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    Schaippach

    Stehen Gemündens "staubige Akten" Schaippachs Jugend im Weg?

    Die Baustelle der Deutschen Bahn AG bei Schaippach könnte noch einige Jahre Einschränkungen vor allem für die Radwegbenutzer verursachen, befürchtet Bürgermeister Jürgen Lippert. Foto: Michael Mahr

    Für zwei kaum genutzte Räume im Dorfgemeinschaftshaus Schaippach gibt es plötzlich zweifachen Bedarf. Dies führte in der Bürgerversammlung am Dienstagabend zu einem zeitweise recht hitzigen Disput zwischen einigen Wortführern und Gemündens Bürgermeister Jürgen Lippert. Weitere Themen der Schaippacher waren die Wiederherstellung bzw. der Schutz von Ortsstraßen nach und während der Baumaßnahmen des Straßenbauamts und der Deutschen Bahn AG sowie der Dauerwunsch nach Bauland.

    Dorfjugend hofft auf Unterstützung

    Nach den obligatorischen Berichten des Bürgermeisters Jürgen Lippert und des Vorstands des Kommunalunternehmens Stadtwerke, Hans Schneider, hatte Johanna Franz das Thema Jugendtreff in der mit knapp 50 Besuchern gut besuchten Bürgerversammlung angeschnitten. Im Sommer hatten sie und einige andere Jugendliche mit Bürgermeister Lippert den Wunsch nach einem Raum besprochen. Weil wegen der beginnenden Rathaussanierung (Brandschutz, Strom- und EDV-Verkabelung) in Gemünden für zwei oder drei Jahre das Archiv vom Dachgeschoss des Rathauses ins Dorfgemeinschaftshaus Schaippach ausgelagert werden soll, war das ehemalige Dorfkühlhaus für die Jugend ins Auge gefasst worden. "Wir dachten, der Kühlraum sei gut, aber nach Gesprächen mit dem Vereinsring glauben wir, den (ungeheizten) Raum herzurichten, wird zu teuer", begründete Johanna Franz den Wunsch nach einer anderen Lösung. 

    Bürgermeister Lippert bedauerte, dass die Archivverlagerung mit dem Wunsch der Jugend kollidiert, aber er wich auch im Folgenden nicht davon ab: "Wenn die Stadt Räume braucht, hat das Vorrang." Das gelte in Schaippach so wie in Langenprozelten und Massenbuch für die früheren Feuerwehrgerätehäuser, für die ebenfalls Dorfvereine Bedarf angemeldet hatten. Nur die zwei Räume im Schaippacher Dorfgemeinschaftshaus seien für die Unterbringung des Archivs ausreichend geeignet. Außerdem werde man nicht drei Wochen vor dem Umzug umplanen und damit den Baufortschritt im Rathaus gefährden. Lippert: "Ich kann also keine Alternative anbieten."

    Bürgermeister Lippert gibt nicht nach

    Unter dem Beifall der Versammlung opponierten vor allem Andreas Pasberg und Erhard Wiltschko, ob staubige Akten wichtiger als die Jugend seien; auf die fürs Archiv gedachten Räume könne man in Schaippach ohnehin nicht verzichten. Die Stadtverwaltung solle eine andere Lösung finden oder aber das Kühlhaus mit einem neuen Dach und einer Heizung versehen. Herbert Müller machte Kompromissvorschläge, die Lippert ebenfalls ablehnte: Die Stadt werde nicht "Zehntausende" ausgeben, wenn doch eine gute Lagermöglichkeit vorhanden ist.

    Schließlich beruhigten sich die Gemüter, und man vereinbarte fast versöhnt ein weiteres Gespräch zum Thema Jugendtreff. Pasberg: "Haben Sie Zeit für die Jugend?" - Lippert: "Immer!" Auch eine finanzielle Unterstützung für die Jugendarbeit schloss der Bürgermeister nicht aus. 

    Wer will in Schaippach bauen?

    Erhard Wiltschko erneuerte den Wunsch, in Schaippach für drei, vier Familien Baugrund zu schaffen. Der Bürgermeister beharrte, diese Interessenten sollten den Bedarf bei ihm anmelden; das habe bisher niemand getan, und auf Hörensagen hin werde die Stadtverwaltung keine Planungen anstellen. Des Weiteren bat Wiltschko darum, die mobile Geschwindigkeitsmessanlage öfters in der Ortsdurchfahrt aufzustellen, sie wirke gut auf Raser. Roland Simons bat, die Geschwindigkeitsbeschränkung (Tempo 70) von Rieneck her nicht 200 Meter vor dem Schaippacher Ortsschild enden zu lassen, und Herbert Müller wünscht dort am Ortseingang eine künstliche Fahrbahnverengung wie in Höllrich. 

    Eine Geschwindigkeitsmessanlage bremst Raser innerorts, hat der Schaippacher Erhard Wiltschko festgestellt. Foto: Michael Mahr

    Simons, Peter Franz und andere forderten, dass die Schäden an den Siedlungsstraßen durch die schweren Lastwagen vom Bau der Rienecker Ortsumgehung und der Hohenrother Baustelle behoben werden. Desgleichen werden Schäden an den Ortsstraßen durch die Baufahrzeuge im Auftrag der Deutschen Bahn AG befürchtet - sie fahren dort entgegen dem ausdrücklichen Verbot der Stadt Gemünden.

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