• aktualisiert:

    Burgsinn

    Taxiverbund Main-Spessart: "Wir haben keinen Taxikrieg"

    Symbolbild Taxi Foto: Roland Pleier

    Der Taxi- und Mietwagenverbund Main-Spessart sieht sich durch den Artikel "Taxi ohne Führerschein gefahren" (16. November) über die Gerichtsverhandlung gegen einen Taxifahrer, der nicht Teil des Verbunds ist, zu unrecht in ein schlechtes Licht gerückt. Der Mann wurde wegen Fahrens ohne Führerschein zu einer Geldstrafe und einem Fahrverbot verurteilt. So kritisiert der Verbund in einer Stellungnahme die seiner Ansicht nach "reißerische Überschrift" über die Online-Version des Artikels (",Taxikrieg': Taxifahrer schwärzen Konkurrent ohne Führerschein an").

    Verbundssprecher Uwe Reuffurth aus Burgsinn sagt: "Wir haben keinen Taxikrieg. Ich bin froh, wenn ich meine Ruhe habe, ich will mit anderen keinen Krieg haben." Vor seiner Zeit, bevor der Verbund gegründet wurde, da sei er im Raum Marktheidenfeld "bekriegt" worden. Aber jetzt hätten sich "nahezu alle Taxi- und Mietwagenunternehmen des Landkreises Main-Spessart in einem Verbund zusammengeschlossen mit dem Ziel einer kollegialen und koordinierenden Zusammenarbeit, die für den Kunden die Ersparnis teurer Anfahrtszeiten erspart und zur Senkung der Kosten im Gesundheitswesen beiträgt". Den bereits in der Vergangenheit verwendeten Begriff "Taxikrieg" in Bezug auf Main-Spessart hat 2015 unter anderem der Stellvertretende Vorsitzende im Taxiverband Deutschland, Matthias Schmidt aus Aschaffenburg, verwendet.

    "Front" zwischen Taxiverbund und konkurrierenden Taxiunternehmen nur konstruiert?

    Reuffurth und sein Verbund kritisieren auch die im Artikel getätigte Aussage: "Die Front verläuft dabei zwischen einem Zusammenschluss von Taxiunternehmern auf der einen Seite und solchen, die sich nicht anschließen möchten, auf der anderen." In der Stellungnahme heißt es, dass diese vermeintliche "Front", die schon Gegenstand früherer Berichterstattung war, nur konstruiert sei. Die drei Taxi- und Mietwagenunternehmen im Landkreis Main-Spessart, die nicht Teil des Verbunds sind, bildeten - anders als man nach Ansicht des Verbunds offenbar aus dem Satz schließen könnte -  keinen eigenen Zusammenschluss.

    Falsch sei, so Verbundssprecher Reuffurth, dass sich die drei konkurrierenden Unternehmen nicht dem Verbund anschließen möchten. Richtig sei hingegen: "Wir wollen mit denen nicht zusammenarbeiten." Die drei nicht aufgenommenen Unternehmen ("schwarze Schafe"), die zu denen gehörten, die in einem früheren Bericht dem Verbund "Mafiamethoden" vorwarfen, seien auch nicht Teil des Landesverbands Bayerischer Taxi- und Mietwagenunternehmen.

    Taxiverbund will Melden "schwarzer Schafe" nicht als "Anschwärzen" verstanden wissen

    Das Wort "anschwärzen" gefällt dem Verbund ebenfalls nicht. Dass, wie es ein Polizeibeamter als Zeuge im Verfahren gegen den verurteilten Taxifahrer beschrieb, verschiedene Taxiunternehmer des Verbunds häufiger und detailliert gegen den konkurrierenden Taxifahrer ausgesagt hatten, sei laut Reuffurth weniger wegen des Fahrens ohne Führerschein geschehen. Vielmehr soll, was viel schwerer wiege, das Unternehmen des verurteilten Taxifahrers vergangenes Jahr in der Zeit für sechs, sieben Wochen gar keine Konzession besessen haben. Das Unternehmen habe die Verlängerung der Konzession verpasst. Das Landratsamt bestätigt auf Anfrage, dass es gegen das Taxiunternehmen in dem Fall ein noch nicht abgeschlossenes Ordnungswidrigkeitenverfahren gebe, der Fall liege der zentralen Bußgeldstelle des Landratsamts vor.

    Der Verbund sieht auch keine "Retourkutsche" seiner Taxifahrer, wenngleich Reuffurth selbst behauptet, dass der verurteilte Taxifahrer einen Konkurrenten früher ständig angeschwärzt habe. Die Redaktion war auch schon Beobachter einer Verhandlung, in der ein Taxifahrer angeklagt war, weil der verurteilte konkurrierende Taxifahrer ihn wegen einer falschen Verdächtigung angezeigt hatte. Das Verfahren damals wurde eingestellt. Im jetzigen Verfahren wegen des Fahrens ohne Führerschein aber fiel der Name des damals angeklagten Taxifahrers als Zeuge. Deshalb lag für die Redaktion der Begriff "Retourkutsche" nahe.

    Weitere Gerichtsverfahren folgen

    Und überhaupt, so heißt es in der Stellungnahme: "Ein Taxifahrer hat eine Straftat begangen. Der Taxifahrer wusste, was er tat, und er ist das Risiko, erwischt zu werden, bewusst eingegangen. Deshalb wurde er verurteilt. Mehr war nicht!" Dass die Fahrer des Taxi- und Mietwagenverbunds Main-Spessart andere Fahrer melden, wenn aus ihrer Sicht etwas nicht richtig läuft, das räumt Sprecher Reuffurth ein. Mit weiteren Gerichtsverfahren sei zu rechnen.

    Fotos

      Kommentare (1)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!