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    MARKTHEIDENFELD

    Umweltfreundlicher Kaffeegenuss

    Barbara Bordin füllt einen Cappuccino in den mitgebrachten Mehrwegbecher einer Kundin. Wie in vielen Marktheidenfelder Cafés ist das auch im Eiscafé Venezia kein Problem, solange die Becher sauber sind.
    Barbara Bordin füllt einen Cappuccino in den mitgebrachten Mehrwegbecher einer Kundin. Wie in vielen Marktheidenfelder Cafés ist das auch im Eiscafé Venezia kein Problem, solange die Becher sauber sind. Foto: Ralf Thees

    Schon praktisch, der „Coffee to go“, den man schnell auf dem Weg zur Arbeit beim Bäcker holt. Der Becher landet an der nächsten Straßenecke im Mülleimer, und über die Konsequenzen für die Umwelt machen sich vielleicht die wenigsten Kaffeetrinker Gedanken. „Die Leute sind einfach so sehr an die Wegwerf-Teile gewöhnt“, beklagt Nazmiye Tekele, Inhaberin des Eiscafés La Gondola am Marktplatz.

    Dabei machen es die Marktheidenfelder Cafés ihren umweltbewussten Kunden leicht, den Becher-Müll zu vermeiden. Tekele und viele andere Gastronomen freuen sich, wenn Kunden ihre eigenen Mehrwegbecher mitbringen. Sofern die Becher sauber sind, werden sie auch befüllt. In manchen Cafés gibt es sogar Rabatt, schließlich bleiben dem Wirt die Kosten für den Einwegbecher erspart.

    Barbara Bordin vom Eiscafé Venezia in der Mitteltorstraße rundet den Preis des Kaffees ab, wenn sie keinen Becher rausgeben muss. „Ich freue mich auch, wenn die Gäste ihre eigenen Eisbecher mitbringen“, sagt sie. Tatsächlich kämen die Leute häufiger mit Plastikdosen und Kühltaschen für Eis zu ihr, als mit Thermobechern. Tekele im La Gondola bestätigt diesen Eindruck, es kämen maximal ein bis zwei Leute am Tag mit Mehrwegbechern. Im Café de Mar spricht man von maximal zwei Kunden pro Woche mit eigenem Becher.

    Mehr Frauen als Männer mit Mehrwegbechern

    In der Bäckerei Maxl Bäck sieht das anders aus. Seit 2017 verkauft die Bäckereikette in ihren Filialen eigene Mehrwegbecher aus biologisch abbaubarer Bambusfaser. Die Becher werden für knapp zehn Euro verkauft, dabei ist die erste Füllung gratis und auf jeden weiteren Kaffee gibt es 30 Cent Rabatt. Für Kaffeebecher anderer Hersteller gilt das genauso. Rund ein Viertel aller Heißgetränke verkauft die Filiale am Rathaus mittlerweile im Mehrwegbecher, schätzt man dort. Auffällig sei, dass wesentlich mehr Frauen als Männer das Angebot annähmen.

    Auch Einweg, aber immerhin kompostierbar: Wer seinen Mehrwegbecher zu Hause vergessen hat, kann im „Caféstübchen“ einen Bio-Becher und Holzlöffel bekommen.
    Auch Einweg, aber immerhin kompostierbar: Wer seinen Mehrwegbecher zu Hause vergessen hat, kann im „Caféstübchen“ einen Bio-Becher und Holzlöffel bekommen. Foto: Carolin Schulte

    Das Kaffeehaus in der Franckstube hat sich schon zu nachhaltigeren Verpackungsoptionen beraten lassen, auch für Kuchen und Torten, die das Café außer Haus liefert. „Wir befüllen unseren Kunden gern mitgebrachte Becher oder richten unsere Kuchen auf ihren Tortenplatten schön an“, sagt Sandra Elsässer. Allen anderen verpacken sie die Kuchen in Pappkartons. Bei den „grüneren“ Verpackungsoptionen stimme im Moment aber das Preis-Leistungs-Verhältnis noch nicht, beklagt sie. „Der Außer-Haus-Verkauf macht in unserem Kaffeehaus aber auch nur einen kleinen Teil des Umsatzes aus“, sagt sie. Deswegen lohne sich die Umstellung für sie derzeit nicht.

    Holzlöffel und kompostierbare Becher

    Das Caféstübchen in der Obertorstraße ist schon einen Schritt weiter. Dort werden nicht nur mitgebracht Mehrwegbecher befüllt: Das Café bietet seine Kunden To-Go-Becher aus Pappe an, die zu einhundert Prozent kompostierbar sind. „Die verkaufen wir dann natürlich ohne Plastikdeckel“, sagt Sandra Daube. Sie erklärt jedem Kunden das Konzept und fragt, ob er oder sie den Deckel tatsächlich braucht. Viele hätten Verständnis für die Idee und nähmen den Kaffee auch gerne ohne Deckel. Auch Plastiklöffel zum Umrühren des Kaffees hat Inhaberin Susanne Roth schon vor dem möglichen EU-Verbot aus ihrem Café verbannt: Stattdessen gibt es dort nun Holzlöffel.

     
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