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    Karlstadt

    Supermärkte in MSP ohne Auto schwer erreichbar

    Lebensmittelmärkte sind für viele Menschen im Landkreis Main-Spessart nur mit dem Auto innerhalb von zehn Minuten erreichbar. Foto: Jens Büttner

    Die Nahversorgung mit Lebensmitteln im Landkreis Main-Spessart ist miserabel. So drastisch hat es der Cima-Referent Michael Seidel im Wirtschaftsausschuss des Kreistags nicht ausgedrückt. Aber er verdeutlichte anhand von Landkarten, dass riesige Lücken klaffen, wenn es darum geht, innerhalb von fünf Minuten mit dem Auto einen Lebensmittelmarkt zu erreichen. Die Cima Beratung und Management GmbH war mit der Untersuchung der Nahversorgung im Landkreis Main-Spessart beauftragt worden. 

    Das Gutachten zeigt: Die wesentlichen Gebiete mit ausreichender Versorgung sind von Marktheidenfeld bis Kreuzwertheim, von Lohr bis Frammersbach, von Gemünden bis Burgsinn, um Arnstein herum und von Karlstadt bis Zellingen. Der Rest ist in puncto Nahversorgung Niemandsland. Besser sieht es aus, erlaubt man einen zehnminütigen Anfahrtsweg per Auto. Da halten sich versorgte und unterversorgte Gebiete in etwa die Waage.

    "Aber man sollte ja nicht mit dem Auto zum Einkaufen fahren", bemerkte Seidel. Als er die Landkarte zeigte, auf der innerhalb von fünf Minuten per Fahrrad ein Lebensmittler zu erreichen ist, bestand der Landkreis fast nur noch aus Lücken. Und diese Orte, die es weit haben bis  zum nächsten größeren Lebensmittler, sind auch noch ungünstig mit öffentlichen Verkehrsmitteln angebunden.

    Schlecht an den ÖPNV angebunden

    Konkret nannte er Roden und Urspringen im mittleren Süden, Eußenheim, Gössenheim und Karsbach im mittleren Osten, Aura im Sinngrund und Fellen im Norden, aber auch Bischbrunn, Esselbach, Hasloch, Kreuzwertheim, Retzstadt und Schollbrunn sowie viele Ortsteile von Arnstein, Gemünden, Gräfendorf, Karlstadt, Marktheidenfeld und Triefenstein, bei denen es schwierig ist, mit Öffentlichen zum Einkaufen zu kommen.

    Inzwischen lassen sich Lebensmittel auch übers Internet ordern. Derzeit liegt der Online-Einkauf von Lebensmitteln bundesweit bei nur 3,8 Prozent. Aber die Steigerungsrate ist höher als bei Sortimenten außerhalb von Lebensmitteln.         

    In einer Übersicht hat die Cima Empfehlungen für die Lebensmittler in Main-Spessart zusammengestellt. Extrem viele sollten eine Modernisierung vornehmen, empfiehlt das Gutachten. Aber auch die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel sollte bei vielen verbessert werden.

    Generell sollten die Regionalität, eine attraktive Ladengestaltung und Service-Angebote hervorgehoben werden. Die Gemeinden könnten Läden fördern, indem sie auf die Stellplatz-Ablöse verzichten, Mietzuschüsse geben oder Beratungen anbieten, wenn die Unternehmensnachfolge nicht gesichert ist – "wenn zum Beispiel der Inhaber stolz verkündet, dass sein Sohn in München studiert".

    In den nächsten Wochen werden die einzelnen Gemeinden im Landkreis die Ergebnisse der Untersuchung mit konkreten Empfehlungen für ihren Ort überreicht bekommen.  

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