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    Marktheidenfeld

    Spannung und Humor bei Autoren-Lesung in der Stadtbibliothek

    In der Pause diskutieren Susanne Wunderlich (Leiterin der Stadtbibliothek), Monika Oetzel (Geschäftsführerin der vhs) und Bestseller-Autor Wolfgang Burger eine Passage aus dem aktuellen Krimi "Wenn Rache nicht genügt". Foto: Ute Brummer

    Der Titel  "Humorvolle Krimilesung" war offensichtlich so spannend, dass trotz Herbstwetters mit Wind und Regen knapp 50 Zuhörer in die Stadtbibliothek in Marktheidenfeld kamen.

    Kann eine Romanfigur zum Freund werden? Bei Krimi-Autor Wolfgang Burger verhält es sich so. Es stecke schließlich auch ein Stück von ihm selbst in dem Protagonisten, schmunzelt Burger im Gespräch. Sein aktuelles Werk "Wenn Rache nicht genügt" ist bereits der 16. Band mit Oberkommissar Alexander Gerlach. Jeder Band behandelt einen abgeschlossenen Fall, ist jedoch eingebettet in das private Umfeld des Ermittlers. Die Entwicklung seiner Zwillingstöchter Sarah und Luise oder das Verhältnis zu Theresa, der Frau seines Chefs, können über die Jahre mit verfolgt werden.

    Von Beginn der Lesung an folgten die Zuhörer mit Spannung den ausgewählten Passagen, gefesselt von den Geschehnissen, lachten an den passenden Stellen.

    Gustav Cordes, vor sechs Jahren wegen Mordes an seinem Halbbruder verurteilt, hat mittlerweile seine Strafe verbüßt. Doch nun beteuert er seine Unschuld. Cordes ist nach einem Überfall  in seiner Wohnung verschwunden, Blutspuren zeugen von einem Kampf. Was ist los in der wohlhabenden Familie Cordes in Heidelberg? Hatten mehrere Mitglieder dieser Familie ein Motiv für den Mord an Oliver vor sechs Jahren? Fragen genug für den Kommissar, um den Fall neu aufzurollen.

    Auch privat läuft es für Gerlach nicht rund. Bei seinen Ermittlungen schrottet er die Familienkutsche, einen megapeinlichen 18 Jahre alten Peugeot-Combi – zumindest in den Augen der 17-jährigen Zwillinge. Die beiden Mädels wollen mit ihren Freunden in den Urlaub. Luise und Michael sind schon länger ein Paar. Sarahs neuer Freund stammt aus Ghana. Als Vater hat man da gewisse Vorurteile…

    Nach der Lesung stellte Gerlach sich den vielen Fragen der Zuhörer. Ausführlich ging er auf seinen Schreiballtag ein. Das tatsächliche Schreiben finde morgens drei bis vier Stunden lang statt. Die Geschichten jedoch entstünden im Unterbewusstsein, Verstand blockiere beim Schreiben. Nach Ansicht Gerlachs liegt im Fehlen der Intuition  auch das Problem der Künstlichen Intelligenz.

    Burger, mehrfach mit seinen Krimis auf der Spiegel-Bestsellerliste geführt und nominiert für den Friedrich-Glauser-Preis als bester deutsche Kriminalroman, verrät natürlich nicht, ob Gustaf Cordes der Mörder ist. Das müssen die begeisterten Zuhörer schon selber herausfinden.

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