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    Neustadt am Main

    Sogar das Henkersbeil wurde geschwungen

    Vor 50 Jahren gab es zum Ortsjubiläum in Neustadt einen großen Festzug mit vielen Mitwirkenden und Szenen. Foto: Walter Kunkel

    Als die Gemeinde 1969 das Jubiläum 1200 Jahre Neustadt feierte, gab es einen großen Festzug durch den Ort. Darin wurden Szenen aus der langen Geschichte des Klosters gezeigt.

    Walter Kunkel aus Lohr hat viele Veranstaltungen in der Region im Bild festgehalten. Rund 15000 Dias aus seinem großen Bestand hat er eingescannt. Darunter auch die Fotos vom Neustadter Festzug, den Kunkel, heute 84, vor 50 Jahren ablichtete. Einige der Bilder zeigt die Gemeinde auf ihrer Internetseite zum Jubiläum 1250 Jahre Neustadt.

    Der Festzug 1969 war szenisch aufgebaut. Die Stationen stellten Episoden aus der Vergangenheit des Klosters Neustadt dar. Es wurde ein großer Aufwand mit Kostümen und Motivwagen betrieben, wobei auch Gruppen aus umliegenden Orten mitwirkten, in denen beispielsweise Gutshöfe des Klosters bestanden.

    Die Zugfolge begann mit der Gründung des Klosters 769, jenem Jahr, auf das sich die Jubiläumsfeiern beziehen. Der Würzburger Bischof Megingaud soll damals die Benediktinerabtei in Neustadt gegründet haben.

    Die Jäger im Klosterwald

    Auch der Sachsenmission, an der Mönche aus Neustadt beteiligt gewesen sein sollen, war eine Szene gewidmet. Die verschiedenen Kirchenbauten und die Jäger im großen Klosterwald wurden ebenso dargestellt wie die Schutzvögte.

    Die sollten zwar Schirmherren des Klosters sein, brachten es aber auch in Bedrängnis. Immer wieder genannt wird hier Marquard von Grumbach, der gegen den Willen des Abtes mit dem Bau der Burg Rothenfels begann.

    Dort hatte später das Gericht über die Dörfer im Neustadter Klostergebiet seinen Sitz. Im Festzug wurde sogar eine Hinrichtung mit dem Henkersbeil nachgestellt, wie auf einem Bild zu sehen ist.

    Wallfahrten und Kirchenbrand

    Die Klosterschule, Wallfahrten, die Aufhebung des Klosters 1803 und der Brand der Abteikirche 1857 waren Themen des Festzugs. Modelle von Gebäuden waren für den Umzug gebaut und passende Bekleidung für die Mitwirkenden geschneidert worden. Auch Zugtiere waren dabei. Vier Kapellen sorgten für den musikalischen Rahmen.

    Der Festzug von der Siedlung über die Hauptstraße zum Klosterhof war Höhepunkt des Jubiläumsjahres 1969. »Das brächte man so heute nicht mehr zusammen«, erklärt Bürgermeister Stephan Morgenroth, warum es diesmal keinen Festzug gibt. Stattdessen werden die Veranstaltungen vom 5. bis 7. Juli mit dem Dorffest im Mittelpunkt stehen.

    Gefeiert wird unter dem Motto »Naüscht erleben!« Auf einen Hauch von Mittelalter und Alt-Neustadt werden die Besucher dabei nicht verzichten müssen, denn es werden viele historische Geräte, Fahrzeuge und Handwerke zu bestaunen sein.

    Ein Modell der Abteikirche wurde im Festzug mitgeführt. Foto: Walter Kunkel
    Eine Hinrichtung durch das Henkersbeil wurde dargestellt. Foto: Walter Kunkel

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