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    Oberndorf

    Spessartlust braucht Dirigenten und neue Sänger

    Das Bild zeigt die wiedergewählte Vorstandschaft des Gesangvereins "Spessartlust" von links: Zweiter Vorsitzender Hugo Wamser, Vorsitzender Erwin König, der langjährige ehemalige Dirigent Andreas Holzmeier, Kassier Robert Mussauer, Schriftführerin Ruth Beeger sowie die Vorstandsmitglieder Heidrun Juan und Richard Rüppel Foto: Richard Krebs

    Trotz ungewisser Zukunft blicken die Oberndorfer Sänger mit einem Schuss Galgenhumor in die Zukunft, denn die Jahreshauptversammlung endete mit dem Lied "…wie regt sich die Lust am Singe..." Bis zum 31. Mai will die Vorstandschaft des Gesangvereins "Spessartlust" 1926 ausloten, wie es mit dem Verein gesanglich weitergeht. Die anwesenden 15 der noch 50 Mitglieder des Traditionsvereins diskutierten in der Jahreshauptversammlung im Wanderheim die Perspektiven und Alternativen. Nachdem die Chormitglieder immer älter und weniger werden, starteten Verein und auch der langjährige Chorleiter Andreas Holzmeier im vergangenen Jahr Aufrufe im gemeindlichen Mitteilungsblatt, die jedoch auf wenig Resonanz stießen. Ein möglicher Dirigenten-Nachfolger verzichtete nach einem Probeabend auf die Übernahme des Dirigentenstabes.

    Bis zu dem Termin Ende Mai soll ein neuer Dirigent gefunden oder auch die Möglichkeit einer Chorgemeinschaft mit dem Nachbar- und Patenverein "Frohsinn Esselbach" ausgelotet werden. Einig waren sich die Mitglieder, eine eventuelle Beitragserhöhung bis zu diesem Termin zurückzustellen, denn die künftige Lösung wird voraussichtlich nicht mehr so günstig sein wie bisher.

    Vorsitzender Erwin König begann seinen Rückblick auf das vergangene Jahr mit einem Totengedenken für die verstorbenen Mitglieder Oswald Engelhardt und Edwin Väth. Die Mitgestaltung des Requiems für Engelhardt war der vorläufig letzte Auftritt des Vereins, der bei Edwin Väth mangels Dirigenten und Singproben schon nicht mehr möglich war. Mit Fahnenabordnungen und Nachrufen wurde diesen Mitgliedern gedacht.

    Festbesuche und Vereinsausflüge

    Doch trotz aller Probleme im gesanglichen Bereich konnte Erwin König auf vielfältige Aktivitäten zurückblicken: Die Teilnahme am Seniorennachmittag der Gemeinde, Jahrtag mit Ehrungen, Teilnahme an der Fronleichnamsprozession, Festbesuchen beim Schützenverein Bischbrunn und Gesangverein Erlenbach, einem Vereinsausflug nach Eberstadt und Amorbach bis zum eigenen - vorläufig letzten Liederabend in der Aula und das Mariensingen in Bischbrunn mit einem gemeinsamen Auftritt zusammen mit dem Singkreis Bischbrunn und an der Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag.

    Der Besuch des Liederabends in Bergrothenfels stellte - aus heutiger Sicht - den letzten Auswärtsauftritt des Chores dar. Wegen "mangelnder Singfähigkeit" konnte der Liederabend in Urspringen nicht mit dem Chor, sondern nur mit einer Abordnung besucht werden. Auch am traditionellen Weihnachtskonzert in der Oberndorfer Kirche konnte man erstmals seit Jahrzehnten nicht mehr teilnehmen. Auch das Vereinslokal, die "Bürgerstube" hat zum Jahresende geschlossen. Mit dem Wanderheim hat der Verein ein neues Quartier gefunden.

    Mit Kräften versuchen die Vereinsverantwortlichen sich dem Abwärtstrend entgegenzustemmen. "Wir stehen an einem Scheideweg", so Erwin König. Fast verzweifelt und mit geringem Erfolg ging man auf die Suche nach einem neuen Dirigenten und neuen Mitgliedern. Mit vielen persönlichen Gesprächen, Aufrufen im Mitteilungsblatt oder auch einem Info-Abend versuchte man den Ausweg aus der Misere. Das dazu auch eine Verbesserung der finanziellen Ausstattung, sprich eine Beitragsanpassung notwendig ist, ist allen Beteiligten bewusst.

    Den Kassenbericht gab Kassier Robert Mussauer. Ihm war zu entnehmen, dass die Ausgaben die Einnahmen überstiegen. Nach dem Prüfungsbericht von Richard Rüppel folgte die einstimmige Entlastung.

    Vorsitzender bleibt Erwin König

    Die turnusmäßigen Neuwahlen bestätigte die bisherige Vereinsführung: Vorsitzender bleibt Erwin König, Hugo Wamser sein Stellvertreter. Die Kasse wird von Robert Mussauer verwaltet. Schriftführerin bleibt Ruth Beeger. Als Beisitzer wurden gewählt: Andreas Holzmeier, Heidrun Juan, Richard Rüppel und Werner Schreck. Auch bei den Kassenprüfern gab es mit August Väth und Richard Rüppel keine Veränderung. Die Vereinsfahne wird auch künftig von Robert Mussauer, Werner Schreck und Werner Leimeister getragen.

    Vorsitzender Erwin König erinnerte an den traditionellen Jahrtag. Nach dem Gedenkgottesdienst am Ostermontag fahren die Vereinsmitglieder, ins Wanderheim zum Frühschoppen mit der Spessarttrachtenkapelle Oberndorf.

    Bearbeitet von Richard Krebs

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