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    LOHR

    Staatsanwalt Seebach belehrt Flüchtlinge

    Sie unterrichteten Flüchtlinge in Rechtskunde. Foto: Joachim Salzmann

    Grundzüge der Deutschen Rechtsordnung – ein trockenes Thema. Aber ein wichtiges, zumal für Menschen, die noch fremd sind in diesem Land. Zu einem Vortrag über Grund-, Straf und Familienrecht eingeladen hatte die Staatsanwaltschaft Würzburg. Ins Ulmerhaus gekommen sind zehn Flüchtlinge, deren Muttersprache arabisch ist.

    Was Thorsten Seebach von der Staatsanwaltschaft Würzburg über die Rechte und Pflichten aller Bürger der Bundesrepublik ausführte, übersetzte der Würzburger Dolmetscher Omar Hamlili ins Arabische. Flüchtlinge als Gäste in Deutschland seien angehalten, das System zu beachten, führte Seebach laut Pressemitteilung aus. Er nahm Bezug auf die dramatischen Vorkommnisse dieser Wochen in Frankreich und in Deutschland und appellierte an die Zuhörer: „Zeigen Sie, dass sich nicht alle Syrer in die Luft sprengen! Lernen Sie Deutsch, bemühen Sie sich um Wohnung und Beruf und beachten Sie das Deutsche Rechtssystem, dann sollte Ihre Integration klappen!“

    Ein wichtiger Aspekt seines Vortrags war laut Pressemitteilung die strikte Trennung von Kirche und Staat. Die Bibel oder der Koran spielten in Deutschland keinerlei Rolle für die Rechtsprechung. In Deutschland richteten ausschließlich die Gerichte und das nach den geltenden deutschen Gesetzen, wird Seebach in der Pressemitteilung zitiert. Die Scharia sei auch für hier lebende Moslems keinerlei Grundlage für die Rechtsprechung.

    Im Hinblick auf die unterschiedlichen kulturellen und teilweise auch moralischen Werte warnte der Staatsanwalt auch davor, Badekleidung oder leichte Sommerkleidung von Frauen hier in Deutschland als eine Einladung zur Anmache, zum Begrapschen oder gar noch Schlimmerem zu betrachten. Auch die absolute Gleichberechtigung von Mann und Frau sei zur Sprache gekommen. Diese gelte auch in der Ehe. Die körperliche Züchtigung von Kindern sei verboten.

    Seinen Abschnitt über Waffenrecht schloss Seebach mit dem Appell, dass es bei uns nicht erlaubt, ja sogar strafbar sei, sein Recht selbst in die Hand zu nehmen. Für die Durchsetzung der Rechte sei der Staat da. „Wenn Sie etwas auf dem Herzen haben, gehen Sie zur Polizei.“

    Die Veranstaltung organisiert hatte Joachim Salzmann vom Helferkreis Asyl. Dessen Vorsitzender Robert Engelhardt, dankte dem Amtsgericht, der Staatsanwaltschaft, der evangelischen Kirchengemeinde und Wolfgang Remelka, dem Chef der Lohrer Polizei.

    Der nächste Termin, der dann in einer der afghanischen Hauptsprachen Dari gedolmetscht wird, wurde verschoben auf Dienstag, 9. August, 14 Uhr im Ulmerhaus.

    Bearbeitet von Roland Pleier

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