• aktualisiert:

    Burgsinn / Fellen

    Taxifahrer muss auch mit Patienten Umleitung bei Fellen fahren

    Taxiunternehmer Uwe Reuffurth darf den Radweg von Burgsinn nach Fellen nur bis zur Gemarkungsgrenze benutzen. Er sieht das als Retourkutsche für seine Kritik.
    Symbolbild Taxi
    Symbolbild Taxi Foto: Roland Pleier

    Es habe nicht lange gedauert, schon kam die Retourkutsche – so sieht es der Burgsinner Taxiunternehmer Uwe Reuffurth. Ende Februar schrieb er einen Leserbrief an diese Zeitung, in dem er beklagte, dass mit dem Sinngrundbörger, einem Projekt der Sinngrundallianz, "Steuergelder verbraten" würden. Ende Januar schon hatte er eine Genehmigung beantragt, während der monatelangen Sperrung zwischen Fellen und Burgsinn mit seinen Fahrzeugen den Radweg nutzen zu dürfen, da er vier Dialysepatienten in Rengersbrunn, Wohnrod, Fellen und Aura fahren müsse.

    Von Burgsinns Bürgermeister Robert Herold bekam er am 3. März das Okay, das Teilstück bis zur Fellener Gemarkungsgrenze befahren zu dürfen. Von Fellens Bürgermeisterin Zita Baur jedoch bekam er eine Absage für den Fellener Abschnitt. Der Taxiunternehmer vermutet, dass das Nein aus Fellen mit seiner Kritik an der Sinngrundallianz zu tun hat, deren Vorsitzende Baur ist. Die Absage habe er zwei Tage nach dem Artikel vom 4./5. März mit seiner Kritik an den Fahrstühlen (freilich auch der Meinung der Allianz dazu) erhalten, datiert ist sie ebenfalls auf den 3. März.

    Reuffurth rechnet mit 2000 Kilometern Umweg im Monat

    Reuffurth sagt, dass der Burgsinner Teil des Wegs zwei Kilometer, der Fellener 1,3 Kilometer lang sei. Die Dialysepatienten müsse er dreimal in der Woche zur Dialyse, die meist in Karlstadt stattfinde, abholen und wieder heimbringen. Nach der Dialyse seien sie "fertig", sagt er, weswegen ihn die "unnützen Kilometer", die er auf der Umleitung über Mittelsinn und Aura beziehungsweise von Lohr über Ruppertshütten fahren muss, ärgern. Einfach seien es 16 Kilometer Umweg, über Ruppertshütten noch viel mehr. Er rechnet mit 2000 Kilometern mehr im Monat. "Mir könnte es egal sein, mir wird es bezahlt", sagt Reuffurth. Er bekomme 2,10 Euro pro Kilometer. Aber für seine Patienten sei es eine Zumutung. Er sei bereit, sich mit der Busfirma in Verbindung zu setzen, um auf dem schmalen Weg eine Begegnung von Taxis und Bussen zu verhindern.

    Reuffurth habe beobachtet, dass viele Autos den Radweg das Durchfahrtsverbotsschild einfach ignorieren. Von der OVF habe er sogar eine Anfrage, ob sein Taxiunternehmen bis zum Ende der Baumaßnahmen am späten Abend eventuell Busfahrgäste auf dem Radweg von Burgsinn nach Fellen und Aura befördern könnte.

    Keine Stellungnahme der Fellener Bürgermeisterin

    Die Redaktion hat über Tage vergeblich versucht von Zita Baur eine Stellungnahme zum Vorwurf der Retourkutsche zu erhalten. Auf eine schriftliche Anfrage antwortete sie nicht. Im Ablehungsschreiben an Reuffurth heißt es, der Radweg sei für die Zeit der Sperrung nur für den Rettungsdienst und Busverkehr freigegeben und somit auch ausgelastet. Und weiter: "Im Hinblick auf die Verkehrssicherheit sowie auch aus Gründen der Gleichberechtigung zu weiteren Gewerbetreibenden können wir in Ihrem Fall keine Ausnahme machen."

    Zwei Mal wöchentlich bequem per E-Mail:
    Abonnieren Sie jetzt den kompakten Main-Spessart-Newsletter!

    Kommentare (10)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!