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    Marktheidenfeld

    Solidaridätsaktion für Pflegeberufe am Klinikum Main-Spessart

    Um den Infostand von ver.di versammelten sich am Mittwochmittag im Marktheidenfelder Krankenhaus Beschäftigte des Klinikums Main-Spessart. Mit von der Partie waren auch Personalratsvorsitzender Albrecht Christ und seine Stellvertreterin Barbara Otter. Foto: Joachim Spies

    Nicht alle jungen Beschäftigten wissen, dass der Buß- und Bettag mal ein arbeitsfreier Feiertag war. Noch weniger Menschen ist in Erinnerung, warum das (außer in Sachsen) überhaupt so ist: Mitte der 1990er Jahre wurde der evangelische Feiertag abgeschafft, um den Arbeitgeberanteil zur damals neu geschaffenen Pflegeversicherung auszugleichen. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) nutzt diesen Tag seither für bundesweite Aktionen, dieses Jahr auch am Klinikum in Marktheidenfeld.

    Albrecht Christ, der Personalratsvorsitzende des Klinikums und Vorsitzender von ver.di Main-Spessart, machte vor dem Info-Stand im Foyer des Krankenhauses deutlich, dass das Klinikum diese Gewerkschaftsaktion unterstützt. Deshalb hat ver.di auch im warmen Foyer aufbauen können und musste nicht ins ungemütliche Novemberwetter vor die Tür, freut sich die stellvertretende Personalratsvorsitzende Barbara Otter. Ein wesentlicher Punkt in den ver.di-Forderungen betrifft die Beschäftigten des Klinikums eigentlich nicht: Sie werden nach Tarifvertrag bezahlt. Selbstverständlich ist das nicht. Christ: "Acht von zehn in der Pflege Beschäftigten haben das nicht." 

    Landkreis managt rund 400 Pflegekräfte in drei Einrichtungen

    Über 250 der etwa 1100 Beschäftigten des Klinikums sind in den Altenpflegeeinrichtungen in Gemünden und Marktheidenfeld angestellt. Hinzu kommen rund 150 Pflegende in der Heroldstiftung in Karlstadt, die vom Landkreis mit verwaltet wird. Auch diese werden nach Tarif bezahlt. Dass ver.di Main-Spessart trotzdem darauf drängt, dass ein flächendeckender Tarifvertrag Altenpfllege eingeführt wird, hat laut Christ einen naheliegenden Grund: "Natürlich ist  das ein Wettbewerbsnachteil für unsere Einrichtungen gegenüber jenen, die tariflos sind." 

    Auch bei einem zweiten Anliegen unterstützen die Main-Spessarter die bundesweiten Bemühungen von ver.di: beim Drängen auf eine Pflegevollversicherung. Inzwischen ist nach Gewerkschaftsangaben jeder dritte pflegebedürftige Mensch auf vom Staat gezahlte Hilfe zur Pflege angewiesen. Da die Leistungen der Pflegeversicherung gedeckelt sind, müssen die zu Pflegenden und deren Angehörigen somit für jede Tariferhöhung und Personalaufstockung aufkommen. ver.di-Bezirkssekretär Stefan Kimmel: "Deshalb brauchen wir als Sofortmaßnahme die Begrenzung des Eigenanteils, um die Pflegebedürftigen zu entlasten."    

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