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    Marktheidenfeld

    Stadtprojekte: Energiezentrale eher nicht, Photovoltaik ja

    Symbolfoto: Photovoltaik  Foto: Deutsche Werte Holding AG

    Eine "klimafreundliche Siedlung" zu entwickeln, das ist einer der Gedanken im Klimaschutzkonzept 2013 der Stadt Marktheidenfeld. Wäre so etwas im Baugebiet Märzfeld in Altfeld möglich? Der Stadtrat hat die ökologische und wirtschaftliche Sinnhaftigkeit jetzt vom Institut für Energietechnik (IfE) aus Amberg prüfen lassen. Pia Meiller stellte die Zahlen am Donnerstagabend in der Sitzung im Rathaus vor. 

    Für die geplanten 42 Einfamilienhäuser hat das IfE einen Wärmebedarf von 300 000 Kilowattstunden (kWh) und einen Strombedarf von 150 000 kWh errechnet. Zur Verteilung der Wärme müssten noch ein Kilometer Leitung gebaut werden. Meillers Bericht war umfassend und detailliert und zeigte auf, dass sich eine zentrale Stromversorgung mit 300 000 Euro Kosten nur dann rechnen würde, wenn jeder zweite Haushalt im Baugebiet ein E-Auto fahren würde. Besser waren die Zahlen bei der Wärmeversorgung über zentrale Pelletsheizung oder einem mit Biomethan arbeitenden Blockheizkraftwerk.

    Die Haken an der Sache

    Doch auch hier hatte die Wirtschaftlichkeit mehrere Haken: Alle Häuser müssten angeschlossen und innerhalb von zwei Jahren erstellt werden, auch dürften keine Einzelfeuerstätten erlaubt werden.  Ansonsten müsste der Betreiber in Vorleistung gehen. Spätestens hier winkten die meisten Stadträte ab. So ein Baugebiet zu belegen brauche fünf bis zehn  Jahre, meinte etwa Martin Harth. Helmut Adam hielt es für wichtig, energiebewusstes Bauen zu fördern, was die Stadt auch tue. Aber es müsse für den Bauherrn finanzierbar bleiben.

    "Ich glaube nicht, dass wir unter den Bedingungen überhaupt einen Betreiber finden", meinte Andrea Hamberger. Der Beschluss dazu fallen soll laut Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder in der nächsten Sitzung. Dies gilt auch für die Solaranlage auf dem Bauwerk Säule II Sozialer Wohnungsbau am Südring in Marktheidenfeld. Hier stehen die Chancen für eine Realisierung gut.

    Die rund 30 000 Euro teure Anlage würde sich nach rund 14 Jahren amortisieren und könnte rund 16 Prozent des jährlichen Strombedarfs decken, erläuterte Meiller. Die Investition ist bereits in den 5,9 Millionen Euro Baukosten berücksichtigt. Am besten rechnet sich das sogenannte Mieterstrom-Modell, bei dem die Mieter durch den günstigen Strompreis profitieren. Allerdings wird ein Dienstleister für Abrechnung und Abwicklung benötigt.  

    Mitteltorstraße: Pflasterarbeiten ab Mitte Oktober

    Mehrere Vergaben tätigte der Stadtrat in seiner Sitzung noch. Voraussichtlich ab 14. Oktober wird die Marktheidenfelder Firma Hofmann in der Mitteltorstraße mit der Erneuerung der Pflasterflächen beginnen. Die Arbeiten sollen laut Bürgermeisterin bis Jahresende abgeschlossen sein. Die 246 792 Euro werden im Zuge des Projekts "Barrierefreie Altstadt" eingesetzt. 

    Vergeben wurden außerdem für das Bürgerhaus in Glasofen die Außenputzarbeiten an die Würzburger Firma Brückl (49 506 Euro), die Kücheneinrichtung an die Bischbrunner Firma Engelhardt (48 509 Euro) und die Sonnenschutzarbeiten an die Lohrer Firma Endrich (5522 Euro). Neu ausgeschrieben werden müssen die Bühnenbauarbeiten. Der Vertrag mit der der Firma 2M aus Ratingen wurde aufgehoben.

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