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    BURGSINN

    Verborgene Orte: der Hof der Wasserburg und das alte Kino

    Zweifelsohne der Besuchermagnet schlechthin war am Aktionstag „Zukunft Altort“ die erstmalige Öffnung des Burghofs der über 1000 Jahre alten Wasserburg, welche durch intensive Verhandlungen der Allianzmanager Schneider und Engel sowie Bürgermeister Robert Herold mit der in Frankreich lebenden Eigentümerfamilie von Thüngen ermöglicht wurde. Zeitweise war am Sonntag am Burgtor kaum ein Durchkommen.

    Während sich der mächtige Burgfried (nach der Notsanierung) optisch unbeschadet in den Burgsinner Himmel reckt, nagt am imposanten Herrenhaus der Zahn der Zeit. Wie die Familie von Thüngen in den Vorgesprächen versichert hatte, sei ihr am Erhalt des Familienbesitzes gelegen. Leider hätten gesundheitliche Sorgen bislang einer Sanierung im Wege gestanden.

    Die Besucher waren ob mancher geheimnisvoller Kellerräume, Nebenbauten und efeuumrankter Mauern und Bäume vom Ambiente angetan. Allianzmanager Schneider bestätigte auf Anfrage, dass die touristische Nutzung des Burghofs vereinbart sei. Dazu gesellte sich der Verein „Burglandschaft Spessart/Odenwald“, dessen Leiter sich einmal im Gewand eines mittelalterlichen Recken aus dem 13. Jahrhundert vorstellte, später in ein Kettenhemd mit Harnisch, Kettenhandschuhen, Schutzhelm und Kampfschwert eines Ritters „der Grafen von Rieneck“ wechselte.

    Der Verein hatte auch eine Mittelalter-Truppe mitgebracht, die als Bauern und Handwerker aus dem 13. Jahrhundert gewandet waren. Sie boten Armbrustschießen und den Umgang mit der Blide, dem Katapult an, während die Frauen sich dem Wollespinnen widmeten. Überglücklich waren besonders die Kinder, als sie im kleinen Marktstand die Kettenhemden, Helme oder gar das Schwert ausprobieren durften.

    Die eigens angereiste Zeitzeugin Carmen Strein (Wernfeld) erklärte, dass nach dem Zweiten Weltkrieg Heimatvertriebene im Untergeschoss der Wasserburg untergebracht waren. Sie habe dort oft ihre ehemaligen Nachbarn besucht. Im Winter sei es in den nur spärlich geheizten Räumen bitter kalt gewesen, und das Eis habe fünf Zentimeter dick an den Außenwänden gehangen. Im Obergeschoss wohnten die „von Thüngens“ sowie ein Förster. Die Burganlage sei rundum sehr gepflegt und romantisch gewesen.

    An einem Infostand stand Manager Peter Niehoff für die LAG-Spessart Rede und Antwort und zeigte die Leader-Förderprogramme sowie ein Kinderquiz. Am Spätnachmittag durften die Kinder im Burghof ihre Luftballons mit zuvor auf einer Karte vermerkten Wünschen und Hinweisen auf die neue Flächenbörse steigen lassen.

    Nach 20-jährigem Dornröschenschlaf öffnete das alte Kino „Spessart-Lichtspiele“ nochmals seine Pforten. Dieses „Stück Burgsinner Geschichte“ hatte 1997 geschlossen. Der heutige Eigentümer, Thomas Konrad, führte die Besucher gerne durch das Kino, in welchem im Vorführraum sogar noch die mächtigen Filmmaschinen stehen. Am Abend wurde dann, passend zum Thema „Zukunft Altort“, der Dokumentarfilm „Von Bananenbäumen träumen“ gezeigt; gut 160 Gäste nahmen das Angebot an. Gerade dieses Kino lasse Vorfreude auf mehr Kulturraum mit einer Bühne aufkommen, freute sich Allianzmanager Schneider.

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