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    Lohr

    Überhaupt keine gestohlenen Momente

    Oliver Dannhauser (Kontrabass) und Gerhard Kunkel (Saxophon) begeisterten mit ihren Kollegen im dynamischen Jazz-Quintett. Foto: Simon Hörnig

    Mit »Stolen Moments« kündigte das Programmheft zum Abschluss des Lehrerkonzerts der Lohrer Sing- und Musikschule einen Jazzstandard von Oliver Nelson an, dessen Titel so gar nicht das widerspiegelte, was das Kollegium seinen 120 Zuhörern am Sonntagabend bot. Um die Zeit bestohlen fühlte sich nach knapp zwei Stunden anspruchsvollen Musikgenusses von klassischen Arrangements über Tango bis hin zu einem furiosen Jazz-Finale in der Alten Turnhalle sicherlich niemand.

    Nach erwartungsfrohem Schlussapplaus war der mit Augenzwinkern geäußerter Wunsch von Musikschulleiterin Petra Breitenbach, »wir würden euch noch einen Moment stehlen lassen«, damit auch kaum falsch zu verstehen.

    Quintett zieht alle Register

    Das Lehrer-Quintett aus Oliver Dannhauser am Kontrabass, Gerhard Kunkel am Saxophon, Rainer Nöth an der Trompete, Peter Wirth am Schlagzeug und Hans Jürgen Zezula an der Gitarre zog in einer Aneinanderreihung ausgiebiger Soli noch einmal alle Register ihres Könnens. Es war der würdige Abschluss eines klangtechnisch bunten Abends, an dem 18 der 26 Lehrer der Sing- und Musikschule mit Gastsängerin Isabell Lang auf eine »musikalische Kostbarkeitenreise« boten.

    Gemeinsame Spielfreude: Daniel Herzig und Dongyan Qu vierhändig am Flügel. Foto: Simon Hörnig

    Den vorab angekündigten Wermutstropfen - Harfenistin Schona Mihalys-Marquardt war kurzfristig erkrankt - machten die anwesenden Akteure mehr als wett.

    Ob filigranes Mandolinen-Gitarren-Duett zwischen Breitenbach und der neuen Lehrkraft Lukas Becker, bewussten Dissonanzen, die Birgit Genzel am Flügel zu einem ungewohnten Ganzen fügte oder Dongyan Qu und Daniel Herzig, die das Tasteninstrument zu »Dolly op. 56 Nr. 3 u. Nr. 6« gar vierhändig bedienten, glich kein Beitrag dem anderen.

    13 Lehrer gemeinsam

    Ehrengast Peter Häring, der erst beim Sommerkonzert auals Musikschulleiter verabschiedet worden war, erhielt mit »You gotta let me go« von Jerry Goldsmith noch eine Hommage beziehungsweise »den wirklich letzten Abschiedsgruß«. Klavierlehrer Herzig hatte sich dafür extra in seinem ersten Arrangement versucht und 13 Kollegen zum gemeinsamen Auftritt motiviert. Diese Absprache untereinander - auch zwischen Musikern, die sich im normalen Schulalltag gar nicht über den Weg laufen - freute Breitenbach besonders: »dass die etablierten Kollegen auf die Neuen zugehen und sich abseits des Lehralltags solche Arrangements überlegen - einfach toll!«

    Zuletzt gab auch die Anwesenheit zahlreicher Musikschüler der Leiterin in ihrem begeisterten Fazit recht: »Sie sind sicher mit mir einer Meinung, das ist ein tolles Kollegium!«

    Am Montag, 10. Dezember, kann beim 24. Konzert zum Ladenschluss der musikalische Nachwuchs sein Können zeigen.

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