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    KARLSTADT

    Thorsten Schwab spricht mit Karlstader Unternehmen

    Thorsten Schwab (rechts) mit Friedrich Kohl. Foto: Büro Schwab

    Der CSU-Landtagsabgeordnete Thorsten Schwab möchte verstärkt mit den Menschen und Unternehmen im Landkreis in Kontakt treten und über aktuelle politische Entwicklungen und Perspektiven sprechen. Den Auftakt bildeten Betriebsbesuche bei den Karlstadter Mittelständlern Furnierwerk Fritz Kohl und URT, heißt es in einer Pressemitteilung von Schwabs Büro. Diskussionsgegenstand war in erster Linie das geplante transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP).

    Etwa 80 Prozent der Furniere exportiert Friedrich Kohl ins Ausland. 150 verschiedene Holzarten werden hierfür aus der ganzen Welt bezogen und als Furnier in die ganze Welt verkauft. Der Großteil seiner Kunden komme direkt nach Karlstadt, um das Unternehmen und die Ware vor Ort zu begutachten, so Kohl. Mit der Belieferung von Weltunternehmen sowie dem Flug- und Fahrzeuginnenausbau hat das Furnierwerk laut Kohl seine Nische gefunden. Denn Furnier für Büro- und Wohnmöbel in Deutschland werde nicht mehr nachgefragt.

    Als Unternehmer geht es Friedrich Kohl wie vielen anderen Führungskräften kleiner und mittlerer Unternehmen: Den Ausbau des Freihandels hält er für „außerordentlich wichtig“. Sein Furnierwerk ist eines von fünf verbliebenen in Deutschland. Rund zehn Prozent mache der Handel mit den USA aus.

    Als Verbraucher sieht Kohl jedoch auch Kritikpunkte am geplanten Abkommen, die im familiären Kreis oft zu Diskussionen führten. Für Unmut sorge dabei vor allem die Angst vor einer Absenkung der Verbraucher- und Gesundheitsschutzstandards.

    Auch die Firma URT, die sich auf die Forschung, Entwicklung und Konstruktion von Recyclinganlagen, insbesondere für Altkühlgeräte, spezialisiert hat, agiert weltweit. Und auch URT bedient einen Nischenmarkt, gemeinsam mit etwa fünf bis acht namhaften Herstellern in der EU. „Ohne den Export könnten wir nicht existieren“, ist sich Thomas Gundersdorf, einer der beiden Geschäftsführer von URT, mit Kohl einig. Von gemeinsamen europäischen Standards habe das Unternehmen stark profitiert. Eine der modernsten Recyclinganlagen für Altkühlgeräte in der EU laufe derzeit in Rumänien. Der US-amerikanische Markt sei für die Recyclingbranche hingegen schwierig. Bisher lieferte URT eine einzige Anlage in die USA.

    Umweltstandards angleichen

    Die Frage, ob TTIP das Unternehmen voranbringen würde, beantwortet er mit „Jein“: Nur, wenn die Umweltstandards in den USA entsprechend angeglichen würden. Bisher sei die Umweltgesetzgebung in den USA „meilenweit von uns entfernt“. Eine engere Zusammenarbeit bei Verbraucherschutzvorschriften und bei der Lösung von Rechtsstreitigkeiten hält Gundersdorf eher für schädlich. Ein Abkommen, das den Handel erleichtert, indem Zölle abgebaut werden, wäre jedoch willkommen.

    Das Fazit: Freihandel ist laut Schwab ein Wachstumsmotor, gerade für kleine und mittlere Unternehmen mit starkem Exportanteil. Sobald sich jedoch der Verbraucher zu Wort melde, würden Zweifel und Befürchtungen laut. „Wir wollen keinen Freihandel um jeden Preis“, betont Schwab. „Deshalb müssen wir die Verhandlungen kritisch begleiten und am Ende prüfen, ob das Ergebnis den Interessen der Verbraucher entgegensteht.“

    Bearbeitet von Pia Lehnfeld

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