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    Hettstadt

    Sternwanderung der B26n-Gegner mit 600 Teilnehmern

    Eine Sternwanderung veranstaltete der Verein "Bürger und Kommunen gegen die Westumgehung Würzburg/B26n" in Kooperation mit den Mitgliedsgemeinden im Würzburger Westen, mit Bürgermeistern der Gemeinde und Landrat Nuß im Vordergrund. Foto: Katharina Vautrin-Hofmann

    Die Bürgerinitiative (BI)  „Bürger und Kommunen gegen die Westumgehung Würzburg /B26n“ hatte zu Sternwanderung und Infoveranstaltung in das Radlerheim am Rande von  Hettstadt eingeladen, heißt es in einer Pressemitteilung der BI. Etwa 600 Interessierte machten auf den Weg, um gegen den Bau der B26n zu protestieren. Am Weitesten wanderte eine Gruppe aus Helmstadt unter Führung von Bürgermeister Edgar Martin. Weitere Gruppen starteten in Waldbrunn, Eisingen, Uettingen, Mädelhofen, Waldbüttelbrunn, Margetshöchheim, Zell und Leinach.

    Aus Veitshöchheim radelte eine Fahrradgruppe den Berg nach Hettstadt hinauf. Auch die Hettstadter selbst wanderten in einem großen Bogen um ihren Ort, um sich den geplanten Trassenverlauf zu vergegenwärtigen. Angeschlossen hatten sich auch Wanderer aus Steinfeld, Duttenbrunn, Arnstein, Müdesheim , Karlburg und Karlstadt.

    Bei der Abschlussveranstaltung am Radlerheim hatten die Wanderer die Möglichkeit, sich anhand ausliegender Planunterlagen und einer Ausstellung über das Projekt, den Planungsstand und die Arbeit der Bürgerinitiative zu informieren. Kopfschütteln löste dabei vor allem die in den Linienbestimmungsunterlagen dargestellte Anschlusslösung der B26n an die A3 bei Helmstadt aus. Auch Ausschnitte aus Unterlagen des Staatlichen Bauamtes, bei denen in Luftbilder die Trassenführung mit massiven Eingriffen in die Landschaft bei Arnstein, Karlstadt und dem Buchental bei Steinfeld zu sehen ist, machte die Interessierten betroffen.

    Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden der Bürgerinitiative, Günter Krönert, trat die Hettstadter Bürgermeisterin Andrea Rothenbucher an das Rednerpult. Sie bekräftigte ebenso wie der Würzburger Landrat Eberhard Nuß, dass der Landkreis Würzburg “sein Päckchen an überregionalem Durchgangsverkehr bereits durch Autobahnen und stark befahrene Bundesstraßen“ trage und sich mit allen Mitteln gegen die B26n wehren wird.

    Für den Bund Naturschutz stellte der stellvertretende Landesvorsitzende Sebastian Schönauer klar, dass eine Verkehrspolitik, die immer noch auf Straßenneubau setzt, die Herausforderungen der Zeit nicht erkannt hätte. „Klimawandel mit Hitzerekorden und anhaltende Trockenheit erforderten gerade im besonders betroffenen Unterfranken große Sensibilität im Umgang mit den Ressourcen Wasser und Boden. In der heutigen Zeit eine Schneise für eine neue Straße durch die Landschaft zu schlagen, davon sollte jeder verantwortungsbewusste  Politiker Abstand nehmen“.

    Der stellvertretende Vorsitzende der Bürgerinitiative , Armin Beck fasste als Redner der Bürgerinitiative die Stimmung im und um das Radlerheim in Worte:  „Veranstaltungen, wie die heutige mit rund 600 Teilnehmern, aber auch wie der Trassenspaziergang in Steinfeld im Herbst letzten Jahres mit rund 350 Teilnehmern machen deutlich, dass wir B26n-Gegner keine laute Minderheit sind."

    Man müsse sich auch darüber im Klaren sein, dass bereits der erste Bauabschnitt so viel neuen Verkehr in die Region ziehen würde, dass zwangsläufig bis Karlstadt und Lohr weiter gebaut würde. Und wenn das Maintal und die Fränkische Platte unter dem zusätzlichen Schwerlastverkehr ächzen, dann werde der Anschluss an die A3 zwangsläufig folgen. "Deshalb müssen wir uns mit aller Kraft gegen die erste Baumaßnahme bei Arnstein zur Wehr setzen“, sagte Beck. Beck dankte den Mitgliedern im Landkreis Würzburg für die Jahrzehnte lange Unterstützung der Bürgerinitiative und den Mitgliedsgemeinden für die Zusage auch den Widerstand gegen den ersten Bauabschnitt zu unterstützen.

    Gut versorgt wurden die Wanderer mit  Kaffee, Kuchen und Bratwürsten vom Radsportverein Edelweiß Hettstadt.

    Bearbeitet von Michaela Moldenhauer

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