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    Lohr

    Stellenabbau bei Bosch Rexroth: Betriebsrat will Mitsprache erzwingen

    Die Unternehmensleitung will nur über den Stellenabbau im Vertrieb reden. Die Betriebsräte aller 18 deutschen Standorte aber wollen mehr – und dies notfalls erzwingen.
    Nachts beleuchtet: Das Firmenlogo der Bosch Rexroth AG an Werk 1. 
    Nachts beleuchtet: Das Firmenlogo der Bosch Rexroth AG an Werk 1.  Foto: Roland Pleier

    Die Vorsitzenden der Betriebsräte und der Gesamtbetriebsräte der deutschen Standorte der Bosch Rexroth AG haben sich jetzt darauf verständigt, wie sie im Umgang mit der geplanten Streichung von 230 Stellen umgehen wollen. Wie Klaus Friedrich, Gesamtbetriebsratsvorsitzender von Bosch Rexroth in Lohr auf Anfrage der Redaktion mitteilte, benannten die 18 Gesamtbetriebsräte eine fünfköpfige Kommission, die die Verhandlungen mit dem Konzern führen soll. Als Vorsitzender wurde Stephan Huber, Betriebsratsvorsitzender von Bosch Rexroth im saarländischen Homburg benannt.

    Wie berichtet, will die Firmenleitung offenbar nur über den größten Brocken reden, den Vertrieb. Auf dessen Konto sollen 80 Prozent der geplanten Entlassungen gehen. Der Gesamtbetriebsrat aber will bei allen 230 Stellen ein Wörtchen mitreden und laut Friedrich versuchen, dies auch zu erzwingen. Erste Aufgabe der Kommission sei es nun, einen Verhandlungstermin mit dem Arbeitgeber zu vereinbaren. 

    Fünfköpfige Kommission soll verhandeln

    Bosch Rexroth Lohr wird im Gesamtbetriebsrat Deutschland von Klaus Friedrich und seinem Stellvertreter Michael Reinhardt vertreten. Grundlage für Abstimmungen in diesem Gremium ist laut Friedrich die Beschäftigtenzahl des jeweiligen Betriebs bei der jüngsten Wahl. In die fünfköpfige Kommission selbst entsendet der Gesamtbetriebsrat von Bosch Rexroth Lohr keinen Delegierten.

    Kurzarbeit im Hauptwerk wird ausgeweitet

    Indes steht fest, dass die Kurzarbeit im Lohrer Hauptwerk ab Dezember ausgeweitet wird. Seit Anfang November ist Kurzarbeit für 145 Beschäftigte aus vier Produktionseinheiten angesagt. Im Dezember werden laut Friedrich rund 400 weitere aus sechs weiteren Produktionsbereichen hinzukommen. "Das ist noch nicht dramatisch", kommentierte er diese Zahlen. Kurzarbeit könne man "sehr passgenau" abstimmen. In Werk 1 und 2 arbeiten rund 1500 beziehungsweise 800 Beschäftigte.

    Alles unverändert in der Gießerei

    "Ich denke, es wir so weitergehen wie bisher", erklärte Peter Urlaub, Vorsitzender des Betriebsrats der Rexroth Guss GmbH. Dies würde bedeuten, dass – wie seit Anfang Oktober – für 280 der 520 Gießerei-Beschäftigten Kurzarbeit angesagt ist. Urlaub geht davon aus, dass es dabei tendenziell auch über den Jahreswechsel hinaus bleiben wird.

    Leichte Entspannung bei EDC im Industriegebiet

    Von Kurzarbeit betroffen sind seit Oktober auch Beschäftigte der Bosch-Rexroth-Tochter Electric Drives & Controls (EDC, früher Indramat). Wie die neue Betriebsratsvorsitzende Ina Mützel bestätigte, bauen im EDC-Werk im Industriegebiet Süd derzeit zwischen 300 und 350 der 1500 Beschäftigte ihre Überstunden ab. "Es zeichnet sich aber ab, dass wir nicht alles brauchen", erklärte sie auf Nachfrage der Redaktion. Sie gehe davon aus, dass es aufgrund kurzfristiger Auftragseingänge im Dezember schon weniger Kurzarbeiter sein werden und im Januar womöglich gar keine mehr. Wie es dann im Februar weitergehe, hänge von der Entwicklung ab und werde im Dezember diskutiert.

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