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    Gemünden

    Staubsauger-Betrüger muss für sechs Monate ins Gefängnis

    Das Amtsgericht in Gemünden. Foto: Michael Mahr

    Er hoffte wohl, mit einer Bewährungsstrafe davon zu kommen. Doch auch sein Geständnis half dem 29-jährigen Angeklagten nichts: Strafrichterin Katrin Heiduck schickte den Mann aus Krefeld wegen gemeinschaftlichen Betrugs und Urkundenfälschung für sechs Monate ins Gefängnis. Dagegen kam sein 26-jähriger Kompagnon mit einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe und 60 Stunden gemeinnütziger Arbeit noch glimpflich davon.

    Chronische Geldnot ließ den gebürtigen Hamburger immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Meist waren es Mobilfunkverträge, die er abschloss, um dann die Handys für mehrere hundert Euros zu verkaufen. Dieses Mal war es ein Staubsauger im Wert von 1329 Euro, den er auf den Namen des in Marktheidenfeld wohnenden Bruders seines Komplizen bestellte und über Ebay-Kleinanzeigen zu Barem machen wollte.

    Kartons im Papiercontainer: Die Polizei roch Lunte

    Da die Zustellung an seinen Bruder fehlschlug, fälschte der 26-jährige Komplize die Benachrichtigungskarte und holte die aus mehreren Paketen bestehende Sendung in einer Postfiliale ab. Auf die Schliche des betrügerischen Duos kam die Polizei, als sie die leeren Pakete an einem Papiercontainer in der Nähe des Gymnasiums fand - darauf auch die Adresse des Bruders des Mitangeklagten. In dessen Wohnung fanden die Beamten den Staubsauger nebst Zubehör. Das Gesamtpaket wurde dem Hersteller in Wuppertal wieder zurück geschickt, so dass der Firma in diesem Fall kein finanzieller Schaden entstand.

    Auf die Spur des Drahtziehers in Krefeld kam die Polizei, als sie den 26-jährigen Kompagnon befragten. Denn währenddessen klingelte fortlaufend das Handy des Mannes, berichtete der Polizeibeamte in der Verhandlung. Im Display habe er neben der Telefonnummer den Namen "Pate" erkennen können - wie sich herausstellte der Deckname des 29-Jährigen, mit dem er sich mittlerweile einen Wohnsitz in Krefeld teilt. 

    Zahlreiche Vorstrafen

    "Da brauchen wir etwas länger für", kommentierte die Richterin das Verlesen der Auszüge aus dem Bundeszentralregister. Insgesamt zehnmal hat sich der 29-Jährige bisher darin verewigt. Festgehalten sind dort gefährliche Körperverletzung, Betrug, Erschleichen von Leistungen, Unterschlagung, räuberische Erpressung und Trunkenheit im Straßenverkehr. Mit seinen Straftaten haben sich schon Gerichte in Hamburg, Mannheim, Würzburg und Lampertheim befasst.

    Sein 26-jähriger Komplize, gelernter Altenpfleger, hat bereits sechs Einträge. Er war bereits wegen Diebstahls, Nötigung, Urkundenfälschung, Fahrens ohne Führerschein und eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz vor Gericht gestanden.

    Freiheitsstrafen von elf und sechs Monaten, jeweils ohne Bewährung, beantragte der Vertreter der Staatsanwaltschaft für die beiden Angeklagten. Außer den Geständnissen konnte er keine positiven Punkte zu Gunsten des Duos feststellen.

    Komplize kam glimpflich davon

    Der 26-jährige Mitangeklagte, der ohne anwaltschaftliche Vertretung erschienen war, bat darum, nicht ins Gefängnis zu müssen. Er kam mit der sechsmonatigen Bewährungsstrafe und 60 Stunden gemeinnütziger Arbeit glimpflich davon. Seine Bewährungszeit beträgt drei Jahre, während denen er einen Bewährungshelfer an die Seite gestellt bekommt. Richterin Heiduck ermahnte ihn, seine letzte Chance ernst zu nehmen, "sonst sind sie auf dem besten Wege ins Gefängnis zu wandern".

    Der 29-Jährige jedoch hoffte vergeblich auf eine Bewährungsstrafe von maximal sechs Monaten, für die sein Verteidiger sich ausgesprochen hatte. Er muss nun mindestens sechs Monate "einsitzen". Womit die Sache allerdings noch nicht ganz ausgestanden ist: Seine Strafe könnte noch höher ausfallen, wenn das Landgericht Würzburg in einer Berufungsverhandlung im März über die Buße für weitere Straftaten entscheidet. Dann dürfte zusammen mit dem Gemündener Urteil eine Gesamtstrafe verhängt werden.  Beide Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

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