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    Karlstadt

    Umgang mit Flüchtlingen und Fremden

    In kritischen, aufrüttelnden aber auch humorvollen Liedern und Texten setzte sich das Kabarett-Ensemble "Die Herbst-Zeitlosen" in einem Benefizkonzert in der Kirche St. Johannis in Karlstadt mit dem Thema "in Würde mit dem Fremden leben" auseinander. Im Bild von Links: Maria Hussong, Sonja Baus, Margrid Gross, Georg Schirmer und Peter Staubach.
    In kritischen, aufrüttelnden aber auch humorvollen Liedern und Texten setzte sich das Kabarett-Ensemble "Die Herbst-Zeitlosen" in einem Benefizkonzert in der Kirche St. Johannis in Karlstadt mit dem Thema "in Würde mit dem Fremden leben" auseinander. Im Bild von Links: Maria Hussong, Sonja Baus, Margrid Gross, Georg Schirmer und Peter Staubach. Foto: Josef Riedmann

    In einer musikalischen Auseinandersetzung mit dem hochaktuellen Thema Fremde, Flüchtlinge und Migranten stellte sich die Kabarett-Gruppe "Die Herbst-Zeitlosen" diesen gesellschaftlichen Fragen in ihrem neuen Programm "Achtung! Vielfalt! In Würde mit dem Fremden leben?!". Im Benefizkonzert in der evangelischen St.-Johannis-Kirche in Karlstadt konnte das Quartett die Besucher in ihren Bann ziehen.

    "Die Herbst-Zeitlosen", das sind Sonja Baus (Sopran), Margrid Gross (Alt), Georg Schirmer (Tenor und Piano, Gitarre) und Peter Staubach (Bass und  Piano, Gitarre). Als Gast unterstützte Maria Hussong die Darbietungen an der Violine.

    Entstanden ist ein buntes und spannendes Programm mit ein- und mehrstimmigen Liedern zu Klavier-, Gitarren- und Geigenbegleitung und kurzen Zwischentexten über die schwierige Frage, wie man ein Zusammenleben in gegenseitiger Achtung und Würde schaffen kann.

    Mit Hildegard Knefs Chanson "So oder so ist das Leben" als Eingangsstück verwies das Quartett im A cappella-Gesang auf die Schicksalshaftigkeit des Lebens und die Notwendigkeit, sich zu entscheiden. Von dem Revue- und Tonfilmkomponist Friedrich Hollaender jüdischer Abstammung erklang "An allem sind die Juden Schuld". In dem auf "Habenera" aus Bizets Carmen getexteten Chanson hatte Hollaender den Antisemitismus als absurd verspottet. Weitere Stücke von Hollaender waren "Das Berg- und Talbahngefühl" und "Wenn ich mir was wünschen dürfte".

    Bertold Brecht machte sich in seinem Lied "Über Pässe" seine Gedanken. Der Reisepass werde anerkannt, wenn er gut ist, der Mensch dagegen oft nicht. Oder in dem Song "Grenzen" der Künstlerin Dota, von den Herbst-Zeitlosen arrangiert, in dem der Wunsch geäußert wird: "Ich will einen Pass, wo Erdenbewohner drinn´ steht". Connie Francis eingängiger Schlager "Schöner fremder Mann" zeigt in der Bearbeitung der Herbst-Zeitlosen, wie der Reiz des Fremdländischen umschlagen kann in: "Ich will dass du gehst, du bist reif für die Rückkehr".

    Auch angesagte Musikinterpreten haben in ihrem Repertoire nachdenkenswerte Songs wie Christina Stürmers "Mama Ana Ahabak", in dem ein Kind die Zusammenhänge einer Flucht nicht versteht und nur ruft "Mama verlass mich nicht". Oder Johannes Oerdings "Heimat", in dem er gesteht: "Oh Heimat, ich trag dich immer bei mir, wie'n Souvenir". Die Wise Guys verfolgen in ihrem Song "Zur Lage der Nation" der Plan "wir bau´n die Mauer wieder auf, aber nicht mehr mittendurch, diesmal bau`n wir außenrum! Dann sind wir unter uns."

    Auch jiddische Lieder brachte Georg Schirmer zu Gehör, unterstützt von Maria Hussong an der Violine, wie "Bleib gesund mir Kroke", "Mein Städtele Bels" oder "Di grine Kusine" mit einem Wechselspiel aus Melancholie und Humor. Gemeinsam verabschiedete sich das Ensemble mit dem jiddischen Lied als Zugabe "Wir leben ewig".

    Pfarrer Matthias Hörning bescheinigte den Akteuren, in ihren Liedern und Texten die Gradwanderung zwischen Ernsthaftigkeit und Humor bestens geschafft zu haben. Die Veranstalter baten um Spenden für die Jugendarbeit in der Kirchengemeinde St. Johannis und für die Synagoge Laudenbach.

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