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    Karlstadt

    Trotz Trockenheit: Genug Trinkwasser in Karlstadt

    Das Wasserwerk Stetten, Herzstück der Karlstadter Trinkwasserversorgung. Foto: Guenter Roth

    "Wenn das 50 Jahre so weitergeht, weiß ich auch nicht, was passiert", sagte der Karlstadter Bürgermeister Paul Kruck in der Werkausschusssitzung des Stadtrats. Diskutiert wurde über die geringen Regenmengen der jüngeren Zeit. "Es fehlt in den vergangenen fünf Jahren die Menge eines Jahresniederschlags", hatte er auf die Nachfrage von Stadtrat Horst Wittstadt geantwortet. Bis auf weitere Sicht werde Karlstadt aber genügend Wasser zur Verfügung stehen.

    Kruck war vor seiner Zeit als Bürgermeister Leiter des Wasserwirtschaftsamts und kennt sich daher in dieser Materie aus. "Wir befinden uns geologisch im sogenannten Zellinger Becken." Das sammle eine ungeheure Menge Wasser aus vielen unterirdischen Zuflüssen. "Sollten wir eines Tages mit der Schüttung im Werntal Probleme bekommen, sind andere längst verdurstet." Das solle aber keine Aufforderung zur Wasserverschwendung sein, schob er nach. Aus dem Werntal beziehen Stetten, Heßlar, Karlstadt, Laudenbach, Mühlbach, Karlburg und auch Gambach ihr Wasser. Wiesenfeld, Rohrbach, Erlenbach und Rettersbach erhalten es aus Wiesenfeld. Stadelhofen "hängt" an der Urspringer Gruppe.

    Zurückhaltende Düngung

    Noch ein Problem wird durch die geringen Niederschläge verschärft: die Nitratbelastung. Während in regenreichen Gebieten der Stickstoff einfach verdünnt wird, ist das in den hiesigen Breiten nicht der Fall. Dennoch habe man die Nitratwerte im Griff. Bei der Untersuchung 2018 waren es im Werntal knapp 40 Milligramm pro Liter - bei einem Grenzwert von 50. Aufgrund des Wasserschutzprojekts wird im Werntal wird auf die dritte Düngung des Weizens verzichtet.  

    Stadtrat und Landwirt Franz-Josef Scheeb berichtete, die Düngeverordnung begrenze die Stickstoffgaben, die für das Nitrat verantwortlich sind, inzwischen generell beim Weizen auf 170 Kilogramm pro Hektar. Zuvor seien mehr als 200 gegeben worden. Bei Gerste seien es jetzt 80 Kilogramm.

    47 Kubikmeter Wasser pro Einwohner

    In der Ausschusssitzung wurde das Betriebsergebnis der Stadtwerke Karlstadt behandelt. Diese verwalten die Wasserversorgung, die Abwasserentsorgung, die Tiefgarage, Photovoltaikanlagen, neuerdings auch das Freibad und den Campingplatz sowie den Wohnmobilstellplatz in Mühlbach.

    Der Wasserverkauf pendle sich bei 700 000 Kubikmetern im Jahr ein, trug Stadtwerkeleiter Klemens Albert vor. Jahrelang war der Wasserverbrauch zuvor gesunken. 1,9 Millionen Euro wurden über den Wasserverkauf eingenommen, gut zwei Millionen betrugen die Ausgaben, unterm Strich ein Minus von 141 000 Euro. Die Verluste im Leitungsnetz liegen bei rund vier Prozent – ein vergleichsweise guter Wert. Durchschnittlich verbraucht jeder Einwohner knapp 47 Kubikmeter im Jahr.

    2.3 Millionen Euro wurden über die Kanalgebühr eingenommen. Bei Ausgaben in Höhe von 2,9 Millionen Euro blieb ein Minus von 135 000 Euro. Die Tiefgarage machte ein Minus von rund 27 000 Euro. Über die Photovoltaikanlagen blieb ein Überschuss von 8000 Euro. Beim Freibad und beim Campingplatz standen 125 000 Euro Einnahmen Ausgaben von 637 000 Euro gegenüber, macht ein Minus von 512 000 Euro. Durch die Beteiligung an der Energieversorgung kommt fast eine Million Euro herein.

    Gewinn von fast 168 000 Euro

    Investiert wurden mehr als drei Millionen Euro, davon 864 000 Euro in die Wasserversorgung und 1,4 Millionen in die Abwasserbeseitigung. Ein Großteil floss in die Sanierung der Korbstraße in Karlstadt. 355 000 Euro betrugen die Investitionen bei der Tiefgarage, vor allem in den Aufzug. 293 900 Euro waren es beim Freibad. 129 000 Euro waren die Baukosten beim Wohnmobilstellplatz in Mühlbach. Für die Investitionen wurden Kredite aufgenommen. Unterm Strich liegt der Jahresgewinn der Stadtwerke bei fast 168 000 Euro.  

    Ob der Wohnmobilplatz nicht erweitert werden könnte, fragte Stadtrat Mathias Rudolph. Er werde hervorragend angenommen. Klemens Albert warnte vor einem Schnellschuss. Erst sollte die Schlussrechnung abgewartet werden. 

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