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    Wiesenfeld

    Uraufführung von selbst vertonten Rückert-Gedichten

    Der Rezitator und Komponist Andreas Arnold trug in der ehemaligen Synagoge Wiesenfeld 40 von ihm vertonte Gedichte des fränkischen Dichters Friedrich Rückert vor. 
    Der Rezitator und Komponist Andreas Arnold trug in der ehemaligen Synagoge Wiesenfeld 40 von ihm vertonte Gedichte des fränkischen Dichters Friedrich Rückert vor.  Foto: Josef Riedmann

    Gedichte des in Schweinfurt geborenen Dichters Friedrich Rückert pur, vertont und interpretiert von dem Rezitator und Komponisten Andreas Arnold, erwartete die Besucher der Kulturveranstaltung "Dichterlieder - Rückert vertont" in der ehemaligen Synagoge in Wiesenfeld. 42 Besucher lauschten gespannt und konzentriert Arnolds Gesangsvortrag ausgewählter Rückert-Gedichte.

    Andreas Arnold hat sich zum Ziel gesetzt, Werke des fränkischen Dichters Friedrich Rückert (1788 – 1866), der einst mit Goethe und Schiller als großer deutscher Dichter gefeiert wurde, im Laufe der Jahrzehnte aber in Vergessenheit geriet, wieder bekannter zu machen. Für den Abend in Wiesenfeld hatte er 40 Gedichte ausgewählt und vertont. Wie seine Frau Michaela in ihrer Begrüßung erwähnte, waren etwa 30 Kompositionen Uraufführungen. Mit der Vertonung von Rückert-Gedichten befindet sich Arnold in illustrer Gesellschaft. Die Komponisten Gustav Mahler, Franz Schubert, Robert Schuhmann, Johannes Brahms und Richard Strauß haben schon Kompositionen auf Werke Rückerts geschaffen.

    Arnold interpretierte auf der kleinen Bühne mit seiner sonoren Baritonstimme, sich selbst dezent auf der Gitarre begleitend, seine Schöpfungen. Eingehend auf die teils sperrigen Texte hat Arnold vielfältige, anmutige und eingängige Melodien um die Dichterworte gelegt. Anhand eines Textheftes konnten die Zuhörer die Rückert-Gedichte mitverfolgen.  

    Die ausgewählten Gedichte hat Arnold zehn verschiedenen Kategorien zugeteilt. Unter "Der Politische" hat er das Gedicht "Neun müssen fasten" eingeordnet. Mit seinen "Geharnischten Sonetten", unter Pseudonym in der Napoleonischen Zeit veröffentlicht, erlangte Rückert ersten Bekanntheitsgrad. Mit "Der Arabische" erinnerte Arnold an Rückert als Sprachgelehrten und Sprachgenie, der sich mit 44 Sprachen beschäftigte. Bekannt wurde er als Übersetzer des Korans. Die Parabel "Die gebratene Henne" brachte Arnold unter dieser Rubrik zu Gehör. "So wahr die Sonne scheinet" erklang unter "Der Liebende".

    "Du bist ein Schatten am Tage" erinnerte unter "Der Trauernde" an die rund 400 Totenlieder, mit denen Rückert für sich den frühen Tod seiner Kinder verarbeitete. Am Ende des Abends stimmten die Zuhörer gemeinsam mit dem Interpreten in Rückerts Volkslied "Aus der Jugendzeit (Schwalbenlied)" ein.

    Andreas Arnold, 1971 geboren, stammt aus Wiesenfeld. Er führt in Würzburg eine Praxis im Bereich Coaching, Psychotherapie, Paar- und Familienberatung, ADHS, psychische Störungen und Beratung bei Lebenskrisen. Daneben befasst er sich mit Literatur, Musik und Philosophie. Er ist Mitglied im Autorenkreis Würzburg und schreibt Kurzgeschichten. Auch kabarettistisch ist er tätig. Beim regionalen Monatsmagazins "Der kleine Lohrer" arbeitet er als Redakteur mit. In der kommunalen Jugendarbeit im Landkreis Main-Spessart ist er ebenfalls engagiert.

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