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    Eußenheim

    Sport-Treff Amthor hat Erfolg im Internet: Bald öffnet Outlet

    Der neue Outlet-Verkauf von Sport-Treff Amthor im ehemaligen Möbel Rüttger in Eußenheim eröffnet in den nächsten Wochen. Foto: Björn Kohlhepp

    Im ehemaligen Möbelhaus Rüttger in Eußenheim, vor 19 Jahren geschlossen und zwischendurch Restpostenkaufhaus "Lehmi", tut sich wieder was. Was, das erklärt Stefan Amthor, Geschäftsführer der Sport-Treff Amthor GmbH: Das Unternehmen, das seinen Kern in Karlstadt und mittlerweile ein deutschlandweites Netz aus Filialen hat, das bis nach Österreich reicht, mache ein gutes Viertel seines Umsatzes im Internet. Bisher wurde das gesamte Onlinegeschäft über ein Lager und Büroräume in Freilassing abgewickelt, künftig soll das von Eußenheim aus geschehen. Zusätzlich soll dort Schritt für Schritt eine rund 1500 Quadratmeter große Verkaufsfläche für einen Outlet-Handel für Sport und Freizeit entstehen. "Das passt zu unserem Onlinekonzept", sagt der 46-Jährige.

    Zu Gerüchten, dass der vor fast 40 Jahren von seiner Mutter eröffnete Sport-Treff Amthor in Karlstadt – die einzige Filiale, die auch so heißt – schließen würde, sagt Stefan Amthor: "In Karlstadt passiert absolut gar nichts." Wobei schon etwas passieren wird, wie er dann erklärt. Künftig soll sich die Filiale vor allem auf große Größen und Dinge wie Bademode und Walking konzentrieren. "Die Nachfrage nach großen Größen wird immer mehr." Standardgrößen und restliche Dinge finde die Kundschaft dann in Eußenheim. In vier bis sechs Wochen soll der Ladenverkauf dort starten.

    Sport-Treff Amthor in Karlstadt. Foto: Björn Kohlhepp

    Sport-Treff Amthor setzt weiter auf Filialen

    41 Mitarbeiter hängen laut Amthor am Onlinegeschäft samt Büro und Verwaltung. Zum Teil zögen dafür auch Mitarbeiter von Freilassing hierher. Ansonsten sind etwa am Sport-Treff in Karlstadt Aushänge zu finden, dass Personal für Eußenheim gesucht werde – womöglich rühren die Gerüchte einer Schließung daher. Aber den Onlinehandel sieht Amthor nur als ein Standbein. "Wir sind bestrebt, dass wir die Filialen so stabilisieren, dass sie unser Hauptgeschäft bleiben." Die Filialen, zuletzt ist eine im österreichischen Wels dazugekommen, seien überwiegend durch Übernahmen von insolventen Kollegen entstanden. Amthor habe dann das Konzept gegebenenfalls an den jeweiligen Standort angepasst. Manche Filialen habe er auch wieder abgegeben.

    Das Ziel sei, dass Sport-Treff Amthor maximal 35 bis 38 Prozent des Geschäfts übers Internet macht. "Dann  hören wir auf." Wieso diese Selbstbeschränkung? Derzeit laufe alles über den eigenen Onineshop sportpoint-24.de, das Unternehmen arbeite in Sachen Auffindbarkeit mit Google und Vergleichsportalen wie Idealo und Check 24 zusammen. Wachse das Geschäft im Internet weiter, glaubt Amthor, dass man sich irgendwann an die Plattformen Amazon und Ebay hängen müsse. Und dann gingen "horrent hohe Gebühren" an die Plattformbetreiber, zudem hätte man auf den Plattformen große Konkurrenz. Ein weiteres Argument gegen Plattformen: Von den 165 Lieferanten von Sport-Treff Amthor wollen etwa 60 nicht, dass ihre Waren auf Amazon landen, weil sie fürchten, dass die billigen Preise dort das Markenimage schädigen, so der 46-Jährige.

    Amthor übernahm Sport Spohr und zog dann nach Salzburg

    Das mit dem Online-Geschäft in Freilassing sei so entstanden: Vor 25 Jahren hat der Handelsfachwirt, der in Laudenbach und Thüngen aufgewachsen ist und bei Kaufhof gelernt hat, sich durch die Übernahme von Sport Spohr in Würzburg selbstständig gemacht. Zusätzlich übernahm er das "Globetrotter" für Outdoor und Bergsport gegenüber vom Wöhrl. Vor neun Jahren dann gab er Sport Spohr auf und machte im Gewerbegebiet Eugendorf bei Salzburg mit dem Würzburger Sortiment in einem ehemaligen Lager von XXXLutz eine große Filiale auf.

    Irgendwann sei dann das Online-Geschäft dazugekommen. Amthor: "Wir haben händeringend nach einem Lager gesucht." Fündig wurde er im nahen Freilassing, wo ein ehemaliger Fruchtgummihersteller sein Lager verkaufte. Um die Filiale in Salzburg und das Onlinegeschäft aufzubauen, wohnte Amthor auch ein paar Jahre in Österreich. Jetzt folgt die Verlagerung zurück in die Heimat. Derzeit wird das Gebäude saniert, so sei die Heizung komplett defekt.

    Einzugsgebiet mit 60 000 Haushalten

    Die Ware, die künftig in Eußenheim angeboten wird, soll mit deutlichen Rabatten verkauft werden, sagt Amthor. Die erwarteten Kunden sollen aus einem 60 000 Haushalte großen Einzugsgebiet bis Veitshöchheim, Schweinfurt, Marktheidenfeld und Lohr kommen. Zunächst sei nicht an eine Erweiterung des Kundenkreises auf Schweinfurt und Würzburg selbst gedacht. Steuern will Amthor das über Printwerbung.

    Hieß es 2015 bei der Schließung von "Lehmi" noch: "gegen das Internet verloren", zieht jetzt in dieselben Räume ein Sporthandel ein, der das Laden- mit dem Online-Geschäft verknüpfen möchte. Die Kunden des Outlet-Verkaufs in Eußenheim werde ein neuartiges Konzept erwarten, kündigt Stefan Amthor an. So sollen Kunden, wenn sie Schuhe anprobieren, über Monitore auch auf den Online-Shop Zugriff haben, wo sie sich etwa eine andere Farbe aussuchen können, die eigentlich nur für den Online-Verkauf vorgesehen ist. Dann könne ein Verkäufer aus dem Lager für den Internetshop schnell die gewünschte Farbe holen. So sollen die Kunden auch mit dem Online-Shop bekannt gemacht werden und beim nächsten Kauf im Internet vielleicht dort einkaufen.

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