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    Obersinn

    Verbaler Schlagabtausch im Gemeinderat um Obersinner Motocross-Strecke

    Einen verbalen Schlagabtausch lieferten sich Bürgermeisterin Lioba Zieres und der Vorsitzende der Motorsportfreunde Sinngrund (MSF), Olaf Würfel, der auch Marktgemeinderat ist, in der jüngsten Sitzung. Eigentlich war der Auslöser nur ein Antrag des MSF, der um eine Genehmigung von fünf Hinweisschildern zur neuen Rennstrecke bat, sowie ein Antrag für eine Kostenübernahme im Rahmen der Änderung des Flächennutzungsplans.

    Zieres warf dem Verein vor, dass die Genehmigung der Rennstrecke überhaupt noch nicht erfolgt sei und somit überhaupt noch kein Motorrad fahren dürfe. Der MSF müsse weiter die geforderten Auflagen wie Vermessungen, Wegbenutzung, Wiederherstellung der Grenzmarkierungen am durch die Rennstrecke führenden Schotterweg sowie die Absturzsicherung des Erdweges entlang der Bahnlinie, der als Abfahrtsweg zum Dorf zurück führt, erfüllen. Weitere Vorwürfe oder . nicht erfüllte Auflagen folgten. MSF-Vorsitzender Olaf Würfel wies zum Teil die Vorwürfe als nicht zutreffend zurück; andere Auflagen seien eingeleitet oder geregelt.

    Ratskollege Matthias Hertlein warf ein, dass er und das gesamte Gremium überhaupt nicht über die in den Raum gestellten Anschuldigungen und möglichen Auflagen informiert seien. Eigentlich möchte der Verein doch nur einige Hinweisschilder zu seiner Rennstrecke aufstellen.

    Dies hielt Lioba Zieres und Olaf Würfel jedoch nicht davon ab, weitere Anschuldigungen offen vorzutragen. So stehe noch die Modellierung des gemeindlichen Erdweges durch das Areal an, der durch die Feldgeschworenen neu auszusteinen sei. Andererseits unterstellte Würfel der Bürgermeisterin Unkenntnis, dass die Benutzung und somit die Absicherung des Weges entlang der Bahn nur bei Großveranstaltungen Gültigkeit habe. Ein Termin mit dem Landratsamt zur Zwischenabnahme sei aus zeitlichen und Witterungsgründen bislang nicht zustandegekommen.

    Letztlich fragte Würfel nochmals nach, ob sein Verein jetzt die Hinweisschilder aufstellen dürfe. Einstimmig billigte das Gremium, dass jetzt fünf provisorische Schilder installiert werden dürfen. Wenn das neue Informationsleitsystem des Marktes in Kraft tritt, sind die Schilder dem neuen System anzupassen.

    Infolge der Verlagerung der Rennstrecke vom "Löwersberg" in die Flurabteilung "In der hohen Leite" musste auch der Flächennutzungsplan geändert werden. Dabei wurde zu Beginn des gesamten Projekts eine Vereinbarung zwischen Gemeinde und Verein getroffen, dass die Kosten für die Übernahme des Flächennutzungsplans in die Digitalform zu 75 Prozent vom Verein getragen werden, während der Markt ein Viertel übernimmt. Diesen Anteil in Höhe von 3087 Euro hat der Verein beglichen, erklärte Lioba Zieres.

    Aufgrund der bislang rund 40 000 Euro für den Verein aufgelaufenen Kosten für Planungen, Gutachten sowie Notare stellten die MSFler jetzt den Antrag, dass der Markt doch den Gesamtbetrag der Digitalisierung von 4116 Euro übernehmen möchte. Würfel begründete seinen Antrag damit, dass bei einer erneuten Änderung des Leitplanes nur noch eine digitale Form erlaubt sei und jetzt bereits die entsprechenden Vorleistungen vorhanden seien. 

    Mit Stolz verkündete die Bürgermeisterin, dass Obersinn die einzige Kommune innerhalb der VG ist, deren Flächennutzungsplan digitalisiert ist. "Heutzutage werden solche Pläne nicht mehr händisch geführt". Man sollte sich jedoch an einmal getroffene Vereinbarungen halten, sagte Zieres. Von den von Würfel ins Spiel gebrachten planerischen Leistungen eines Vereinsmitglieds bei der Änderung der Naturparkgrenzen zeigte sich das Gremium unbeeindruckt. 

    Barbara Madre hingegen hob die feine Geste des Vereins heraus, der im Zuge der Versorgung der alten Rennstrecke mit Wasser und Strom auch den Grillplatz mit anschloss. "Die Gemeinde hat davon profitiert". Grundsätzlich sollte die Kommune Ortsvereine unterstützen, erklärte Bastian Weikinger. Wenn jedoch im Vorfeld eine Kostenbeteiligung festgelegt war, sollten sich beide Parteien an die Spielregeln halten.

    Mit 8:3 Stimmen lehnte das Gremium den Antrag der Motorsportfreunde auf die gesamte Übernahme der Digitalisierungskosten ab.

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