• aktualisiert:

    Lengfurt

    Steinbruch als wichtiges Biotop für Tiere

    Großes Interesse fand die naturkundliche Exkursion durch den Steinbruch der Fa. HeidelbergCement Lengfurt, bei dem man eng mit dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) zusammenarbeitet, für den Hartmut Brönner die Exkursionsleitung übernahm. Foto: R.Roth

    Seit mehreren Jahren  besteht eine sehr aktive und für alle Beteiligten förderliche Kooperation zwischen Industrie und Naturschutz direkt vor unserer Haustür. Um über das gemeinsame Projekt zwischen HeidelbergCement, BirdLife International und dem Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) zu informieren, hatte man zu einer naturkundlichen Exkursion in den Steinbruch Lengfurt eingeladen.

    Dominik Azadi (Leiter Instandhaltung im Zementwerk Lengfurt) sowie Hartmut Brönner (Kreisgruppenvorsitzender Main-Spessart LBV) konnten am vergangenen Freitag fünfzig sehr interessierte Exkursions-Teilnehmer begrüßen. Bei der Begehung, der sich auch Werksdirektor Michael Becker anschloss, wurde eindrucksvoll dargestellt, wie viele verschiedenartige Habitate der Steinbruch bietet und wie vielfältig das Leben in diesen Bereichen ist.

    Fahrspuren dienen der Laichablage

    Sogar alte Fahrspuren mit temporärer Regenwasserfüllung, unter anderem Laichablage etwa für die gefährdete Kreuzkröte, dazu Hänge, Felsnischen oder Gräben sind wichtige Lebensräume. Brönner: "Wir haben hier eine wunderbare, vielschichtige Struktur für eine Vielzahl von Arten, die auch miteinander und voneinander abhängig sind und im Ökosystem kooperieren."

    Einmal mehr ließen sich viele verschiedene Vogelstimmern identifizieren, auch wenn zunehmend "leiser": Man erkennt Mönchsgrasmücke und Gartengrasmücke (schwer unterscheidbar), Amsel, Rotkehlchen oder den Gartenrotschwanz, oder auch mit ein bisschen Glück die Goldammer – Brönner: "Vor zwanzig Jahren war sie ein Allerweltsvogel, jetzt ist sie auch schon in die "Rote Liste" gelangt" – und die größte bei uns wild lebende Taubenart, die Ringeltaube.

    Lebensraum zwar da, aber die Nahrung "bricht weg", denn "auch unsere Insekten haben "in der Masse" eingebüßt", um etwa den gleichen Prozentsatz innerhalb der letzten Jahre. Viele Vogelarten, die eigentlich hauptsächlich Körnerfresser sind, brauchen aber für die Jungvögel in deren allerersten Tagen tierisches Eiweiß, das eben zunehmend schwieriger zu bekommen ist.

    Aufräumwahnsinn in der Flur

    "Es wird immer wichtiger, Landschaften neu zu schaffen oder zu erhalten, wo immer das möglich ist, in denen Leben für die Insekten gefördert wird", hob Brönner hervor. Bei der Zusammenarbeit mit Gemeinden in Main-Spessart gehe man  in puncto Erhaltung dieser Lebensräume aktiv auch neue Wege. Man müsse auch weg von dem "Aufräum-Wahnsinn", dass eine Flur mit Äckern immer "wie saubergemacht" aussehen müsse.

    Besondere Attraktivität hatte einmal mehr der in einer Steilwand nistende Uhu. Dank eines gut eingestellten präzisen Fernrohrs konnten die Exkursionsteilnehmer zwei Jungtiere recht gut beobachten.

    Bearbeitet von Raymond Roth

    Fotos

      Kommentare (0)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!