• aktualisiert:

    Lohr

    Vergnügliches Heldenepos: Chorleiterin gegen Aluminiumhütte

    Szene aus dem Film "Gegen den Strom" Foto: Pandora Filmverleih

    Das Stattkino zeigt den isländischen Arthouse Hit "Gegen den Strom" von Benedikt Erlingsson am Mittwoch, 22. Mai, um 18 Uhr und um 20.15 Uhr jeweils in der deutschen Fassung.

    Dieser Film passt in seiner augenzwinkernden Radikalität gut zu den "Fridays for Future"-Protesten der Schüler. Da führt eine einfache, liebenswerte und warmherzige Frau in Island ein Doppelleben als einsame Rächerin des Planeten, indem sie unter dem Decknamen "Die Bergfrau" die Stromleitungen zu einem Aluminiumwerk sabotiert. Erst mit Vandalismus und letztlich mit Industriesabotage gelingt es ihr, die Verhandlungen zwischen der isländischen Regierung und einem internationalen Investor zu stoppen.

    Halla führt als "Mountain Woman" einen heldenhaften Kampf gegen Industrie und Staat, während sie privat nach endlich freigegebener Adoption die vierjährige Nika aus der Ukraine abholen muss. Wie in vielen Märchen, fügt sich am Ende alles wunderbar.

    Ungewöhnlich auch die Musik des Films, die in weiten Teilen live am Set aufgenommen wurde. Die drei Musiker und drei  ukrainischen Sängerinnen tauchen wie ein griechischer Chor immer wieder in der einzigartig gefilmten isländischen Landschaft auf.

    "Gegen den Strom", der bei der Semaine de la Critique auf dem Filmfestival Cannes 2018 uraufgeführt wurde, widersetzt sich jeglicher Genrezuordnung: Ökothriller, Abenteuerfilm, Märchen und Komödie – alles passt auf diesen ungewöhnlichen Film. 

    Bearbeitet von Andreas Köster

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!