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    Lohr

    Stadthalle Lohr: Weiter investieren oder Deckel drauf?

    Der Werkausschuss des Lohrer Stadtrates machte sich in der Stadthalle ein Bild von deren technischer Ausstattung. Stadthallenmanager Thomas Funck (links), der Technische Leiter Stefan Müller, Marco Mast (Meister Veranstaltungstechnik) und Klaus Hofmann (Haustechnik) erläuterten jüngste und geplante Anschaffungen. Foto: Johannes Ungemach

    Die Frage, ob die Lohrer Stadthalle technisch komplett ausgestattet ist oder weitere Investitionen nötig sind, beschäftigte die Lohrer Stadträte immer wieder. In der Vergangenheit hatte das Gremium teils recht hohe Summen locker gemacht, um Ton-, Licht- und Bühnentechnik nachzurüsten.

    Nicht erst im Zuge der Beratungen über den aktuellen Finanzhaushalt der Stadt waren jedoch auch Stimmen laut geworden, wonach die Halle mittlerweile sehr gut ausgestattet sei und weiteren Investitionen daher ein Riegel vorgeschoben werden müsse.

    Am Montag versuchte der Werkausschuss des Stadtrates, sich vor Ort ein Bild davon zu machen, ob die Technik der Halle tatsächlich weiter aufgestockt werden muss. Dabei schilderten Stadthallenmanager Thomas Funck sowie der Technische Leiter Stefan Müller, weswegen bisherige Investitionen getätigt wurden und aus ihrer Sicht weitere notwendig sind.

    Miete oder Kauf?

    Dazu rechneten die beiden vor, was es bei der exemplarisch ausgewählten Veranstaltung »Dreamscapes« gekostet hätte, all die Technik anzumieten, die mittlerweile in der Stadthalle dauerhaft vorhanden ist. Da bei zwei Dreamscapes-Aufführungen die Halle für Aufbau, Proben und Abbau sieben Tage belegt gewesen sei, hätte man auch die Technik für mehrere Tage mieten müssen, so Müller. Bei seiner Berechnung kam er für Bühnen-, Ton- und Lichttechnik auf einen Mietpreis von gut 27000 Euro.

    Diese Zahl alleine wollte Eric Schürr (Bürgerverein) jedoch nicht als Beleg dafür gelten lassen, dass all die bisherigen Investitionen notwendig waren und weitere notwendig sind.

    Mehr Infos gefordert

    Um dies bewerten zu können, müsse man auch wissen, wie oft die angeschaffte Technik überhaupt benötigt werde und was sie gekostet habe oder kosten solle. »Dann erst kann ich sagen, ob man es besser mietet oder kauft«, sagte Schürr und forderte detailliertere Zahlen. Funck und Müller konnten diese Zahlen aus dem Stand nicht liefern, weswegen Bürgermeister Mario Paul sie aufforderte, für den demnächst anstehenden Halbjahresbericht der Stadthalle detailliertere Kalkulationen zusammenzustellen.

    Funck hatte zuvor erklärt, dass das breite Angebot an Veranstaltungen in der Stadthalle nur aufgrund der guten technischen Ausstattung möglich sei. Der Stadtrat habe die Investitionen getätigt, weil er eben diese Vielfalt haben wollte. Die Stadthalle könne sich so von anderen Hallen abheben.

    Alle nachträglichen Investitionen resultierten aus den Erfahrungen, die man im Betrieb der Halle gesammelt habe. Die Halle sei im kulturellen Bereich sehr gut ausgelastet. Zuletzt sei auch die Nachfrage aus der Wirtschaft gestiegen. Die Seminarräume seien mittlerweile an zwei bis drei Tagen pro Woche gebucht. Ziel sei es, die Buchungen aus der Wirtschaft weiter zu steigern, so Funck.

    Groll gegen Fachplaner

    Für einige Empörung unter den Räten sorgte ein anderes Thema: Das einst von den Planern skizzierte Zusammenspiel von Stadthallen- und Freibadheizung funktioniert nicht. Ursprünglich war geplant, dass die Wärmepumpe der Stadthalle auch das Freibadwasser heizt. Doch das klappt nicht, weil die im Freibad installierten Wärmetauscher zu klein sind. Statt die Wärme für das Aufheizen des Freibadwassers aus dem Main zu ziehen, muss nun mit Gas geheizt werden. Um den Missstand zu beheben, müsste die Stadt wohl rund 200000 Euro investieren.

    Bürgermeister Mario Paul ebenso wie etliche Stadträte vermuteten dahinter einen Planungsfehler. Daher will man den Generalplaner und das Fachbüro in den Stadtrat zitieren. »Man schuldet uns ein mängelfreies Werk«, sagte Paul und kündigte an, dass man prüfen werde, ob es sich um einen Fall von Gewährleistungspflicht handle.

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