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    Karlstadt

    Starthouse: Kreisräte wollen mehr als nur fördern

    Das digitale Gründzerentrum "Starthouse" überzeugt den Wirtschaftsausschuss des Kreistages derart, dass die Räte die Kreisverwaltung per einstimmigen Beschluss beauftragten, Verhandlungen über eine Beteiligung des Landkreises zu führen. Eigentlich stand die Vorstellung des Projekts durch Lisa Straub und den Lohrer Bürgermeister Mario Paul nur als informeller Punkt auf der Tagesordnung der Sitzung in Karlstadt.

    Andererseits ging es den Lohrer Bürgermeister durchaus um eine Beteiligung. Stolz sprach er von einer dynamischen und erfolgreichen Entwicklung des Projekts. Seit der Eröffnung am 4. April seien auch Startups aus Karlstadt und Gemünden im Starthouse zu finden. Und es stünde der Region gut zu Gesicht, wenn auch die öffentliche Hand bei der Digitalisierung aktiv wird. Ein Ziel des Projekts ist, dass sich drei Viertel der Existenzgründer am Markt halten können und 80 Prozent davon ihren Hauptsitz im Landkreis Main-Spessart nehmen. Gewinnen wollte der Bürgermeister den Landkreis aber als Unterstützer, der wie die Stadt Lohr in den nächsten 15 Jahren jeweils im Schnitt knapp 26 000 Euro Zuschuss besteuern. Dafür wäre der Kreis im Beirat vertreten. Doch das erschien den Räten letztlich zu wenig.

    Interesse am digitalen Gründerzentrum ist groß

    Die Idee hinter dem Starthouse und seine Finanzierung stellte Lisa Straub ausführlich vor.  Ausgangspunkt sei gewesen, dass von der IHK und auch von Gründerservicenetz Main-Spessart vor allem Gründer in klassischen Geschäftsbereichen wie dem Bäckerhandwerk unterstützt wurden. Digitale Gründer waren es 2018 dagegen nur einer. Das digitale Gründerzentrum stieß auf großes Interesse –  war für die Anfangsphase an sechs "Standardarbeitsplätze" für zwei bis drei Gründerteams gedacht, wurden schon bei der Eröffnung sechs Startups betreut. Inzwischen werden alle zwölf "Standardarbeitsplätze" im Großraumbüro genutzt. Zehn weitere Interessenten haben bereits Kontakt aufgenommen.

    Zum Konzept gehört, dass niemand feste Arbeitsplätze hat, sondern der Raum als "Shared Space" mit Rollcontainern und Spinden genutzt wird. Dazu gibt es Gemeinschaftseinrichtungen wie Besprechungsräume, ein Küche oder auch eine Probierwerkstatt. Einige der Gründerteams wünschen sich zudem abgetrennte Büro. Räumlich ist das in dem ehemaligen Verwaltungsgebäude der Energieversorgung, die Platin-Partner des Projekts ist, möglich.

    Die Räte im Wirtschaftsausschuss zeigten sich begeistert vom Starthouse. Gerhard Kraft (Grüne) zitierte als erster Redner nach der Vorstellung gar ein 20 Jahre altes Gutachten, das nun mit Leben gefüllt werde. Das Konzept biete große Chancen und sei wichtig für die Zukunftsfähigkeit des Landkreises. Er hätte sich zumindest eine Beschlussempfehlung gewünscht. Dazu sagte Landrat Thomas Schiebel, er wolle das Thema in diesem Jahr im Kreistag abschließend behandeln, halte es aber noch nicht für entscheidungsreif.

    "Diese Eröffnung war ein absolutes Muss", fand Rudolf Hock (CSU). Er sprach von einer guten Ergänzung zum Gründerservicenetz und dass sich der Landkreis unbedingt dranhängen sollte. Von einer großen Chance sprach Harald Schneider (SPD). Er fragte, ob das Ziel, bis zum Jahresende 19 Netzwerkpartner zu finden, erreichbar sei - es ist schon erreicht. Ihm erschien ein Sitz im Beirat für den Landkreis zu wenig.

    Wolfgang Weis (Grüne) forderte schließlich, der Landkreis müsse ein Signal setzen und beantragte einen Beschluss über eine Beteiligung. Dieser sieht letztlich entsprechende Verhandlungen vor und wurde einstimmig getroffen.

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