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    Lohr

    Teufelskreislauf zur Erderwärmung

    Experimente starteten die Schüler mit dem Klimakoffer. Foto: Thomas Keßelring

    Mittwoch, 24. Juli 2019, 14 Uhr: 36,4 C im Schatten. Ist das schon der Klimawandel oder ist das (schon wieder) nur Extremwetter? Und am nächsten Tag soll es noch heißer werden!

    Mit dem Thema Klimawandel beschäftigte sich die achte Jahrgangsstufe des Franz-Ludwig-von-Erthal-Gymnasiums. Im ersten Teil der Fachschaft Physik sollten mögliche Ursachen theoretisch und in Experimenten erfahren werden – vor allem durch eine Steigerung der Kohlendioxid-Konzentration in der Luft.

    Neben einem Vergleich der Wetterdaten der letzten Jahre konnten die Schüler anhand ausgesuchter Experimente eines »Klimakoffers« mögliche Einflüsse und Auswirkungen auf das Klima praktisch erproben. Der »Klimakoffer« ist eine Sammlung von Experimenten. Entwickelt wurde er von Cecilia Scorza und Prof. Harald Lesch an der Physik-Fakultät der LMU München. Beide besuchten das Gymnasium letzten Herbst im Rahmen des Regionalforums MINT100 (MINT-EC).

    Experimente gestartet

    Die Schüler starteten Experimente zu den Themen Gleichgewichtstemperatur und Albedo der Erdoberfläche, Erwärmung verschiedener Luftschichten, Absorption von Wärmestrahlung durch Kohlendioxid, anthropogener Treibhauseffekt, Klimapuffer Ozeane, Sonnenstrahlung und die Klimazonen der Erde und Anstieg des Meeresspiegels. Eine kurze Zusammenfassung vervollständigte das Bild, dass wir Menschen es selbst in der Hand haben.

    Große Sorge bereitete die Erkenntnis des Teufelskreislaufs zur Erderwärmung. Wenn mehr Eis von der Erdoberfläche schmilzt verliert die Erde viele weiße Flächen – sie wird »dunkler« und kann weniger Strahlung zurückwerfen. Die Folge ist weitere Erwärmung mit weiterer Schmelze.

    Beeindruckend war der experimentell nachweisbare Einfluss einer höheren Kohlendioxid-Konzentration in der Atmosphäre und der unterschiedliche Einfluss einer Eisschmelze am Nord- bzw. Südpol auf den Anstieg des Meeresspiegels.

    Schulstreiks für das Klima bzw. »Fridays for future« polarisieren und fast jeder hat eine eigene Meinung zu ihnen. Um den Achtklässern zu ermöglichen, auf Augenhöhe auch mit Erwachsenen zu diskutieren, fand ein zweites Modul der Fachschaft Geografie zum Thema »Klimawandel« statt.

    Dabei erfuhren die Jugendlichen den wichtigen Unterschied zwischen dem natürlichen Treibhauseffekt (»Klimaschwankungen gab es schon immer!«) und dem vom Menschen verursachten Klimawandel, welcher an die weltweite Bevölkerungsexplosion, die Industrialisierung und damit verbundene Zunahme von Treibhausgasen wie Kohlendioxid, Methan, Lachgas und Fluorverbindungen seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert gekoppelt ist.

    Auswirkungen thematisiert

    Neben den Ursachen wurden zudem die befürchteten und bereits spürbaren Auswirkungen des Klimawandels thematisiert. Exemplarisch seien neben Extremwetter (Hitze, Trockenheit, Stürme etc.) wachsende gesundheitliche Risiken durch Herzkreislauf-, Infektions- und Hautkrebserkrankungen genannt.

    Als nächsten Schritt errechneten die Schüler ihren eigenen Kohlendioxid-Fußabdruck, der bei jedem deutlich über einem nachhaltigen Wert lag, und reflektierten die Lebensgewohnheiten in Industrieländern, die hauptverantwortlich für den anthropogenen Treibhauseffekt sind.

    Zuletzt wurden mögliche Maßnahmen für eine Reduktion des ökologischen Fußabdrucks diskutiert, sowohl auf persönlicher als auch auf überregionaler Ebene. Dabei wurde schnell klar, dass die Jugendlichen ihr eigenes Verhalten sehr kritisch hinterfragen und zukünftige Entscheidungen bewusster fällen werden können.

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