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    HAFENLOHR

    Trinkwasser noch sorgsamer hüten

    Die Aktionsgemeinschaft Hafenlohrtal (AGH) spricht sich auf ihrer Hauptversammlung gegen Trinkwasserprivatisierung aus.
    Kritik an Schmutzwasser: Bei der Jahresversammlung der Aktionsgemeinschaft Hafenlohrtal rügte Vorsitzender Sebastian Schönauer die Autobahndirektion Nordbayern. Durch die starken Regenfälle sei Erdreich von den Baustellen bei Weibersbrunn ins Hafenlohrtal geschwemmt worden und habe das Wasser des Baches trübe gemacht. Foto: Archiv-Peter Grimm

    Das Hafenlohrtal als überregionaler Trinkwasserspeicher wurde nach über 30 Jahren heftigen Widerstands der Bevölkerung aus den offiziellen Planungen genommen. Für die Aktionsgemeinschaft Hafenlohrtal (AGH) als vehementer Gegner des Stausees genießt die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung in ganz Europa aber nach wie vor allerhöchsten Stellenwert.

    Deshalb stellte der alte und neue AGH-Vorsitzende Sebastian Schönauer die Entscheidung der EU gegen eine Privatisierung der Trinkwasserversorgung an den Anfang seines Tätigkeitsberichts bei der Hauptversammlung am Sonntag im Gasthaus Hoher Knuck in Lichtenau.

    Die Gefahr der Übernahme der Trinkwasserverteilung durch „zu große Unternehmen und durch Private scheint gebannt“, frohlockte der Verfechter überschaubarer kommunaler Wasserversorgungseinrichtungen. Bis jetzt seien europaweit 1,6 Millionen Unterschriften gegen die Privatisierung gesammelt worden, in sieben Ländern hätten die Gegner schon die erforderliche Stimmenzahl erreicht.

    So sei die EU gezwungen worden, sich mit dem Thema weiter auseinander zu setzen. Das Ergebnis: gegen den Willen der Bevölkerung werde es die Privatisierung nicht geben. Hart ins Gericht ging Schönauer mit der Bundesregierung, die bis zuletzt nichts gegen den Lobbyismus für die Privatisierung getan habe.

    Auch die Autobahndirektion Nordbayern kam nicht ohne Tadel davon. Durch die starken Regenfälle in jüngster Zeit sei Erdreich von den Baustellen bei Weibersbrunn ins Hafenlohrtal geschwemmt worden. Maßnahmen, die das verhindern hätten können, seien nur unzureichend ergriffen worden. Besonders die Forellenbestände seien dezimiert worden, weil sie aufgrund der schlechten Sicht in der trüben Brühe nicht mehr hätten jagen können und verhungert seien.

    Kritik äußerte er auch daran, dass von den Staatsforsten Kahlhiebe nicht an heimische Unternehmer vergeben worden seien. Auswärtige Unternehmen würden enorm kostensparend arbeiten und auf wichtige Schutzmaßnahmen verzichtet.

    Auch Erfreuliches wusste Schönauer zu berichten. Die Führungen durchs Hafenlohrtal hätten viele Menschen begeistert. Die Renovierung des Bohlenstegs habe dazu beigetragen. Man habe zu den 5500 Euro Kosten 1100 Euro an Spenden erhalten, berichtete Kassier Hubert Künzinger.

    Neue Infoschilder sollen die Wanderer über Besonderheiten des Hafenlohrtals aufklären. Aufgestellt werden sollen die Tafeln bei den Kastanien nahe der Hafenlohrtal-Quelle bei Rothenbuch, am Ahlmichdamm, beim Wanderwegekreuz am Gasthaus Hoher Knuck, am Refugium der Natur in Lichtenau und am Zeltplatz in Windheim. Ob die Hafenlohrtal-Wallfahrt beibehalten werden soll, wollen die Verantwortlichen noch besprechen. Die Organisation nehme viel Zeit in Anspruch.

    Keine Veränderungen ergaben die Neuwahlen: Vorsitzender bleibt Sebastian Schönauer, Stellvertreter Günter Eich und Erich Perchermeier, Kassier Hubert Künzinger sowie Beisitzer Christiane Ehehalt, Harald Millner, Walter Weber und neu Ursula Adrien. Rechnungsprüfer sind Heinz Höfling und Gabi Weber.

    Von unserem Mitarbeiter

    Joachim Schwamberger

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