, die an Kultgegenstände erinnern. Sie erfordern bei der Herstellung wegen des Materials und der Formgebung besondere Sorgfalt und Geduld, wie die Künstlerin erklärt.

    Die Objekte werden von Hand aufgebaut mit ockerhaltigen Erden, mit Lava- oder Basaltmehl eingefärbtem Steinzeugton. Darauf werden Engoben und Farbpigmente hauchdünn oder in Schichtungen aufgetragen. Die dabei entstehenden Arbeitsspuren und Strukturen bleiben bewusst erhalten. Für den Betrachter zeigen diese Schalen beinahe magische Farblinien und regen zu spontanen Assoziationen an.

    Wenn man unmittelbar dahinter Gemälde von Hartwig Kolb betrachtet, erinnern beide Kunstwerke sofort an den Titel der Ausstellung, die sensible Begegnung zwischen Malerei und Keramik. Außerdem sind von Elisabeth Reusch- Heidenfelder noch Werke aus der Reihe Komposition, Doppelwandobjekte und Porzellanflachvasen zu sehen, die für ihre kreative Vielfalt stehen und ihre handwerkliche Perfektion hervorheben.

    Bearbeitet von Wolfgang Weismantel

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