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    Eußenheim

    Ungewöhnliches Ergebnis in Eußenheim: Bürgermeister ohne Mehrheit

    Achim Höfling (FW) gewinnt die Bürgermeisterwahl mit 71 Stimmen vor Thomas Obert (CSU). In der Gemeinderatswahl liegt die CSU mit 54 Prozent klar vorn. Wie geht's nun weiter?
    Achim Höfling wird neuer Bürgermeister von Eußenheim.
    Achim Höfling wird neuer Bürgermeister von Eußenheim. Foto: Markus Rill

    Am Montagmorgen war Achim Höfling schon wieder am Gymnasium Mellrichstadt, um dort mit den anderen Lehrern zu beraten, wie es mit und nach der Coronakrise weitergeht. Dabei kann's gut sein, dass Höfling nicht mehr oder nur noch für wenige Wochen an die Schule zurückkehrt. Nach seinem knappen Wahlsieg am Sonntag wird der Freie-Wähler-Kandidat ab Mai neuer Bürgermeister von Eußenheim.

    Ungewöhnliches Ergebnis in Eußenheim: Bürgermeister ohne Mehrheit

    "Das war ein sehr spannender Abend", sagte Höfling. "Ich war und bin über das Ergebnis hoch erfreut. Wir haben im Hof der Familie meiner Schwester in Eußenheim gefeiert." Keinen Grund zum Feiern hatte Thomas Obert. Seit sechs Jahren stellvertretender Bürgermeister war der CSU-Kandidat als Favorit in die Wahl gegangen. Am Ende erhielt er 937 Stimmen (48,17 Prozent) und Höfling 1008 (51,83 Prozent). "Das sind 71 Stimmen Unterschied", sagt Obert. "36 Stimmen mehr hätten mir gereicht."  

    Gemischte Signale für Thomas Obert

    Bei der Wahl zum Gemeinderat war Obert dagegen der Stimmenkönig. Er erreichte dank der Möglichkeit des Kumulierens 1986 Stimmen. Höfling trat bei der Gemeinderatswahl nicht an, Martina Utsch – Listenführerin der Freien Wähler – kam auf 1640 Stimmen. Die CSU erreichte 54 Prozent der Stimmen, die Freien Wähler 46. Der Gemeinderat wird künftig von neun CSUlern und sieben FWlern besetzt sein (bisher 8:8).

    Thomas Obert
    Thomas Obert Foto: Fred Schwab

    Das tröstet Thomas Obert wenig. "Ich bin enttäuscht, dass mein Engagement über viele Jahre nicht honoriert wurde. Die erbrachten Leistungen haben offenbar keine Rolle gespielt. Anscheinend wollen die Leute zu neuen Ufern." Für eine genauere Analyse will sich Obert Zeit nehmen; er hat in dieser Woche Urlaub. Eine vorsichtige Vermutung für sein Resultat aber äußert er: "Ich hatte schon gehört, dass die Stimmung in manchen Gemeindeteilen nicht gut sei. Das hatte wohl auch mit der innerparteilichen Konkurrenz zu tun."

    Bei der Nominierungsversammlung der Eußenheimer CSU setzte sich Obert mit 50:41 Stimmen gegen Susanne Keller durch. Die im Ortsteil Hundsbach wohnhafte 42-Jährige kam nun von Listenplatz vier auf die zweitmeisten Stimmen der CSU-Liste. Thomas Obert verspricht, im Gemeinderat weiter mitzuarbeiten. Aber ob er nochmal als Zweiter Bürgermeister zur Verfügung steht, wolle er sich noch überlegen. "Ich bin da etwas gespalten."

    Warum Achim Höfling vorne lag

    Eine Detailanalyse seines Überraschungserfolgs kann Achim Höfling am Montag nicht liefern. "Wenn es so knapp ausgeht, liegt das eher an vielen kleinen Dingen", sagt er. Peter Utsch, Ortsvorsitzender der Freien Wähler, sagt: "Er hat unheimlich viele Veranstaltungen besucht. Ist sehr offen auf die Menschen zugegangen und hat sich sehr engagiert. Er kam bei den Jungen gut an, aber auch bei den Älteren. Achim ist ein kommunikativer Typ."

    Der so Gelobte freut sich auf seine kommenden Aufgaben. "Ich werde das Gespräch mit dem ausscheidenden Bürgermeister Dieter Schneider suchen und hoffe, dass ich bei ihm für einige Wochen sozusagen in die Lehre gehen kann." Aufgrund des jetzigen Schulausfalls sei er zeitlich flexibel. In Zukunft als Vertreter der kleineren Fraktion dem Gemeinderat vorzustehen, beunruhigt Höfling nicht. "Da wurde bisher themenübergreifend ohne Fraktionszwang diskutiert und abgestimmt. Ich hoffe, dass das weiterhin so laufen wird."

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