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    Arnstein

    Täglich mit Rucksack und Stöcken unterwegs

    Ihren 90. Geburtstag feierte Anni Pöpl mit Freunden im Arnsteiner Sporheim. Bürgermeister Franz-Josef Sauer freute sich über die Vitalität der Jubilarin. Foto: Eichinger-Fuchs

    „Eigentlich bräuchte ich sie gar nicht, aber ich bin es jetzt so gewohnt“ – am 20. Juni feierte die Arnsteinerin Anni Pöpl top fit und in bester Stimmung ihren 90. Geburtstag. Als Bürgermeister Franz-Josef Sauer der Jubilarin gratulierte, konnte er kaum glauben, dass Anni Pöpl an diesem Tag bereits das 90. Lebensjahr begonnen hat.

    Anni Pöpl führte ihr Leben mit Disziplin, Fleiß und Lebensfreude. Ihr Humor und ihre Fröhlichkeit haben die Jubilarin zu einem stets nach vorne schauenden Menschen gemacht. Dabei war ihr Leben nicht immer nur schön. Kriegsbedingt musste Anni Fuchs (so ihr Mädchenname) zusammen mit den Eltern und Geschwistern ihre Heimatstadt, den Kurort Bad Königswart im Sudentenland verlassen. Mit dem Güterwaggon ging es über Eger nach Gemünden und von dort weiter nach Arnstein, wo sie in den „Sichersdorfer Baracken“ für sechs Jahre ein neues zuhause fanden. Durch günstiges Baudarlehen konnte die Familie zusammen mit einem befreundeten Ehepaar ein Doppelhaus in der Schraudenbacher Straße bauen.

    Beim tanzen kennengelernt

    Anni Pöpl hatte bereits in ihrer Heimat eine Schneiderlehre begonnen. So fand sie Arbeit in der Kleiderfabrik Bachmann, die im großen Saal des Gasthofes Knauth in Heugrumbach untergebracht war. Es sollte nicht lange dauern, und die Jubilarin lernte beim Tanz ihren Ehemann Gerhard Pöpl kennen. Das Paar heiratete 1961 und bis zur Geburt ihres Sohnes Matthias arbeitete die junge Ehefrau als Kindermädchen.

    Als Gerhard Pöpl eine neue Anstellung bei der Firma Lömpel Bautenschutz antrat, bezog das Paar die dazugehörige Betriebswohnung. Anni Pöpl kümmerte sich fortan um die betriebseigene Kantine und Sauna und sorgte mit viel Umsicht und Herzlichkeit dafür, dass sich die Mitarbeiter beim Feierabendbier wohl fühlten. Nach dem Ruhestand zog das Paar in das Haus von Sohn Matthias und Schwiegertochter Ulli ein. Ihr Mann starb zwei Jahre später.

    Täglicher Spaziergang am Abend

    Mit Rucksack und Stöcken erledigt Anni Pöpl selbstständig ihre Einkäufe und allabendlich wird ein Spaziergang mit der Freundin unternommen. „Ich hatte noch nie in meinem Leben Langeweile“, sagt die Jubilarin im Rückblick. Nach wie vor erledigt sie die Näharbeiten der Familie und für sich selbst schneidert sie regelmäßig Kleidungsstücke. Montags ist Bügeltag und wenn sie ihrer Schwiegertochter bei der Essensvorbereitung behilflich sein kann, übernimmt sie das gerne. Dabei ist es ihr wichtig, jeden Tag für sich selbst zu kochen.

    Zu den monatlichen Nachmittagen des Seniorentreffs geht Anni Pöpl regelmäßig und jeden Sonntag trifft sie sich von 16 bis 19 Uhr mit ihren Freunden im FC Sportheim. An die Urlaube in Ungarn und der Türkei erinnert sich die Jubilarin gerne; vor allem auch an die Ausflüge mit dem Thüngener Brieftaubenzüchterverein, bei dem ihr Mann aktives Mitglied war. Anni Pöpl blickt auch mit 90 Jahren positiv und unternehmungslustig in die Zukunft. Mit dieser Einstellung will sie auch im nächsten Jahrzehnt ihr Leben möglichst lange selbständig in der Hand behalten.

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