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    Karlstadt

    Tourismus: Karlstadt soll sich stärker als Weinort präsentieren

    Die aktuellen Tourismuszahlen weisen für 2019 bei den Übernachtungen ein Plus auf.  Allerdings ist noch Luft nach oben. Könnte eine Vinothek den Tourismus ankurbeln?
    Karlstadt gehört zum Fränkischen Weinland. Es gibt gute Weine, doch damit ließe sich noch besser werben. 
    Karlstadt gehört zum Fränkischen Weinland. Es gibt gute Weine, doch damit ließe sich noch besser werben.  Foto: Klaus Gimmler

    Was läuft in der Stadt Volkach besser als in Karlstadt? Volkach und Karlstadt gehören beide zum Fränkischen Weinland. Doch so richtig zündet diese Idee nur in Volkach, obwohl es auch in Karlstadt gute Weine gibt. "In Karlstadt haben wir Nachholbedarf", meinte Kornelia Winkler. Sie stellte am Donnerstag dem Wirtschaftsausschuss den Tourismusbericht für 2019 vor. Dieser war alles in allem erfreulich, die Übernachtungszahlen haben sich gesteigert.

    Kornelia Winkler zeigte eine Grafik, die die Übernachtungszahlen von Januar bis Oktober 2019 aufwies. Demnach hat es laut dem Bayerischen Landesamt für Statistik 25 339 Gästeübernachtungen im Stadtgebiet Karlstadt gegeben. Dies ist laut Winkler eine Steigerung von 9,1 Prozent zum Vergleichszeitraum von 2018. In die Statistik eingeflossen sind allerdings nur Betriebe mit mehr als zehn Betten. Keine Überraschung ist, dass die begehrtesten Monate wieder die Sommermonate waren, während in den Wintermonaten die Übernachtungszahlen deutlich sanken.

    Dennoch ist bei den Übernachtungen für Karlstadt noch viel Luft nach oben. Dies wurde durch den Vergleich mit dem Weinort Volkach deutlich. Die kleinere Stadt im Zentrum des Fränkischen Weinlands hat mehr als dreimal so viele Übernachtungen, zeigt eine Studie. Entsprechend größer ist die touristische Wertschöpfung. Stark ist Karlstadt bei den Tagesgästen. Mit laut Studie 700 000 Gästen (2017) hat Karlstadt sogar deutlich mehr als Volkach, für die 600 000 Tagesgäste gezählt wurden.

    Eine Vinothek wie Iphofen

    Eine Lösung könnte sein, dass sich die Stadt stärker als Weinort präsentiert, um mehr Übernachtungsgäste zu bekommen. Thorsten Heßdörfer plädierte für eine Vinothek, wie sie beispielsweise Iphofen hat. Die Winzer sollen dort ihre Weine anbieten. Der ideale Platz dafür wäre laut Heßdörfer die Tourismus-Information in der Hauptstraße. Winkler meinte, dass bei den Umbauarbeiten, die derzeit laufen, auch an eine Weinausgabe gedacht ist. Für Heßdörfer ist aber entscheidend, dass mit diesem Angebot nach außen in die Fußgängerzone gegangen wird. 

    Eine erfreuliche Entwicklung verzeichnet der Wohnmobilstellplatz. Er werde gut angenommen, wie auch die Zahlen beweisen. Winkler zählte 2913 Übernachtungen im Jahr 2019 und damit Einnahmen von 26 217 Euro. Ein sinnvoller Vergleich mit 2018 ist nicht möglich, da der Stellplatz erst im Juni 2018 eingeweiht worden ist. Aber die gute Entwicklung bestätigten auch Stadträte. Der Platz werde sehr gelobt, hieß es. Er sei gut besucht und oft ausgebucht, auch wenn das Wetter schlecht ist. "Wer ein Wohnmobil hat, lässt sich davon nicht abhalten", meinte Winkler.

    Versorgungsstelle für Schiffe hat sich bewährt

    Ebenfalls eine deutliche Steigerung gab es bei den Schiffsanlegern gegenüber 2018. Allerdings hatte es 2018 viele Absagen wegen Niedrigwasser in den Flüssen gegeben, so Winkler. Bewährt habe sich die neue Versorgungsstelle für Strom und Wasser, die die angelegten Mainschiffe nutzen können. Vorher mussten die Schiffe ihren Strom über laute und teils übel riechende Generatoren erzeugen. Jetzt können die Schiffe Strom und Wasser von der Stadt nutzen. Die Stadt verspricht sich davon, dass die Anlegezeit der Schiffe länger ist und die Passagiere zu Gästen in der Stadt werden.

    Neu ist auch, dass die Stadt ein neues Buchungssystem für Gäste hat, die auf der Homepage der Stadt nach Zimmern suchen. Die Stadt Karlstadt ist zum Online-Buchungssystem OBS gewechselt. Zwölf Vermietungsbetriebe haben sich laut Winkler angeschlossen. Gerhard Kraft meinte, dass ein Hotel garni (mit Frühstück) in Karlstadt fehlen würde. Dies würde gut zum wachsenden Fahrrad-Tourismus passen.

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