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    MAIN-SPESSART

    Teenie-Mütter boomen nur im Fernsehen

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    Mama U20? Kommt im realen Leben inzwischen seltener vor als im Fernsehen, wo die Teenie-Mütter boomen: 18 der insgesamt 1085 Babys, die 2017 im Kreis Main-Spessart geboren wurden, haben eine Mutter, die bei der Geburt jünger war als 20 Jahre. Das sind 1,7 Prozent der Babys. Last-Minute-Mutter kam öfter vor: 40 oder 3,7 Prozent der Neugeborenen haben eine Mutter, die bei der Geburt älter als 40 war. (Vorjahr: Teenie-Mütter 24/Ü40-Mütter: 39). Verglichen mit dem Vorjahr ist die Zahl der Geburten insgesamt im Kreis Main-Spessart gesunken. Da waren es 1096 Neugeborene.

    Die meisten Neugeborenen im Kreis Main-Spessart – wie auch in ganz Bayern – hatten vergangenes Jahr eine 30- bis 35-jährige Mutter. Insgesamt war das hier 424-mal der Fall (39,1 Prozent). Die Bayernquote liegt bei 37,2 Prozent. Das ist eine deutliche Veränderung in Richtung spätere Mutterschaft in den letzten Jahrzehnten. 1995 zum Beispiel waren die meisten Mütter jünger, lag die mütterliche Mehrheit in Bayern bei 37,3 Prozent der Babys bei den 25- bis 30-jährigen Müttern, und die Frauen zwischen 30 und 35 hatten 33,8 Prozent der Neugeborenen.

    Im Kreis Main-Spessart hatten 1995 noch 41,4 Prozent der Neugeborenen eine Mutter zwischen 25 und 30 (563 Babys). 2017 lag die Quote in dieser Altersklasse dagegen nur noch bei 28,1 Prozent (305 Babys). Die weitere Verteilung in den verbleibenden Altersklassen sah so aus: 111 Kinder hatten bei der Geburt Mütter unter 25 Jahre (10,2 Prozent), darunter 18 jünger als 20 Jahre. 205 Neugeborene hatten Mütter in der Altersklasse zwischen 35 und 40 Jahren (18,9 Prozent) und bei 40 Kindern war die frischgebackene Mama über 40.

    Die letztgenannten Frauen ab 35 Jahren plus X werden im Statistikjargon als „späte Mutter“ oder auch „Spätgebärende“ bezeichnet, eine kleine Reminiszenz an die Zeiten, als Mutterschaft recht unausweichlich war. Der Trend zur späteren Mutterschaft geht seit Jahren mit den Veränderungen in der Lebensplanung junger Frauen einher, die ungewollte Schwangerschaft ja nur noch in Ausnahmesituationen kennen. Dazu kommt, dass immer mehr Frauen studieren, und dass das Bildungsniveau eine Rolle spielt, zeigt die Tatsache, dass ein hoher Akademikerinnenanteil unter den Erwerbstätigen mit einem höheren Anteil älterer Mütter einhergeht.

    Rein medizinisch ist die späte Mutterschaft kaum ein Problem. Frauenärzte bescheinigen den „Risikoschwangeren“, noch ein Begriff für alle über 35 Jahren, sogar, besonders sorgsame Schwangere zu sein, denn sie halten die Kontrolltermine ein, essen gesund, rauchen nicht, trinken keinen Alkohol und meiden Stress. Unter Umständen sind sie gelassener als junge Mütter, weil sie mehr Lebenserfahrung haben, ihre Partnerschaft gefestigt ist und die Karriere läuft, beziehungsweise der Arbeitsplatz abgesichert ist.

    Bei den Kitaplätzen und der Lehrerversorgung ist das allerdings nicht so sicher, wie die Gebärendengeneration der letzten sechs Jahre gerade lernt. Kleiner Tipp an die Politik vom Gemeinderat bis zum MdB: Wenn 2017 im Kreis Main-Spessart 1085 Kinder geboren wurden, ist die Chance groß, dass die demnächst einen Kitaplatz und 2023 ein Platz in der Schule brauchen, und da die Geburtenzahl 2001 bei 1144 lag, werden zwar zusätzliche Plätze frei, aber es ist trotzdem beizeiten zu klären, ob die reichen.

     
    Bearbeitet von Südwest Zeitungsdienst

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