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    Lohr

    Über 60 Jahre im Einsatz für Handball

    Tritt auch gern als Rübezahl auf: Gerhard Weber. Foto: Ernst Weber

    Eine langjährige Stütze der Handballabteilung des TSV 1846 Lohr feiert an diesem Dienstag 80. Geburtstag: Gerhard Weber, der über zwei Jahrzehnte in der ersten und zweiten Mannschaft spielte und bei den Alten Herren. Jeden Donnerstag kommt der Träger der goldenen Verbandsnadel des Deutschen Handball-Bundes noch pünktlich zur AH-Runde. Er fehlt bei keinem Heimspiel der ersten Mannschaft.

    Bescheiden, zufrieden, hilfsbereit und treu - so wird Gerd Weber beschrieben. Die TSV-Handballabteilung ist ihm und seiner Frau Marianne, geb. Dick, dankbar für eine über 60-jährige verdienstvolle ehrenamtliche Zusammenarbeit. Gerd Weber gilt als ein eifriger und zuverlässiger Helfer, vor allem wenn Veranstaltungen zu organisieren sind und wenn auf- und abgebaut werden muss. Schon fast legendär sind die Lakefleischessen, die er mit seiner Frau über mehrere Jahrzehnte in seinem urigen Garten am Beilstein ausrichtete.

    Spaßmacher als Rübezahl

    Natur und Wildnis begleiteten sein Leben als Handwerker und Sportler. Er liebt den Wald, die Tiere und seinen Garten, in dem er die meiste Zeit seines Rentnerdaseins verbringt. In dieser Gartenidylle haben Lohrer Handballer-Generationen viele schöne Stunden verbracht. Weber erwies sich nicht nur als guter Gastgeber, sondern betätigte sich auch als Spaßmacher und lustiger Gesellschafter. Mit der Teufelsgeige unterhielt er manch fröhliche Runde als »Engel Aloysius« oder als »Rübezahl«, der Wandersmann.

    Seit über 50 Jahren ist er mit seiner Frau Marianne verheiratet, die immer noch ihren Beitrag zur Bewirtung während der TSV-Heimspiele leistet. Heute feiert Gerhard Weber mit alten Freunden und im familiären Kreis mit den beiden Söhnen Rolf und Udo und drei Enkelkindern im Heim der IGLindig seinen Ehrentag.

    Gerhard Weber stammt aus Schlesien. Am 12. Februar 1939 als Land- und Gastwirtssohn in Festenberg nördlich von Breslau geboren, landete er mit seiner Familie nach Krieg, Flucht und Vertreibung Ende 1946 zunächst in Räther in Sachsen-Anhalt. Dort besuchte er die Volksschule und absolvierte in der Luther-Stadt Eisleben eine Lehre als Möbel-Tischler.

    Am Heiligen Abend 1957 flüchtete die Familie, zu der auch sein zwei Jahre jüngerer Bruder Manfred gehört, aus der DDR nach Westberlin. Nach achtwöchigem Lageraufenthalt in Berlin und Hammelburg kamen die Webers mit Hilfe der Familien Freitag und Strietzel nach Lohr, wo der Jubilar über 50 Jahre als Schreiner arbeitete, vor allem bei der Firma Owi.

    Noch auf Großfeld gespielt

    Schnell integrierten sich die Weber-Söhne in die von Helmut Schaller trainierte Handballabteilung. Aus dieser Bekanntschaft entwickelte sich eine feste und dauerhafte Freundschaft. Schaller, der am 5. Februar seinen 88. Geburtstag feiern konnte, ist das älteste Mitglied der 1927 gegründeten TSV Handball-Abteilung, die zu den ältesten Handballclubs in Deutschland zählt.

    Gerhard Weber spielte noch auf dem Großfeld, auf dem sich auch die Lohrer Handball-Ikonen Franz und Ludwig Goßmann tummelten. In Erinnerung sind älteren Handballfreunden seine Stärken: die große Wurfkraft, seine enorme Ausdauer und seine überragende Laufbereitschaft.

    Bearbeitet von Günter Weislogel

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